Seite 2: Düsseldorf, Werder, Paderborn

16. For­tuna Düs­sel­dorf (17 Punkte, 21:46 Tore)

Seit Uwe Rößler den Trai­ner­posten in Düs­sel­dorf über­nahm, holte die For­tuna nur zwei Punkte in drei Spielen. Der Abstand auf den ret­tenden Rang 15 stieg von drei auf fünf Zähler. Das sind die nackten Zahlen.

Die Leis­tungen der For­tuna spre­chen aber eine andere Sprache. Selbst beim 1:4 gegen Borussia Mön­chen­glad­bach war zu spüren: Diese Mann­schaft lebt. Unter Rößler spielt die For­tuna akti­veren Fuß­ball. Die Mann­schaft läuft den Gegner früher an, zwingt diesen so in Zwei­kämpfe, will mutig nach vorne spielen.

Vor allem fuß­bal­le­risch hat die Mann­schaft einen Schritt nach vorne gemacht. Die For­tuna sucht öfter den Weg über das Mit­tel­feld-Zen­trum. Hier ist der wieder gene­sene Kevin Stöger der Fix­punkt. Die For­tuna hat deut­lich mehr Ball­be­sitz als unter Funkel, sie zeigt sogar Ansätze eines Kom­bi­na­ti­ons­fuß­balls. Bleibt nur die Frage, ob die Düs­sel­dorfer ihre Leis­tungen in abseh­barer Zeit in Punkte ummünzen können – oder ob sie in Schön­heit absteigen. Das Poten­tial für eine Auf­hol­jagd ist vor­handen.

17. Werder Bremen (17 Punkte, 25:51 Punkte)

Die Geschichte ist oft genug erzählt worden: Vor der Saison träumte Werder von Europa, nun droht dem Verein der erste Abstieg seit dreißig Jahren. Die Zahlen deuten vor allem auf ein Defen­siv­pro­blem hin: Kein Bun­des­liga-Team kas­sierte mehr Gegen­tore. Bremen ist das zweit­schlech­teste Team nach Stan­dards (zwölf Gegen­tore), erzielte zudem mehr Eigen­tore als jeder andere Bun­des­li­gist (drei).

Das ist aber nur die halbe Geschichte. Tat­säch­lich zeigte sich die Mann­schaft im Spiel gegen den Ball zuletzt ver­bes­sert. Sie ver­tei­digten kom­pakt und arbei­teten geschlossen gegen den Ball. Das hilft aber wenig, wenn die eigene Offen­sive kom­plett in der Luft hängt. Ent­las­tung ist Fehl­an­zeige, Krea­ti­vität aus dem Mit­tel­feld ebenso. Hinzu kommt, dass vorne jeg­liche Kör­per­lich­keit fehlt. In der Rück­runde wartet Werder noch immer auf einen eigenen Treffer in der Bun­des­liga; die beiden erzielten Tore gegen Augs­burg (1:2) und Düs­sel­dorf (1:0) waren Eigen­tore des Geg­ners.

Die Hoff­nungen ruhen ent­spre­chend auf Stürmer Davie Selke. Er soll wieder ver­mehrt Prä­senz im Straf­raum zeigen. Das zeigt, wie dünn Bre­mens Per­so­nal­decke ist. Lange Zeit brauchte es Fan­tasie, um sich einen Bremer Abstieg aus­zu­malen. Nun braucht man viel Vor­stel­lungs­kraft, um sich aus­zu­malen, wie sie den Abstieg noch abwenden wollen. Und wie lange Flo­rian Koh­feldt noch Trainer der Bremer bleiben kann.

18. SC Pader­born (16 Tore, 27:47)

Hätte man den Pader­borner Fans vor der Saison gesagt, sie würden nach 22 Spiel­tagen nur einen Punkt vom Rele­ga­ti­ons­rang ent­fernt sein: Die meisten hätten diese Aus­gangs­lage dan­kend ange­nommen. Das ist Pader­borns große Stärke: Die Ver­ant­wort­li­chen und das Umfeld wissen, wo der Verein her­kommt.

Für Pader­born spricht zudem, dass sie end­lich in der Bun­des­liga anzu­kommen scheinen. Trainer Steffen Baum­gart bleibt seinem Stil zwar größ­ten­teils treu. Seine Mann­schaft soll offen­siven Fuß­ball spielen, sprich: den Gegner früh stören und flach aus der Abwehr her­aus­spielen.

Pader­born agiert dabei aber nicht mehr ganz so naiv, wie sie dies noch in der Hin­runde taten. Die Zahl der unnö­tigen Ball­ver­luste hat sich dras­tisch ver­rin­gert, bei Kon­tern rücken sie nicht mehr vogel­wild nach vorne. Mitt­ler­weile schaffen sie es, ihre große Stärke – die hohe Geschwin­dig­keit ihrer Stürmer – immer öfter gewinn­brin­gend ein­zu­setzen. Das lässt den Klas­sen­er­halt nicht gänz­lich unrea­lis­tisch erscheinen. Den­noch: Der indi­vi­du­elle Unter­schied zu den übrigen Bun­des­li­gisten – und auch zu den anderen Abstiegs­kan­di­daten – bleibt riesig. Ein Nicht­ab­stieg wäre eine Sen­sa­tion.