Kalle Del’Haye (1980−1985): Für ihn über­wies Hoeneß 1,3 Mil­lionen Mark nach Glad­bach und begrün­dete damit die Tra­di­tion, Spieler zu kaufen, um Gegner zu schwä­chen. In fünf Jahren erzielte der Stürmer sieben Tore, macht rund 186000 Mark pro Treffer. Nach dem Kar­rie­re­knick reichte es dann nur noch für Ver­träge in Düs­sel­dorf und Aachen.





Rad­milo Miha­jl­ovic (1989−1991): Einen völ­ligen Fehl­griff leis­tete sich der FCB mit der Ver­pflich­tung des ser­bi­schen Stür­mers, den man von Dinamo Zagreb los­eiste. Trotzdem ist mit diesem Spieler eine der größten Leis­tungen von Uli Hoeneß ver­bunden, als er es schaffte, den Vier-Tore-Mann nach 18 Monaten für sage und schreibe drei Mil­lionen Mark an Schalke zu ver­scher­beln.



Alan McI­nally (1989−1992): Mic & Mac“ alias Miha­jl­ovic und McI­nally sollten anno 1989 die Zukunft des FC Bayern sein. Nach einem viel ver­spre­chendem Start (zusammen erzielten sie alle drei Treffer beim Auf­takt­sieg gegen den 1.FC Nürn­berg) ging es für beide bergab und Roland Wohlfarth holte sich seinen Stamm­platz zurück.

Michael Stern­kopf (1990−1995): Mit dem dama­ligen Karls­ruher begannen die Bayern ihren jähr­li­chen Ein­kaufs­bummel beim KSC. Ihm folgten Mehmet Scholl, Oliver Kahn oder Torsten Fink. Böse Zungen behaupten, man habe ihn nur wegen seiner Fähig­keiten als Bravo-Coverboy ver­pflichtet. Fünf Jahre später nach Mön­chen­glad­bach abge­schoben.

Thomas Bert­hold (1991−1993): Kam als Welt­meister vom AS Rom. Nutzte die Zeit beim Rekord­meister, um sein Han­dicap zu ver­bes­sern. Nachdem ihm die Gol­flust ver­ging, erlebte er seinen zweiten Früh­ling beim VfB Stutt­gart, wo er sogar noch in den 94er WM-Kader rutschte.

Wal­demar Aure­liano Mazinho (1991−1994): Kam, um mit seinem Kol­legen Ber­nardo die Bun­des­liga zu erobern. Einer pas­sa­blen ersten Saison folgten schwache Jahre mit kon­stanter Tor­flaute, darf sich aber immerhin deut­scher Meister 1994 nennen. Hatte anschlie­ßend gute Jahre in Japan.

Fer­nando da Silva Ber­nardo (1991): Nur wenige Monate hielt es der Mil­lionen-Neu­zu­gang aus Sao Paolo in der bay­ri­schen Metro­pole aus. Nach nur vier Bun­des­liga-Ein­sätzen über­mannte ihn das Heimweh und er ließ seinen Lands­mann Mazinho zurück.

Adolfo Valencia (1993−1994): El Tren“ („Der Zug“) war der erste Kolum­bianer in Diensten des FCB. Erzielte zwar ordent­liche elf Treffer in 26 Spielen, machte aber grö­ßere Schlag­zeilen, weil er lieber in der Bade­wanne blieb, als zum Deutsch­un­ter­richt zu gehen. Nach einem Jahr zu Atlé­tico Madrid wei­ter­ge­reicht. Dank der Bayern-Clas­sics füllt er im DSF noch immer jede Win­ter­pause.

Jean-Pierre Papin (1994−1996): Der Wechsel des Seit­fall­zie­her­spe­zia­listen war Uli Hoeneß 5,5 Mil­lionen Mark wert. Aller­dings hatte Frank­reichs Super­star der frühen 90er seinen Zenit bereits weit hinter sich gelassen und konnte in Mün­chen nie an die Leis­tungen anknüpfen, die ihn 1991 zu Europas Fuss­baller des Jahres machten. Viel nach­hal­tiger war seine Rolle als Spott­ob­jekt in Olli Ditt­richs Becken­bauer-Par­odie. Star­tete jüngst elf Jahre nach seinem Rück­tritt ein Come­back bei AS Fac­ture Biganos Boïen.

