Seite 7: Bester Newcomer | Ousmane Dembélé

1. Ous­mane Dem­bélé – 77 Punkte

2. Kai Havertz – 33 Punkte

3. Serge Gnabry – 30 Punkte

Der fran­zö­si­sche Stürmer sollte behutsam an die erste Elf her­an­ge­führt werden. Das hat zum Glück nicht geklappt

Ich war im Sta­dion, als der 17-jäh­rige Eike Immel in seinem ersten Liga­spiel die Stürmer des FC Bayern zur Ver­zweif­lung brachte. Ich war im Sta­dion, als Daniel Simmes zwei Monate nach seinem 18. Geburtstag ein Solo über 70 Meter hin­legte, sieben Lever­ku­sener aus­spielte und das Tor des Jahres erzielte. Ich war auch im Sta­dion, als der 18-jäh­rige Lars Ricken in der 118. Minute La Coruña aus dem UEFA-Cup schoss. Aber die viel­leicht ver­blüf­fendste Leis­tung eines Teen­agers im Trikot von Borussia Dort­mund habe ich nur aus der Ferne bestaunt. Das war am 26. April 2017, beim Pokal­halb­fi­nale in Mün­chen. Eine Stunde lang tat Ous­mane Dem­bélé alles, um Dort­munds Fans in den Wahn­sinn zu treiben. Er drib­belte, wenn er schießen musste. Er schoss, wenn er drib­beln musste. Er spielte selbst­mör­de­ri­sche Fehl­pässe und holte sich eine dumme Gelbe Karte ab. Es war nicht das erste Mal in der Saison, dass Dem­bélé bei fast jeder Aktion die fal­sche Ent­schei­dung traf. Bisher hatte sich die Geduld seines Trai­ners meis­tens aus­be­zahlt: Am Ende gelang dem jungen Fran­zosen dann doch ein Genie­streich, ein fre­cher Haken oder ein per­fektes Zuspiel, die zu einem Tor führten. Doch dies war ein K.o.-Spiel gegen die beste Mann­schaft des Landes, und der BVB lag zurück. Es war nicht der Ort und nicht die Zeit, um öffent­lich Nach­sicht mit einem 19-Jäh­rigen zu demons­trieren. Um 22.06 Uhr ver­schickte ich eine WhatsApp-Nach­richt mit dem Text: Dem­bélé braucht eine Pause.“ Um 22.11 Uhr berei­tete er das 2:2 mit einer Flanke vor, die wei­cher als ein Baby­popo war. Um 22.16 Uhr ließ er David Alaba aus­steigen, schlenzte den Ball in den Winkel und brachte den BVB ins Finale. Wo ich so dar­über nach­denke: Die Pause kann er sich auch jetzt im Sommer nehmen.