Manuel Neuer
Wie gut die Parade von Manuel Neuer beim Frei­stoß von Andrea Pirlo wirk­lich war, wurde dem TV-Zuschauer erst bei der Ana­lyse durch Ex-Welt­tor­hüter Oliver Kahn bewusst. Wenn Manuel nur einen halben Schritt zur Seite macht“, klärte Kahn auf, dann ist der Ball drin.“ Weil Neuer aber inzwi­schen auch über eine ordent­liche Por­tion Erfah­rung ver­fügt, blieb er so lange stehen, dass er den wuch­tigen Schuss des Ita­lie­ners gekonnt aus der Gefah­ren­zone fausten konnte. Die Kol­legen von sued​deut​sche​.de haben über Neuer getextet: Sonst wachsam wie ein Bambi auf der Wald­lich­tung“. Das klauen wir jetzt ein­fach mal.

Philipp Lahm
Philipp Lahm ist und bleibt der Dr. Jekyll und Mr. Hyde des Welt­fuß­balls. Auf dem Platz ist es eine Freude, ihm bei der Arbeit zuzu­schauen, auch gegen Juve war der Außen­ver­tei­diger beständig groß­artig. Aber bei seinen Inter­views nach den Spiel möchten wir uns am liebsten mit einem dop­pelten Rück­wärts­salto in einen Vul­kan­krater aus dem Leben ver­ab­schieden.

Daniel van Buyten
Dass der Bel­gier Sohn eines Wrest­lers ist, der einst sein Geld mit Show­kämpfen auf St. Pauli ver­diente, ist längst bekannt. Dass Daniel van Buyten, kör­per­lich viel­leicht die ein­drucks­vollste Erschei­nung aller Halb­final-Teil­nehmer, bei­zeiten aber über Glas­kno­chen ver­fügt, das war uns neu. Nach einem Ellen­bo­gen­schlag von Gegen­spieler Vucinic musste sich der Innen­ver­tei­diger nach 35 Minuten aus­wech­seln lassen. Für ihn kam…

Jerome Boateng
Der wackelte zunächst wie ein Pud­ding und hätte fast mit der übli­chen Boa­teng­schen Läs­sig­keit ein Gegentor ein­ge­leitet, aber nach der Pause war auch Boateng in diesem Vier­tel­fi­nale ange­kommen.

Dante
Es ist immer wieder erstaun­lich. Da werden rie­sige Mil­lio­nen­summen durch die Gegend trans­fe­riert, ständig auf der Suche nach einem soliden Innen­ver­tei­diger von inter­na­tio­naler Klasse und dann holen sich die Bayern einen Bra­si­lianer namens Dante für lum­pige 4,7 Mil­lionen Euro. Dante gehört sicher­lich zu den besten Ein­käufen der Bayern in den ver­gan­genen Jahren. Auch gegen eine so abge­zockte Mann­schaft wie Juventus Turin blieb Dante cool wie der Bofrost-Mann – und das in einem Vier­tel­final-Rück­spiel! Der Mann ist ein­fach gut.

David Alaba
Ala­ba­nicht, wieder eine gute Leis­tung des jungen Öster­rei­chers, von dem wir uns so gerne wün­schen würden, dass er doch auch für die deut­sche Natio­nal­mann­schaft spielen könnte! In der defensiv solide, gefiel Alaba ges­tern auch mit seinen offen­siven Aktionen. Ein Schuss hier, ein Schuss da, das brachte zwar nicht so viel ein wie noch im Hin­spiel (als Alaba nach wenigen Sekunden den großen Gigi Buffon über­töl­pelt hatte), ließ die Bayern aber zumin­dest mal Luft holen. Für den freien Atem emp­fehlen wie Wick oder David Alaba!

Javier Mar­tinez
Wer so wenig Ahnung vom Fuß­ball hat wie wir, der kann die Arbeit eines Javier Mar­tinez auch mal schnell über­sehen. Der Spa­nier arbeitet manchmal so unauf­fällig wie ein Maul­wurf ohne Hügel, nur, dass er Löcher stopft, statt welche zu graben. Mar­tinez ist das gebo­rene Arbeits­pferd, schnell, aber robust, ele­gant, aber zur Not auch mal bra­chial. Seine Vol­ley­ab­nahme von Schwein­s­tei­gers Frei­stoß lei­tete zudem das 1:0 der Bayern durch Mandzukic ein.