Alain Sutter (1994−1995): Eine starke Saison in Nürn­berg machte den Schweizer für den FC Bayern inter­es­sant, bereits ein Jahr darauf endete aber der Wille zu einer wei­teren Zusam­men­ar­beit. Der SC Frei­burg griff zu und Sutter wurde zum Vor­la­gen­geber von Knipser“ Harry Dech­eiver.

Emil Kosta­dinov (1995−1996): Als es sich in der Bun­des­liga schickte, Bul­garen zu ver­pflichten, konnte auch der FC Bayern nicht wider­stehen. Aus Porto holte man Emil Kosta­dinov, einen der Leis­tungs­träger der Natio­nalelf, die kurz zuvor die WM in den USA auf­mischte. Bei den Bayern lief es weniger gut. Nach 18 Monaten ver­schwand er lautlos in die Türkei. Tauchte Jahre später für 4 Zweit­li­ga­spiele in Mainz auf.

Andreas Herzog (1995−1996): Kam im Paket mit König Otto“ Rehagel aus Bremen an die Isar, wo Hoeneß ein Dream Team“ zusam­men­stellen wollte. Von Olli Kahn wach­ge­rüt­telt, wurde dem Öster­rei­cher nach nur zwölf Monaten klar, dass seine Zukunft in der Ver­gan­gen­heit liegt und kehrte zu Werder zurück.

Otto Rehagel (1995−1996): Otto find ich gut,“ hieß es im Sommer 1995 an der Säbener Straße. Kein Gerin­gerer als König Otto wurde als Nach­folger für Gio­vanni Tra­pat­toni ver­pflichtet. Nach 14 erfolg­rei­chen Jahren in Bremen bot ihm der Bran­chen­primus eine neue Her­aus­for­de­rung. Von der Mün­chener Medi­en­land­schaft über­for­dert, wurde ihm eine Heim­nie­der­lage gegen Hansa Ros­tock zum Ver­hängnis. Kaiser Franz über­nahm und holte den UEFA-Cup.

Rug­giero Riz­zi­telli (1996−1998): Der erste Ita­liener, der von der Serie A in die Bun­des­liga wech­selte, ver­brachte zwei Jahre in Mün­chen. Die hohen Erwar­tungen konnte er nie ganz erfüllen, schmet­terte aber anläss­lich der 97er Meis­ter­schaft über­zeu­gend Volare“ auf dem Rat­haus­balkon.

Ali Daei (1998−1999): Der Iraner emp­fahl sich in Bie­le­feld, wo die Bayern auf ihn auf­merksam wurden und ihn Kai­sers­lau­tern für 2,5 Mil­lionen Mark vor der Nase weg­schnappten. Er erlebte eine his­to­ri­sche Saison, in der das Triple nur knapp ver­fehlt wurde. Daeis Bei­trag war aller­dings gering, so dass ihn Uli Hoeneß nach nur einer Saison an Bruder Dieter wei­ter­reichte.

Pablo Thiam (2001−2003): Der Diplo­ma­ten­sohn über­zeugte beim VfB Stutt­gart und ließ sich 2001 zu einem Wechsel nach Mün­chen hin­reißen. Bei den Schwaben noch Füh­rungs­spieler, kam er bei den Bayern nie über die Rolle des Bank­drü­ckers hinaus. In der Win­ter­pause 02/03 ging er für eine Mil­lion Euro nach Wolfs­burg, wo er an Stutt­garter Zeiten anknüpfen konnte.

Sebas­tian Deisler (2002−2007): Mit einem Mil­lionen-Hand­geld lockte der FCB in Deisler auch das größte Talent seiner Genera­tion nach Mün­chen. War Deisler fit, stimmte auch seine Leis­tung, aller­dings war er nur selten fit. Erregte Auf­sehen, als er sich wegen Depres­sionen behan­deln ließ. Mit 27 Jahren früh­zei­tiges Kar­rie­re­ende.

