Lever­kusen – Dort­mund 1:3 (0:0)

Bei den BVB-Blog­gern hat sich Klop­pisch nun als Amts­sprache durch­ge­setzt, wes­wegen Any Given Wee­kend titelt: Brett­starker Turbo-Auf­tritt“. Weiter geht’s mit dem hym­ni­schen Lob: Es ist schon Wahn­sinn. Wieder mal hat diese Mann­schaft alle Erwar­tungen über­troffen und den aus­giebig ver­ba­li­sierten Hoff­nungen der Ver­folger einen Dämpfer ver­setzt.“ Doch noch muss auch ein wenig gedämpft werden: Die größte Gefahr ist nun nach­las­sende Kon­zen­tra­tion. Selbst wenn es nur ein paar Pro­zent wären… Im Moment deutet jedoch wenig darauf hin, dass Nach­läs­sig­keit droht.“

Für die Lever­ku­sener schwenkt catenaccio unterdes die weiße Fahne und bemüht dafür die bekannte Euro­pa­pokal-Arith­metik: Auf­grund der mehr kas­sierten Heim­tore schied Bayer Lever­kusen aus dem Meis­ter­schafts­rennen aus. Nach einem über­ra­genden 2:0 in Dort­mund, musste die Werkself ein 1:3 im Rück­spiel hin­nehmen und schaffte es nicht, den kom­for­ta­blen Vor­sprung über die Runden zu retten. Oder so ähn­lich.“ Trau­rige Erkenntnis: Men­tale Stärke gibt es in Lever­kusen nicht. Wie kann es sein, dass man nach einem Gegentor so in sich zusammen fällt? … Von der 49. bis zur 70. Minute waren quasi nur hän­gende Köpfe zu beob­achten.“



Schalke – Ham­burg 0:1 (0:0)

Not gewinnt gegen Elend“, befindet Blo­gund­weiss, der nur am Anfang die spie­le­ri­schen Fort­schritte“ des FC Schalke erahnen“ konnte. Fazit: Ham­burg war von zwei schwa­chen Mann­schaften höchs­tens die ent­schlos­se­nere.“ Bit­terer Nach­satz aus Schalker Sicht: Nach dem Treffer fand Schalke gar nicht mehr statt.“ Auch der Schal­kefan hat wenig Gutes gesehen: Die ganze Zuver­sicht, die sich in den letzten Heim­spielen zag­haft in den Vor­der­grund gedrängt hatte. Schon ist alles futsch. 90 Minuten gegen den Ham­burger SV reichten aus…“

Habemus Abwehr“, latei­nert der­weil der Ham­burger Plei­te­geiger und lobt den neu gefun­denen Innen­ver­tei­diger Gojko Kacar: Der Ersatz-Mathijsen scheint vor­erst gefunden!“ Mit einer wun­der­baren Neu­schöp­fung beschreibt der Autor den Status quo in Ham­burgs Defen­sive: Ich weiß nicht, ob es an der Harm­lo­sig­keit Schalkes lag – aber unsere Abwehr wirkte bei weitem nicht so hüh­ner­haufig wie zuletzt.“ Vom hol­län­di­schen Tor­schützen, der dem Ver­nehmen nach gen Spa­nien abrau­schen will, ver­ab­schiedet man sich bereits: Was Bou­lah­rouz und van der Veraat können, kann Ruud sicher auch.“

Wolfs­burg – Bayern 1:1 (0:1)

Tris­tesse bei den Bayern-Schrei­bern. Breit­nigge läs­tert über die kür­zeste Rekord­auf­hol­jagd in der Geschichte der Bun­des­liga“, die genau 86 Minuten, also von Bay­erns Füh­rungstor bis zum Wolfs­burger Aus­gleichs­treffer gedauert habe. Kurz und bündig: Ich bin fertig mit dem Thema Meis­ter­schaft. Hatte ohnehin nur eine vage Hoff­nung.“

Stutt­gart – Mainz 1:0 (0:0)

Einen Drecks­sieg (© Bruno Lab­badia)“ hat der VfB-Blog ange­dacht gesehen. Ent­schei­dend is auf’m Platz“, phra­siert Autor Heinz Kamke. Und da haben die VfB-Spieler ges­tern gezeigt, dass die sich mit dem Abstiegs­kampf so gut ange­freundet haben, wie man es eben übers Herz bringt. Wobei es eine ganz beson­dere Freude war, auf den Außen­po­si­tionen der Vie­rer­kette end­lich wieder gewon­nene Defen­siv­zwei­kämpfe beklat­schen zu dürfen.“

Der 05er Fan­blog fasst die Nie­der­lage prä­gnant zusammen: Stutt­gart war schlagbar. So ganz prin­zi­piell meine ich. Aber dazu brauchte es schon eine Por­tion von etwas, das heute die 05er nicht mit im Gepäck hatten, die Stutt­garter aber klamm­heim­lich zur zweiten Halb­zeit aus der Kabine aufs Feld brachten: unbe­dingten Sie­ges­willen!“

Was war sonst so in der Bun­des­liga?

