Zahlen zum Team
FIFA-Rang: 66
WM-Teil­nahmen: 11
Ein­wohner: 142 400 000

Noch eine Zahl zum Team
1994 gewann Oleg Salenko den Gol­denen Schuh“ als bester WM-Tor­schütze. Sechs Treffer erzielte der bul­lige Stürmer, allein fünf glückten ihm gegen Kamerun – Rekord. Blöd nur: Seine Russen schieden trotzdem in der Vor­runde aus, wes­halb Salenko der ein­zige WM-Tor­schüt­zen­könig ist, der nicht mehr als die Grup­pen­phase gesehen hat. 2010 kün­digte er an, seinen Gol­denen Schuh ver­kaufen zu müssen: Mein kleines Geschäft ist durch die welt­weite Finanz­krise in Schwie­rig­keiten geraten. Ich muss einige Schulden abbe­zahlen“, erklärte er. Inter­es­senten aus dem ara­bi­schen Raum bieten über 500 000 Dollar.“

Spitz­name
Sbor­naja

Der Trainer
Als Tor­hüter des FC Tirol wurde Sta­nislaw Sala­mo­witsch Tschertsch­essow drei Mal in Folge Meister, in der letzten Saison gecoacht von Jogi Löw. Als Trainer holte der stoi­sche Russe mit Legia War­schau 2016 das Double.

Der Kapitän
Igor Akin­fejew wurde bereits als 17-Jäh­riger zum Stamm­tor­hüter bei ZSKA Moskau. Seitdem hat er den Platz nicht mehr geräumt. Für die Natio­nal­mann­schaft kommt er auf über 100 Län­der­spiele und stand bereits vor zehn Jahren, beim Halb­fi­nal­einzug der Russen bei der EM in Öster­reich und der Schweiz, zwi­schen den Pfosten. Außerdem ist der Mann der Legende nach großer Fan der 90er-Jahre-Dance-Musiker von Ruki vverch“. Wer wissen will, warum diese Band über Umwege auch in Deutsch­land bekannt ist, sollte unbe­dingt ihren Song Pesenka“ googlen.

Der Star
Vor drei Jahren machte es bei Fedor Smolow klick. Seitdem netzt der Mit­tel­stürmer von FK Kras­nodar, der einst in Rot­terdam nicht glück­lich wurde, so ver­läss­lich wie kein zweiter Russe. Trifft er auch bei der WM, sollte die Mann­schaft zumin­dest die Vor­runde über­stehen.

Stamm­tisch­wissen
Sergei Gor­lu­ko­witsch hält einen WM-Rekord. Er sah 1994 gegen Schweden schon in der ersten Minute Gelb.

Die Anek­dote
Dieses Magazin wid­mete Sta­nislaw Tschertsch­essow einst einen Bei­trag in der Rubrik Mit­tel­mä­ßige Fuß­baller der Bun­des­li­ga­ge­schichte“. Im Wesent­li­chen ging es um den dichten Schnauz des ehe­ma­ligen Tor­hü­ters von Dynamo Dresden. Man darf mut­maßen, dass Tschertsch­essow die lie­be­volle Schmä­hung nicht gejuckt haben wird (wenn er sie über­haupt gelesen hat). Langmut soll ja eine Grund­tu­gend des heute 55-Jäh­rigen sein. Er kann sie gebrau­chen, in einem Job, den manche als Him­mel­fahrts­kom­mando bezeichnen. Seit zwei Jahren trai­niert Tschertsch­essow die rus­si­sche Natio­nal­mann­schaft. Ver­bands­leute wie Igor Lebedew erwarten nun beim Heim­tur­nier min­des­tens den Halb­fi­nal­einzug der Sbor­naja. Eine ambi­tio­nierte For­de­rung, sowohl bei der EM in Frank­reich auch als beim Confed Cup war für die Russen in der Vor­runde Schluss. Das Kern­pro­blem beschreibt der Trainer so: Löw hat zu viele gute Spieler, ich habe zu wenige.“