Tobias Rau (2003−2005): Galt im Jahr 2003 als großes Talent, war Stamm­spieler in Wolfs­burg und schaffte mit 21 den Sprung in die Natio­nalelf. Er wagte den Sprung zu den Bayern und ging damit baden. Geplagt von vielen Ver­let­zungen brachte er es in zwei Jahren auf nur 13 Ein­sätze und wollte anschlie­ßend in Bie­le­feld neu beginnen, wurde aber auch dort bis­lang kein Stamm­spieler und eine Meis­ter­schaft mit der Arminia ist wahr­schein­li­cher als eine Rück­kehr in die Natio­nalelf.

Andreas Gör­litz (2004−2007): Er schaffte beim Lokal­ri­valen 1860 den Sprung in Bun­des­liga. Nachdem Abstieg musste er ver­kauft werden und ging den ver­bo­tenen Weg von den Löwen zu den Bayern. Nach einem guten Start schaffte er es sogar in die Natio­nalelf, kurze Zeit später begann jedoch die große Lei­dens­zeit des Hob­by­mu­si­kers. Nach einer zwei­jäh­rigen Ver­let­zungs­pause nun beim KSC auf der Suche nach alter Form.

Ali Karimi (2005−2007): Asien Fuss­baller des Jahres 2004 war der Wunsch­spieler von Trainer Felix Magath. Ange­kün­digt als Haken schla­gender Drib­bel­gott, war er dem Tempo der Bun­des­liga nicht gewachsen und ver­ließ die Bayern heim­lich, still und leise in Rich­tung Katar.

Vahid Hash­emian (2005−2006): In Bochum lie­be­voll Hub­schrauber“ genannt, schoss und köpfte der für sein Sprung­stärke bekannte Iraner den VFL mit 16 Tref­fern in den UEFA-Cup. Uli Hoeneß griff anschlie­ßend zu, und Hash­emian sollte nun in der Cham­pions League auf Tore­jagd gehen. Konnte sich nie­mand so recht vor­stellen, klappte auch nicht. Torlos ver­ließ er die Bayern nach nur einer Saison in Rich­tung Han­nover.

Valé­rien Ismaël (2005−2007): Einer der Garanten für Wer­ders Double 2004. Zählte zu den besten Ver­tei­di­gern der Liga, als die Bayern für ihn 8,5 Mio. Euro nach Bremen über­wiesen. Nach einer durch­wach­senen ersten Saison für den FCB brach er sich 2006 Schien- und Waden­bein. Über sechs Monaten Pause folgten, danach kam er nie mehr in Tritt. Nur noch 200.000 Euro musste Han­nover im letzten Winter für ihn zahlen, wo es für bis jetzt auch nicht wesent­lich besser lief.

Jan Schlaud­raff (2007−2008): Die Schwer­ge­wichte der Liga jagten ihn, nachdem er die Bayern mit einem Zuckertor aus dem Pokal schoss. Uli Hoeneß ließ die Mus­keln spielen und nahm den Natio­nal­spieler unter Ver­trag. War in Mün­chen völlig chan­cenlos, ging mit seinem Wechsel nach Han­nover einen Schritt zurück, um zwei nach vorn machen zu können.

Breno (seit 2008): Auch Juve und Real jagten das als neuer Lucio geprie­sene angeb­liche Rie­sen­ta­lent – dum­mer­weise bekamen ihn die Bayern. Wahn­sin­nige zwölf Mil­lionen Euro zahlten sie für den Bra­si­lianer, laut Rum­me­nigge eine Ver­pflich­tung für die Zukunft“. Diesen Worten folgten zwei Bun­des­li­ga­ein­sätze in zwölf Monaten. Noch kann der ulti­ma­tive Leis­tungs­sprung kommen, bis dahin kann man ihn getrost als Fehl­ein­kauf abstem­peln.

José Ernesto Sosa (seit 2007): Seit 2006 war Hoeneß an ihm dran, ein Jahr später bekam er ihn dann end­lich. Sechs Mil­lionen hat er gekostet, gebracht er bis jetzt noch nicht viel. Wie Breno wartet er auf den Durch­bruch, schmort dabei aber meis­tens auf der Bank.