Andreas Lumpi“ Lam­bertz, seit 2005 spielt For­tuna Düs­sel­dorf in der neuen Arena. Als Sie 2002 zum Verein kamen, fanden die Heim­spiele noch im Paul-Janes-Sta­dion statt. Ver­missen Sie die alte Spiel­stätte?
Im Paul-Janes-Sta­dion zu spielen, war immer sehr schön, da es meis­tens mit 7200 Zuschauern aus­ver­kauft war. Es war sehr kom­pakt und wir sehr nah an den Fans dran. Da wir dort den Auf­stieg von der Ober­liga in die Regio­nal­liga gefeiert haben, werde ich das Sta­dion immer in guter Erin­ne­rung behalten. Aber mir fehlt das Paul-Janes-Sta­dion nicht. Zumal wir mitt­ler­weile einen Schnitt von 28 000 Zuschauern errei­chen. Und die Umklei­de­ka­binen sind in der neuen Arena bestimmt
dop­pelt so groß!

Da freut sich der moderne Profi …
Nein, ehr­lich gesagt sind diese Details total unwichtig. Als Profi bist du so auf das Spiel kon­zen­triert, dass du von der Umge­bung kaum etwas mit­be­kommst. Mit Aus­nahme der Atmo­sphäre, die ist in der Arena gewaltig und mit der im Paul-Janes-Sta­dion nicht ver­gleichbar.

Von der Stim­mung im eigenen Haus schwärmt jeder Spieler. Aber was hat die Arena, was andere Sta­dien nicht haben?
Vor unseren Spielen über­nachten wir als Mann­schaft zusammen im Hotel. Das haben wir sogar zu Ober­li­ga­zeiten so gehand­habt. Für uns ist es daher eine wun­der­bare Sache, dass es nun ein ins Sta­dion inte­griertes Hotel gibt. Wenn wir nach dem Auf­stehen quasi schon auf dem Platz stehen und nicht noch Anfahrts­wege haben, können wir am Abend vorher auch mal länger zusam­men­sitzen.

Haben Sie ein Zimmer mit Blick auf den Rasen?
Die gibt es leider nicht, es gibt nur ein Hotel­re­stau­rant mit Blick auf den Platz. Aber wir haben einen Kon­fe­renz­raum für uns, wo wir essen und Fuß­ball gucken. Oft schauen wir uns da die Frei­tags­spiele an. Das ist eine opti­male Vor­be­rei­tung.

Das Sta­dion ist Teil einer Mul­ti­funk­ti­ons­arena und erin­nert äußer­lich mehr an ein Ein­kaufs­zen­trum. Rund um die Arena gibt es ins­ge­samt 22 000 Park­plätze, davon ein Groß­teil im Bauch der Arena und über meh­rere Etagen ver­teilt. Haben Sie sich in den Kata­komben schon ver­laufen?
Wir parken immer direkt im Hotel und gehen nach der Bespre­chung gemeinsam in die Sta­di­on­ka­binen. Es ist also fast unmög­lich, sich zu ver­laufen. Diese Wege ver­in­ner­licht man schnell. Ich muss aber gestehen, dass ich die anderen Seiten der Mul­ti­funk­ti­ons­arena mit den Kon­zerten und was da alles pas­siert, gar nicht kenne, da ich nicht so der Kon­zert­gänger bin.

Bei den Spielen ist die Arena im Schnitt nur halb voll. Wünscht man sich nicht manchmal eine klei­nere, dafür aus­ver­kaufte Heim­stätte?
Ich finde, wir haben ein geiles Sta­dion. Bei unserem Spiel um den Auf­stieg in die zweite Liga gegen Werder Bremen II im Mai 2009 stellten wir mit 50 095 Besu­chern den Zuschau­er­re­kord für Dritt­li­ga­fuß­ball auf und machten mit einem 1:0‑Sieg den Auf­stieg per­fekt. Sie können sich nicht vor­stellen, was da los war. Aber es sind in letzter Zeit nicht nur deut­lich mehr Zuschauer gekommen. Auch der Bau des Sta­dions trägt zu einer ent­spre­chenden Geräusch­ku­lisse bei.

Sie spielen auf das ver­schließ­bare Dach an.
Das Dach ist bei unseren Spielen meis­tens offen, aber dadurch, dass es über die Ränge bis zur Rasen­kante hin­aus­ragt und das Sta­dion an den Seiten geschlossen ist, kann der Schall nicht ent­wei­chen und es ent­steht eine beson­dere Akustik. Letzt­lich ist die Stim­mung in der Arena dadurch deut­lich besser, als sie im aus­ver­kauften Paul-Janes-Sta­dion je sein könnte.

Diese beson­dere Stim­mung sorgte zuletzt für Auf­re­gung, weil sie wohl auch auf Schieds­richter Ein­druck macht. Der Trainer von Ein­tracht Frank­furt, Armin Veh, wies in diesem Zusam­men­hang auf die vielen Elf­meter hin, die für die For­tuna gepfiffen würden.
Solche Debatten sind für mich Neben­schau­plätze. Ich glaube nicht, dass sich die Schiris irgendwie beein­flussen lassen. Die sind alle Profi genug, dass sie ihr Ding durch­ziehen. Die Stim­mung hat viel­mehr Ein­fluss auf uns und ist selbst dann noch gut, wenn es mal nicht so rund läuft im Spiel.

Beim Bau des Sta­dions ver­gaßen die Archi­tekten nicht nur die Pres­se­tri­büne, son­dern ver­zich­teten auch auf die Steh­plätze. Die Fans von For­tuna gingen auf die Bar­ri­kaden.
Für die Fans war es keine gute Situa­tion. Die haben dann dort gestanden, wo eigent­lich Sitz­plätze waren, und auf Ban­nern und Pla­katen Steh­plätze ein­ge­for­dert. Die haben sie dann letzt­lich auch bekommen, und jetzt ist die Stim­mung noch mal besser. Da muss man unseren Fans ein großes Kom­pli­ment machen.

Es gibt nun 9917 offi­zi­elle Steh­plätze. Wo trifft man Sie denn an, wenn Sie nicht spielen können?
Wenn ich mal gesperrt bin oder ver­let­zungs­be­dingt nicht spielen kann, dann sitze ich meis­tens mit meiner Familie auf der Haupt­tri­büne. In der Fan­kurve zu stehen, ist natür­lich auch schön, aber meis­tens möchte ich lieber in Ruhe alles beob­achten können. Von der Haupt­tri­büne hat man ein­fach den bes­seren Über­blick.