Bas­tian Schwein­s­teiger
Bay­erns Lenker und Denker kommt uns immer mehr vor wie ein erfah­rener Soldat: Von vielen Schlachten gezeichnet und geformt, weiß Schwein­s­teiger inzwi­schen ein­fach in fast jeder Lebens­lage, was auf dem Fuß­ball­platz zu tun ist. Auch im Rück­spiel gegen Juve beein­druckte der Natio­nal­spieler mit einer Sicher­heit und Ruhe, die mög­li­cher­weise ner­vö­sere Kol­legen schnell beru­higte und dem Gegner deut­lich machte: Hier gibt es auch heute nichts zu holen! Man darf gespannt sein, wie sich Schwein­s­teiger nun in den ganz großen Spielen gegen Barca, Real oder den BVB schlägt. Quasi die End­gegner für den Schlach­ten­sammler.

Luiz Gus­tavo
Der Bra­si­lianer kam erst nach 80 Minuten für Franck Ribery und tat genau das, was Jupp Heynckes von ihm gefor­dert hatte: Für so viel Sta­bi­lität sorgen, dass Juve nicht mal ansatz­weise an ein Wunder a lá Dort­mund-Malaga glaubte.

Arjen Robben
Viel­leicht muss man ein­fach auf­hören, sich über eigen­sin­nige Aktionen von Arjen Robben auf­zu­regen. Es ist nun mal sein Stil. Und der macht ihn an guten Tagen zu einem der besten Außen­stürmer der Welt. Gegen Juventus hätte sich Robben mit einem feinen Schlenzer bei­nahe selbst das Prä­dikat Welt­klasse“ ver­liehen, doch der Ball klatschte gegen den Pfosten. Wenn solche Ver­suche im Halb­fi­nale gelingen, wollen wir die Eigen­sinn-Kritik kom­plett ver­gessen.

Mario Mandzukic
Nach dem Hin­spiel in Mün­chen war Daniel van Buyten so ent­zückt von der Defen­siv­ar­beit des Kroaten, dass er nachher meinte: Ich könnte Mario Mandzukic einen Kuss geben.“ Wie Van Buyten seinen ackernden Stürmer nach dem gest­rigen Spiel beglü­cken wollte, wissen wir leider nicht – der Bel­gier musste früh­zeitig ver­letzt raus. Viel­mehr bereitet uns auch Sorge, dass Mandzukic im ersten Halb­fi­nale gelb­ge­sperrt fehlen wird. Wer soll ihn nur ersetzen? Mario Gomez oder…

… Claudio Pizarro?
Der Peruaner, das wahre Pferd im Sturm, hat jeden­falls eine aus­ge­zeich­nete Quote in der Cham­pions League: In fünf Spielen traf er bis­lang vier Mal – und dabei spielte er nur dreimal von Beginn an. Wir ver­neigen uns. Und machen ihm, da Mandzukic jetzt ver­geben scheint, einen Antrag auf eine richtig dicke Freund­schaft. Mit Aus­reiten, Grillen auf der Ter­rasse und Lite­ra­turzirkel am Kamin­feuer.

Thomas Müller
Spielte für Toni Kroos auf der Zeh­ner­po­si­tion. Im Zeugnis steht: War bemüht, kann noch mehr. Vergab in der 66. Minute eine Deluxe-Chance. Wir lieben ihn den­noch. Ein biss­chen.

Franck Ribery
Im Hin­spiel hatte Franck Ribery Juves Arturo Vidal aus dem Spiel getreten. Danach sagte er: Ich habe mich nicht ent­schul­digt, er sich auch nicht. Das ist Fuß­ball.“ Man musste kein Pro­phet sein, um zu wissen, was ihn in Turin erwarten würde: Ein Pfei­kon­zert galore. Machte ihm das etwa zu schaffen? Jeden­falls hatte Ribery mit Paul Pogba und Claudio Mar­chisio einige Pro­bleme. Statt Fuß­ball­kar­neval gab es dieses Mal Leitz-Ordner-Fuß­ball. War auch okay.