Es gibt Tage wie diese“, heben die Club­fans-United an, und andere. Heute war aber eben so einer wie dieser und da ver­lierst du. Viel­leicht weil der Schiri dir zwei glas­klare Elfer ver­wei­gert, weil er ein Tor aberkennt, weil dann der xte Elfer zwar gegeben wird aber dann der Pinola ver­schießt. Dann hast du eben kein Tor und ver­lierst 0:1.“ Klingt plau­sibel.

Samba Köln hat ein paar Thesen zum Aus­wärts­punkt des 1. FC Köln beim Angst­gegner aus Kai­sers­lau­tern zusammen getragen. So wie: Nach der roten Karte musst Du gewinnen. Quatsch, musst Du nicht. Eine gut ein­ge­spielte Mann­schaft kann den Aus­fall eines Spie­lers kom­pen­sieren. Lau­tern ist danach noch etwas mehr gerannt und das war schon ganz gut von denen.“ Schied­lich-fried­liche Bilanz des teils feurig-bri­santen Spiels: Beide Mann­schaften sind noch mit­ten­drin im Abstiegs­kampf. Es hat also keinem was gebracht.“

Das neue Jahr geht ja gut los“, mosert der Adler­blog nach dem 0:3 gegen Han­nover. Gegen solide – aber mehr auch wirk­lich nicht – Han­no­ve­raner patzt die angriffs­lus­tige Ein­tracht. Und damit bestä­tigt das Gefühl, wenn es drauf ankommt, macht die Mann­schaft schlapp.“

Pure Gewalt darf manchmal siegen“, urteilt Werder Exil über das Siegtor durch Torsten Frings: Mit 108 Sachen hat Frings am Samstag allen Wer­der­fans kol­lektiv einige Steine vom Herzen gewemmst.“

Die Blogger des FC St. Pauli freuen sich über die gelun­gene Pro­test­ak­tion der Fans gegen eine über­bor­dende Kom­mer­zia­li­sie­rung des Klubs. Pathos‘ Blut­grät­sche hat vor lauter Begeis­te­rung seinen ganzen Bei­trag ent­spre­chend ein­ge­färbt und for­mu­liert etwas ver­schwur­belt: Als ich nun heute nach­mittag im Mill­erntor-Sta­dion … auf meinem Platz stand und beim Erklingen der Höl­len­glo­cken das Sta­dion in ein tiefes Rot tauchte, konnte ich mich dann aller­dings der außer­kau­salen Fas­zi­na­tion des Pro­tests auch nicht mehr ent­ziehen. Plötz­lich hatte ich auch eine Gän­se­haut.“ Auch der Klei­neTod und San­ta­Pauli berichten übri­gens von der Aktion am Mill­erntor.

Das 11FREUNDE-Fazit:

Wann darf man denn jetzt end­lich gra­tu­lieren? Diese Saison von Borussia Dort­mund ist wie eine Geburts­tags­feier, die immer wieder ver­schoben wird. Woche für Woche steht man wieder mit dem Geschenk vor der Tür – und Woche für Woche kommt durch die Gegen­sprech­an­lage: Tut uns leid, noch nicht!“ Eigent­lich gibt es ja mitt­ler­weile nur noch einen Grund, warum wir die Schale nicht einmal verbal über­rei­chen dürfen: Weil rech­ne­risch noch nicht alles ent­schieden ist. Aber mal ehr­lich: Wer zwei­felt noch? Die Fans nicht mehr, die Blogger auch nicht wirk­lich (s.o.) – und die Mann­schaft, dieses wun­derbar sie­ges­wü­tige Ensemble, schon gar nicht. Das war am Frei­tag­abend wieder einmal zu bestaunen. Sechs wahn­wit­zige Minuten lang. Dann war die Meis­ter­schaft in der Bun­des­liga ent­schieden. Nur mal so unter uns.