Glad­bach – Schalke 2:1 (2:1)

Sie­ben­ecken­ein­alt­bier feiert die mul­tiple Wende“ von Borussia Mön­chen­glad­bach beim Ein­stand von Lucien Favre. Erster Sieg unter dem neuen Trainer / Erster Heim­sieg der Saison / Erstes wirk­lich umge­drehtes Spiel der Saison…“ Hin­weis der Red.: Die Liste ist noch deut­lich länger. Es gibt ja so einiges, wor­über man sich als Glad­ba­cher freuen kann nach diesem Wochen­ende.

Auf Schalker Seite war das Ergebnis für den Königs­blog nicht über­ra­schend, nicht mehr ent­täu­schend, schlecht“. Glad­bach war vor dem Spiel ein Team, dessen Heim­bi­lanz mit drei Unent­schieden in elf Spielen kaum schlechter hätte sein können. Für das ›noch schlechter‹ ist dann eben Schalke zuständig. Ich halte Lucien Favre für einen guten Trainer. Zau­bern kann er nicht. Borussia Mön­chen­glad­bach spielte ein­fach, schnell und ziel­strebig nach vorne, war im Mit­tel­feld solide und hinten unsi­cher. Solide reichte…“ Auch der Schal­kefan ist nach­haltig ver­grätzt: Die Erfolge in Cham­pions-League und DFB-Pokal sind schön und gut. Nach­haltig in Erin­ne­rung bleiben von dieser Spiel­zeit wird jedoch das Abschneiden in der Liga. Genau dieses All­tags­ge­schäft wird von der Mann­schaft seit Monaten sträf­lich ver­nach­läs­sigt.“



Mainz – Bayern 1:3 (0:1)

Ein­fach geilen Fuß­ball“ hat das Fern­glas FCB beim 3:1‑Sieg der Bayern in Mainz gesehen. Natür­lich kann man die Auf­tritte Bad­stu­bers, Pran­jics und zum Teil auch Tymosh­schuks kri­ti­sieren – habe ich aber gar keine Lust zu. Dazu war das Spiel ein­fach zu schön – und letzt­lich ja auch erfolg­reich.“ Sich über das Schöne freuen – kann ja auch mal rei­chen als Ana­lyse.

Mit erho­benem Haupt ver­loren“ haben dagegen die Mainzer, wie der 05er Fan­blog schreibt. Extrem quirlig und mutig“ hätten die Mannen von Thomas Tuchel begonnen. Um dann der indi­vi­du­ellen Klasse der Münchner zu unter­liegen. Alleine die Flü­gel­zange R & R reicht schon aus, einen Gegner gehörig unter Druck zu setzen. Wenn dann noch der Indi­vi­dual­künstler Thomas Müller und der Knipser Mario Goméz hin­zu­kommen, dann musst du in extremer Top­form sein und auch noch das ent­spre­chende Glück haben, um dagegen zu bestehen.“

Ham­burg – Bremen 4:0 (1:0)

Ein klarer Der­by­sieg nach der pein­li­chen Der­by­nie­der­lage. Die Plei­te­gei­gerin ist zwie­ge­spalten“. Mann des Tages: Mladen Petric, nicht nur wegen seines Super­du­per­zu­ckertor zum Eins­null“. Am Ende: Traum­er­gebnis. Zumal man damit Wer da? weiter in Rich­tung Abgrund (zwote Liga) geschubst hat. Gleich­zeitig klingt die Nie­der­lage von Mitt­woch noch nach. Natür­lich. Die wird uns wohl auch noch sehr lange nach­hängen.“ Ned Ful­lers Worte zum Spiel: Zäh. Unsi­cher. Planlos.“ Sein Fazit: Das vier­null täuscht über vieles hinweg. Der Aufbau war träge, teil­weise nicht vor­handen. Keine Bewe­gung im Spiel, nie­mand hat sich ange­boten. Träge. Wie so oft in dieser Saison.“

