Seite 2: Gartenarbeit für die Zukunft des Sohnes?

Der Verein hin­gegen bestreitet die schwer­wie­genden Kor­rup­ti­ons­vor­würfe gegen seine Ange­stellten und Mit­ar­beiter. Viel mehr, so Gras­shopper Zürich, seien es die Eltern und die Berater der Jugend­ki­cker, die immer wieder Druck machten und Trainer in schwie­rige Situa­tionen brächten. Schon beim obli­ga­to­ri­schen Halb­jah­res­ge­spräch über den aktu­ellen Leis­tungs­stand eines Jüng­lings würden kor­rum­pie­rende Geschenke gemacht, bei­spiels­weise eine schöne Fla­sche Wein. Aber Geld? Oder Sex?

Zuletzt trennte sich der Verein von fünf seiner Jugend-Coa­ches. Drei von ihnen, so der Tech­ni­sche Leiter Roman Hang­arter, hätten pri­vates Zusatz­trai­ning für Gras­shopper-Talente ange­boten – gegen ent­spre­chende Bezah­lung, ver­steht sich. Das sei inak­zep­tabel. In den anderen beiden Fällen habe man ver­eins­schä­di­gendes Ver­halten“ fest­ge­stellt. In Zukunft wolle man alle Trainer sen­si­bi­li­sieren“, damit diese sich auf die Aus­bil­dung auf dem Platz kon­zen­trierten.

Gar­ten­ar­beit für die Zukunft des Sohnes?

Auch Tätig­keiten in Haus und Garten müssen die Coa­ches in Zukunft wohl wieder selbst erle­digen – oder ord­nungs­gemäß bezahlen. Ein Spieler-Vater berichtet gegen­über dem Blick“ von einer weit ver­brei­teten Praxis hand­werk­li­cher Gefäl­lig­keiten durch Papas, um die Ent­scheider bei Gras­shopper gnädig zu stimmen: Man hörte, dass der dama­lige Foo­teco-Koor­di­nator (Förder-Chef; Anmer­kung der Redak­tion) sich vom Vater eines Spie­lers die Plättli (Fliesen bzw. Kacheln; Anmer­kung der Redak­tion) legen und von einem andern den Garten machen ließ. Auch wenn er dafür bezahlt hätte, wäre eine solche Bezie­hung meiner Mei­nung nach nicht kor­rekt. Die Eltern stehen unter Druck, für ihr Kind mit­ziehen zu müssen. Es ist eine Frech­heit, dass es sei­tens von GC so dar­ge­stellt wird, dass die Eltern Druck machen.“

Das Übel habe seinen Lauf genommen, als der Verein zwei Jugend­trainer aus Ex-Jugo­sla­wien ver­pflichtet habe: Da fing die Vet­ter­li­wirt­schaft an“, behauptet ein Spieler-Vater. Immer mehr Spieler mit Wur­zeln im Balkan kamen ins Team.“ Der Klub ent­gegnet: Diese Behaup­tung ist falsch. Bei der Nach­wuchs­ar­beit von GC werden keine Bevor­zu­gungen geduldet.“ Wirk­lich? Einmal, so der Vater, habe er den dama­ligen Schweizer U16-Natio­nal­trainer gefragt, warum sein Filius nicht berufen worden sei. Marini habe ent­gegnet, er hätte vom Klub die Info erhalten, der Sohn sei nicht fit. Weil die Eltern nicht zahlen wollten?

Ein anderer Papa erzählt: Der Trainer unseres Kindes kam im zweiten Halb­jahr auf uns zu und emp­fahl uns, in Pri­vat­trai­nings für unseren Sohn zu inves­tieren. Gleich­zeitig sei es am besten, die Trai­nings bei ihm zu machen. Der Preis pro Trai­ning betrage 100 Franken. Als ich meine Bedenken äußerte, sagte er, dass die meisten Kids die Pri­vat­aus­bil­dung bei einem ihrer Trainer absol­vierten.“ Laut eines Blick“-Berichts sei der betref­fende Nach­wuchs­coach übri­gens bis heute bei Gras­shopper Zürich tätig.