Seite 2: Steigt der HSV wegen Scooter ab?

Inter­es­sieren Sie sich für EM oder WM, die Fuß­ball-Mega-Events schlechthin?
Ja. Aber ich halte da eher mit den kleinen Teams. Die Island-Geschichte bei der EM war natür­lich schön. Auch wenn der Hype fast ein wenig zu groß wurde.

Island fährt auch zur WM nach Russ­land. Trotz des Erfolgs wirkt die Mann­schaft immer noch wie Die Nerven auf dem Rock am Ring.
Inter­es­santer Ver­gleich. Im Fuß­ball und in der Musik geht es für die Kleinen oft darum, kreativ und inno­vativ zu sein. Wir fühlen uns mit ein paar anderen Bands in Stutt­gart ganz wohl.

Was für ein Typ Fan sind Sie?
Kein Schreier, kein Dau­er­sänger, eher ein stiller Beob­achter. Ich stehe gerne in der Cann­statter Kurve, im Block über den Ultras.

Mögen Sie die Tor­hymne des VfB?
Bro hym“ von Pen­ny­wise ist immerhin ein Punk­song. Ist schon okay – zumin­dest wenn man sich die Sta­dion- oder Tor­songs bei anderen Ver­einen anhört.

Steigt der HSV wegen seiner Tor­hymne von Scooter ab?
Weil nie­mand treffen will? Inter­es­sante These. Aber der HSV ist schon so oft nicht abge­stiegen, an Scooter wird’s nicht liegen.

Warum gibt es eigent­lich keine gute Sta­di­on­musik?
Viele Songs sind ja gar nicht schlecht. Weil sie aber in Dau­er­schleife gespielt werden, kann man sie irgend­wann kaum noch von der anderen Kir­mes­musik unter­scheiden. So geht es mir etwa mit dem Song Seven Nation Army“ von den White Stripes.

Warum schreiben Sie keinen Sta­di­on­song?
Mache ich gerade.

Wirk­lich?
Als bei der Auf­stiegs­party so viele Songs mit VfB-Bezug liefen, sagte ich zu einem Freund: Komm, lass uns auch einen schreiben. Der wird doch bestimmt mal im Sta­dion gespielt.“ Das fände ich schon ganz gut.

Die Nerven als Sta­di­on­rock­band?
Bei Babels­berg 03 haben sie mal einen Song von uns in der Halb­zeit­pause gespielt. Habe ich jeden­falls gelesen. Ich finde auch, dass Rock­musik und Fuß­ball gut zusammen passen. Ich bin ein Fifa-Kind und erin­nere mich noch an die Fifa-Sound­tracks von früher: da war immer viel Indie­rock dabei, Bloc Party, Blur oder Radiohead. 

Haben Sie schon mal einen Fuß­ball­profi bei einem Nerven-Kon­zert gesehen?
Nein. Viel­leicht kommt Chris­tian Streich mal vorbei, der hat einen ähn­li­chen Musik­ge­schmack. Er war mal bei The Notwist in Straß­burg. Davon gibt es sogar ein Foto bei Face­book.

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Chris­tian Streich mit Notwist-Schlag­zeuger Andi Haberl und Bas­sist Micha Acher. (www​.face​book​.com/​t​h​e​n​o​twist)

Gaizka Men­dieta, ehe­mals teu­erster Spieler der Welt, hat nach seinem Kar­rie­re­ende viel Geld in Schall­platten gesteckt. Er legt als DJ auf und spielt Musik von Pave­ment, The Jam, Dino­saur Jr. und ähn­li­ches.
Ähn­lich wie Mehmet Scholl. Der hat ja ein Label, einen Club und legt gut auf. Seine letzten Aus­sagen zum aktu­ellen Fuß­ball konnte ich aller­dings nicht teilen.

Bei­trag über DJ Men­dieta

Über wessen Besuch würden Sie sich denn freuen? 
Thomas Hitzl­sperger und Mario Gomez finde ich gut. Und vor allem von Martin Harnik.

Ihr Lieb­lings­spieler?
An ihm scheiden sich die Geister. Aber er ist ein guter Typ. Ich trai­niere seit einiger Zeit eine Mann­schaft mit geistig Behin­derten. Auf einem Termin trafen wir die VfB-Spieler. Martin Harnik, Georg Nie­demreier und Chris­tian Gentner fand ich echt ange­nehm. Die hatten über­haupt keine Berüh­rungs­ängste und wirkten recht natür­lich. Die haben jeden­falls nicht geredet, als hätten sie Flos­keln aus dem Medi­en­trai­ning aus­wendig gelernt.

Janusz Gora hat ver­mut­lich nie ein Medi­en­trai­ning gehabt. Hätte so einer im aktu­ellen Fuß­ball­ge­schäft noch eine Chance?
Heute folgt ein Auf­schrei, wenn ein Spieler mal eine andere Mei­nung hat. Sogar ein Per Mer­te­sa­cker wird tage­lang durch die Medien gezerrt, wenn er sagt, dass er sich in die Eis­tonne legen wird oder über Ängste spricht. Spieler wie Sandro Wagner oder Max Kruse gelten als Rie­sen­re­bellen, weil sie etwas direk­tere Ant­worte geben. So hörten wir bald nur noch Scha­blo­nen­sätze. Ein Typ wie Jora hätte es mit seiner for­schen Art ver­mut­lich sehr schwer. Das ist schade – und viel­leicht der eigent­liche Skandal!

Die Nerven ver­öf­fent­li­chen diese Woche ihr neues Album Fake“. Kann man hier oder hier oder in jedem anderen gut sor­tierten Plat­ten­laden kaufen. Auf Tour ist die Band auch. Zum Bei­spiel heute Abend in Wies­baden, Samstag in Berlin und am Sonntag in Ham­burg. Alle Tour­daten auf der Face­book­seite.