Trau­er­ar­beit dagegen bei den Grünen. Die Rech­nung ist doch ganz ein­fach“, erklärt der Wer­der­blog. Pizarro ist nicht da, also schießt bei uns keiner ein Tor. Denn seien wir doch mal ehr­lich: Der HSV war reines Mit­telmaß heute. Und mitt­ler­weile ver­lieren wir also auch gegen eine solche Mann­schaft mit 4:0.“ Das Resümee ist grausig: Ich habe heute nichts Gutes gesehen. Mit vielen Abstri­chen haben mir noch Fritz und Barg­f­rede gefallen.“ Ähn­lich sieht das Tobias von Meine Saison mit dem SVW . Das Schlimmste ist aus Wer­der­sicht nicht einmal die Höhe der Nie­der­lage gegen den größten Rivalen. Das Schlimmste ist die Leich­tig­keit, mit der der HSV Werder am Ende aus dem Sta­dion schoss, obwohl er 75 Minuten lang unter­durch­schnitt­lich gespielt hat. Zuhause ist Werder eine Mann­schaft, die um den Klas­sen­er­halt kämpft. Aus­wärts hat man sich anschei­nend schon auf­ge­geben. In dieser Kom­bi­na­tion wird das nicht rei­chen, um den Abstieg zu ver­hin­dern.“

Nürn­berg – Frank­furt 3:0 (0:0)

Den his­to­ri­schen vierten Sieg in Folge“ beju­belt der Glubb-Blog. Das letzte Mal soll es das 1989 gegeben haben, da spielte ein gewisser FC Hom­burg in der 1.Liga! Gibt es den Verein über­haupt noch?“ Ansonsten ist alles Staunen über zwölf Punkte Vor­sprung vor der eigent­lich obli­ga­to­ri­schen Rele­ga­tion: Subber Glubb!“ Die Club­fans-United sind von den Leis­tungen der Nürn­berger nicht über­rascht, son­dern höchs­tens von den Ergeb­nissen“. Denn: Seit Beginn dieser Liga … prä­sen­tierte sich der Club kon­stant enga­giert, bissig, um Struktur und Ord­nung bemüht … Fuß­ball ist … genau, ein Mann­schafts­sport. Der FCN prä­sen­tierte sich die ganze Saison als solche.“

Aus Ein­tracht-Sicht ver­lief das Spiel so wie in Beves Welt unter dem Titel Horror in Nürn­berg feat. Voll­idioten“ geschil­dert: In einer ruhigen Minute denke ich: mal schauen, ob es 0:0 aus­geht, das habe ich näm­lich getippt. Batsch. 1:0 für Nürn­berg.“ – Es wird dunkler und dunkler und dunkler“, for­mu­liert düster der Blog G – und per­sön­liche wie mann­schaft­liche Misere ver­schmelzen. Meine Mann­schaft hat ein Spiel um den Abstieg mit 0:3 in Nürn­berg ver­loren. Ich bin bis auf die Kno­chen nass. Meine Mann­schaft war chan­cenlos gegen Nürn­berg. Ich bin ratlos und müde. Mein Kopf schmerzt.“

Und sonst so?

Im schwarz-gelben Ham­burg hakt man den Pflicht­sieg gegen St. Pauli schnell ab („Leis­tung ins­ge­samt gut“) – und findet dann noch Zeit, sich über Teile der Pau­lianer Fans auf­zu­regen. Zum Bei­spiel über die Leh­rer­typen“, die ein biss­chen alter­nativ, aber im Herzen doch grund­spießig“ sind. Oder dar­über dass die bra­un­weißen ›Lüden­scheid‹ sagen, weil Asa­moah diesen Begriff benutzt.“ (Nur dass der Autor ein anderes Wort für Asa­moah benutzt.) Wer ›Lüden­scheid‹ sagt posi­tio­niert sich und wenn der FCSP gerne mit Gaz­prom in einer Ecke stehen will: Bit­te­schön.“

