Seite 8: Bester Schiedsrichter | Manuel Gräfe

1. Manuel Gräfe – 37 Punkte

2. Dr. Felix Brych – 36 Punkte

3. Deniz Aytekin – 36 Punkte

Der Lange aus dem Wed­ding weiß um die hohe Kunst der Schieds­rich­terei

1,96 Meter Kör­per­länge allein sind noch kein Aus­druck von Größe, außer man weiß sie auch ein­zu­setzen. Bei Manuel Gräfe ist das so, er bringt auf dem Platz lässig jeden Zen­ti­meter zum Ein­satz, und das ermög­licht es ihm, die hohe Kunst der Schieds­rich­terei zu pflegen. Die besteht näm­lich darin, das Spiel lau­fen­zu­lassen. Dazu bedarf es echter Auto­rität, weil Spieler so was gerne als Frei­fahr­schein zum Regel­bruch inter­pre­tieren. Aber mit sol­chen Zwer­gen­auf­ständen soll mal einer dem Langen aus Berlin kommen, der auf den Straßen des Wed­ding auf­ge­wachsen ist. Da, wo es etwas härter zugeht, woher Kevin-Prince Boateng stammt und wo Gräfe bei Rapide Wed­ding in der Jugend zusammen mit Robert Kovac gespielt hat, dem heu­tigen Co-Trainer von Ein­tracht Frank­furt. Manuel Gräfe hält was aus, wes­halb er inzwi­schen beson­ders gerne da ein­ge­setzt wird, wo die Luft brennt und der Druck richtig hoch ist. Etwa am letzten Spieltag, Ham­burger SV gegen Wolfs­burg. Aus­ge­rechnet der HSV, den er angeb­lich in der Rele­ga­tion zwei Jahre zuvor bevor­teilt hatte. Alle jaulten auf, und hin­terher war von allem Mög­li­chen die Rede, nur den Langen hatten alle über­sehen, was natür­lich das beste Kom­pli­ment über­haupt war.