Spieg­lein, Spieg­lein an der Wand – wer ist das schlech­teste Bun­des­liga-Team im ganzen Land? Langsam aber sicher geht die Bun­des­liga in die heiße Phase. Welche Teams müssen um den Nicht­ab­stieg bangen? Wie stehen die Chancen, dass der Klas­sen­er­halt gelingt? Wir machen den Abstiegs­kampf-Check.

13. Hertha BSC (26 Punkte, 27:38 Tore)

Mil­lionen-Trans­fers, Klins­mann-Aus, Wind­horst-Pres­se­kon­fe­renz: Bei Hertha geht es dieser Tage tur­bu­lent zu – überall außer auf dem Feld. Alex­ander Nouri galt schon unter Klins­mann als maß­geb­li­cher Gestalter der tak­ti­schen Aus­rich­tung. Die Devise lautet: Die Defen­sive muss stehen! Unter Nouri ver­tei­digen die Ber­liner tief und stehen eng am Mann. Aus einem 5 – 3‑2-System ver­su­chen sie, ihre schnellen Stürmer ein­zu­setzen.

Ihre größ­ten­teils defen­sive Her­an­ge­hens­weise passt kaum zum selbst aus­ge­ru­fenen Motto, ein Big City Club“ zu werden. Er funk­tio­niert aber im Kampf gegen den Abstieg. Für Nouri spricht die Defen­siv­bi­lanz: Nur drei­zehn Gegen­tore kas­sierte die Hertha in zehn Bun­des­liga-Par­tien.

Für höhere Auf­gaben emp­fiehlt sich Nouri damit zwar nicht. Zumin­dest aber ist die Mann­schaft auf dem besten Weg in Rich­tung Klas­sen­er­halt. Alle Ber­liner Fans sollten jedoch hoffen, nicht allzu sehr in den Abstiegs­strudel zu geraten. Sollte von ihrer Mann­schaft irgend­wann spie­le­ri­sche Lösungen aus dem Mit­tel­feld gefragt sein, dürfte Nouris Fuß­ball an seine Grenzen stoßen.

14. 1. FC Köln (23 Punkte, 28:43 Tore)

Fünf Siege, ein Unent­schieden, vier Nie­der­lagen: Markus Gis­dols Bilanz in Köln kann sich durchaus sehen lassen. Zwar funk­tio­niert Gis­dols recht simples 4 – 4‑2-System defensiv gegen die Größen der Liga nicht. Zuletzt gab es zwei deut­liche Nie­der­lagen gegen Borussia Dort­mund (1:5) und den FC Bayern Mün­chen (1:4).

Dafür gewinnt Köln die Duelle gegen Teams, die indi­vi­duell auf Augen­höhe sind – siehe der deut­liche 4:0‑Sieg gegen Frei­burg oder der 1:0‑Erfolg gegen Werder Bremen. Gis­dols Team punktet dank einem kom­pakten Mit­tel­feld. Gis­dols Maß­nahme, jungen Spie­lern Ein­satz­chancen zu geben, fruchtet und garan­tiert dem Team mehr Tempo.

Und doch ver­bleiben Fra­ge­zei­chen. Wie stabil ist das Gisdol-System wirk­lich? Er baut stark auf die Physis seiner Spieler, ein kon­struk­tives Spiel durch das Mit­tel­feld gibt es selten. Umso wich­tiger ist es, in den anste­henden Par­tien gegen Hertha, Schalke und Pader­born das Polster auf die Abstiegs­ränge aus­zu­bauen.

15. FSV Mainz 05 (22 Punkte, 31:48 Tore)

Das 0:0 gegen Schalke am Wochen­ende bescherte den Main­zern gänz­lich neue Gefühle. Nicht nur war es ihr aller­erstes Unent­schieden in dieser Saison; es war auch das erste Heim­spiel, bei dem sie zu null spielten. Ent­spre­chend stellte Trainer Achim Bei­er­lorzer die Fort­schritte in der Defen­sive in den Vor­der­grund: Wir lassen nicht mehr viel zu, sind ver­läss­li­cher worden und nicht mehr die Schieß­bude der Liga.“

Dies war bisher das große Manko auf dem Weg zum Klas­sen­er­halt. Die Mainzer ließen zu viele Tore zu. Die Ursa­chen­fin­dung dafür ist nicht leicht. Die Mainzer ver­tei­digten kei­nes­wegs luftig, standen häufig dicht gestaf­felt und kom­pakt. Doch Fehler in der Abwehr sowie ekla­tante Schwä­chen bei Stan­dards luden ihre Gegner zu ein­fa­chen Tref­fern ein. Drei­zehn Tore ließ Mainz nach ruhenden Bällen zu – Liga-Höchst­wert.

Bei­er­lorzer konnte diese Schwach­stellen zuletzt aus­bes­sern. Dadurch kommt auch die solide Mainzer Offen­sive stärker zum Tragen. Unter Bei­er­lorzer blüht vor allem Robin Quaison als Links­außen auf, der dia­gonal zum Tor starten kann. Sein wenig krea­tives, aber klar erkenn­bares Offen­siv­kon­zept könnte den FSV zum Klas­sen­er­halt tragen – wenn die Defen­sive nicht wieder anfängt zu wackeln.