Jan Schlaud­raff trumpft groß auf“, freut sich das Fan­ma­gazin von Han­nover nach dem 3:0 gegen den 1. FC Kai­sers­lau­tern. Gefährdet schien der Sieg von Han­nover 96 zu keiner Zeit. Ledig­lich in der Anfangs­phase schien für die Gäste aus der Pfalz etwas zu holen zu sein. Doch ab Schlaud­raffs erstem Treffer in der 17. Spiel­mi­nute war dann von Kai­sers­lau­tern nichts mehr zu sehen.“

Nach dem 1:1 in Hof­fen­heim ist Samba Köln zufrieden. Der 1.FC Köln macht bei seiner Punk­te­jagd 2011 auch bei Aus­wärts­spielen nicht mehr Pause. Zwei Tore in Hof­fen­heim geschossen und ein Punkt mit­ge­nommen. Letzt­end­lich kann die Mann­schaft aber mit diesem Punkt zufrieden sein, denn Hof­fen­heim traf drei Mal die Latte und fand in Ren­sing gefühlte 2.000 Mal seinen Meister.“

catenaccio ana­ly­siert nach dem 4:2 von Bayer Lever­kusen über den VfB Stutt­gart, dass das Spiel auch hätte kippen können. Lever­kusen bewies wieder einmal Kil­ler­instinkt im ent­schei­denden Moment. In den ganz großen Spielen fehlt es zwar noch desöf­teren an dieser Eigen­schaft, aber gegen die ver­meint­lich klei­neren Gegner schlägt man auch schon mal dann zu, wenn man gar nicht damit rechnet. Im Zwei­fels­fall mit einer Stan­dard­si­tua­tion, danach wird noch ein Konter gegen auf­rü­ckende Gegner ver­wan­delt und der Drops ist gelutscht.“

Vor dem Spit­zen­spiel gegen den BVB kann der Kai­ser­grantler nicht umhin, die Sti­che­leien aus Dort­mund zu kom­men­tieren. Lieber Kevin Groß­kreutz“, schreibt er, Sie sind sicher­lich ganz auf­ge­regt, wenn Sie schon an Samstag denken. Das ist ja auch in Ord­nung, schließ­lich spielen Sie gegen den großen FC Bayern. Das ist für den kleinen Kevin halt was ganz beson­deres. Aber viel­leicht haben Sie es schon von unserem Herrn Ribéry gehört, wir ver­schwenden noch gar keinen Gedanken an den BVB. Das tut mir jetzt ein wenig leid für Sie…“

Das 11FREUNDE-Fazit:

Als sich der Anfang vom Ende des ersten rich­tigen Höhen­flugs von Borussia Dort­mund ankün­digte, spielten die Borussen eine Saison, die sich ansatz­weise mit der des FC Schalke in diesem Jahr ver­glei­chen lässt. Mit dem Unter­schied, dass die Dort­munder da gerade Cham­pions-League-Sieger geworden waren. Doch ähn­lich wie die Blau-Weißen in diesem Jahr spielten die Borussen 1997/98 in der Liga mehr schlecht als recht, standen in der Hin­runde zeit­weilig auf einem Abstiegs­platz und wurden am Ende grau­mäu­siger Zehnter. Jen­seits von allem. Aber inter­na­tional, da drehten sie noch mal auf, mar­schierten durch ihre Cham­pions-League-Gruppe, wurden im Dezember Welt­po­kal­sieger und schal­teten im Vier­tel­fi­nale der Königs­klasse den FC Bayern nach Ver­län­ge­rung aus. Doch dann – im Halb­fi­nale – war Schluss. Der BVB schei­terte an Real Madrid. Und im Jahr mussten die Euro­pa­helden zu Hause bleiben. Weil sie ihre Haus­auf­gaben nicht gemacht hatten. Schalke 2011 ist acht Punkte vom inter­na­tio­nalen Geschäft weg. Alles spricht vom Rück­spiel gegen Valencia. Doch sich über die Cham­pions League für die Cham­pions League zu qua­li­fi­zieren, das wird wohl nicht so ganz klappen. Müssen sie wohl nächstes Jahr auch zu Hause bleiben, die Gel­sen­kir­chener Lümmel von der letzten Bank.

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