Eine Sache eint Fuß­ball­fans überall auf der Welt und über alle Ver­eins­grenzen hinweg: In der Regel wissen sie alles besser.

Der Trainer hätte den 17-Jäh­rigen Links­außen auf­stellen sollen, der in der Junioren-Bun­des­liga für Furore sorgt und im Prinzip jetzt schon reif für die Natio­nalelf ist. Gut, man hätte ihn jetzt noch nicht selbst spielen gesehen, aber das Forum auf trans​fer​markt​.de“ lässt eigent­lich keine Zweifel auf­kommen und User Hotzenplotz25“ hatte bisher eigent­lich noch immer Recht. Also zumin­dest dieses eine Mal vor sechs Jahren. 

Aber auch Sport­di­rek­toren sind nicht vor der Bes­ser­wis­serei geschützt. War doch klar, dass der 12-Mil­lionen-Ein­kauf aus Hol­land nicht funk­tio­niert! Der ist auf Flanken ange­wiesen, und kommt eh nur in der Box zur Gel­tung! Und über­haupt – Hol­land ist nicht umsonst so flach! Die Bun­des­liga ist ein­fach ein anderes Level! Sagen sie, kurz nachdem sie den Kom­mentar unter dem High­light-Video gelöscht haben, das kurz vor der Ver­pflich­tung hoch­ge­laden wurde und in dem es heißt: Will­kommen beim besten Klub der Welt!“

Mög­lich aber unwahr­schein­lich

Womit wir bei Max Eberl wären, oder besser gesagt: der Aus­nahme Max Eberl. Denn der Sportdirektor/​Manager/​Macher von Borussia Mön­chen­glad­bach hat sich in seinen inzwi­schen zehn Jahren in Amt und Würden einen Ruf erar­beitet, den nur wenige Haupt­ver­ant­wort­liche im Welt­fuß­ball für sich ver­bu­chen können: Der Eberl, der weiß schon was er macht.“

Das war nicht immer so. Als er im Oktober 2008 vom Leiter der Nach­wuchs­ab­tei­lung zum Sport­di­rektor beför­dert wurde, stand Eberl schnell im Gegen­wind. Ex-Bun­des­trainer und Glad­bach-Legende Berti Vogts sollte später sagen: Er weiß ja gar nicht, wie er in diese Posi­tion gekommen ist. Wahr­schein­lich ist er zufällig mit dem Fahrrad vor­bei­ge­fahren.“ Ex-Mit­spieler Stefan Effen­berg wollte zusammen mit Berti Vogts und im Rahmen der Initia­tive Borussia“ ver­su­chen, die Füh­rung im Klub zu über­nehmen. Sie schei­terten und haben ihren Irrtum über die Person Eberl längst offen ein­ge­räumt.

Das ehrt die beiden, liegt aber auch auf der Hand. Unter Eberl hat der Verein eine Ent­wick­lung genommen, die man zwar für mög­lich aber doch auch für unwahr­schein­lich gehalten hatte. Und auch wenn er für die jüngsten Erfolge natür­lich nicht allein ver­ant­wort­lich ist, gibt es doch viele durch und durch posi­tive Weg­marken, die eng mit seinem Namen ver­bunden werden müssen.