Seite 4: Typ der Saison | Ewald Lienen

1. Ewald Lienen – 53 Punkte

2. Marco Russ – 47 Punkte

3. Fritz von Thurn und Taxis – 28 Punkte

Bei St.Pauli zeigte er, was ihn aus­macht: harte Arbeit und der Blick über den Tel­le­rand

Wie Ewald Lienen tickt, lässt sich mit einer Anek­dote erklären. 2011 reisten wir nach Bie­le­feld, um über den DSC Arminia zu schreiben. Lienen hatte den strau­chelnden Zweit­li­gisten in aus­sichts­loser Mis­sion über­nommen, es gab viel zu bereden. Irgend­wann kam das Gespräch zufällig auf Mön­chen­glad­bach, wo Lienen einst die erfolg­reichsten Zeiten seiner Spie­ler­kar­riere ver­bracht hatte. Mön­chen­glad­bach“, sin­nierte er. jetzt muss ich dir mal was über Mön­chen­glad­bach erzählen.“ Es folgte ein halb­stün­diger Vor­trag über die Beam­ten­stadt“ und was eine jahr­zehn­te­lange CDU-Regie­rung mit ihr gemacht habe. Die Zeit ver­rann … die schöne Bie­le­feld-Story. Aber egal: Denn exakt so ist Ewald Lienen. Ein im sym­pa­thi­schen Sinne ver­schro­bener Frei­geist, der den Fuß­ball liebt, aber nach seiner davon unab­hän­gigen Agenda lebt und das große Ganze, sprich: die gesell­schaft­li­chen Zusam­men­hänge, nie aus den Augen ver­liert. Genau so ist er auch seine Auf­gabe beim FC St. Pauli ange­gangen und wirkte im Abstiegs­kampf fast noch sou­ve­räner als zuvor am anderen Ende der Tabelle. Dafür, ihn in heikler Lage nicht ent­lassen zu haben, gebührt auch dem Klub ein Preis. Mit Platz sieben haben beide die ver­diente
Beloh­nung bekommen.