Zu Sai­son­be­ginn war ich fest über­zeugt, nach einem Viertel der Spiel­zeit erste Pro­gnosen zu Auf- und Abstieg treffen zu können. Die Rea­lität hat mich eines Bes­seren belehrt. Über­flieger oder Total­aus­fälle? Fehl­an­zeige! 9 Zähler liegen zwi­schen Rele­ga­ti­ons­platz 3 und dem ersten Abstiegs­rang. Die Stärke dieser Liga ist ihre Aus­ge­gli­chen­heit. Osna­brück, Karls­ruhe und Uer­dingen stehen punkt­gleich auf den ersten 3 Plätzen. 

Wech­sel­spiele

Wie schnell sich die tabel­la­ri­schen Macht­ver­hält­nisse ändern können, hat die eng­li­sche Woche gezeigt. Preußen Münster holt 9 Punkte aus 3 Spielen und klet­tert von Rang 13 auf den vierten Tabel­len­platz. Zur Erin­ne­rung: Den 5. Spieltag bestritten die Adlerträger noch als Spit­zen­reiter. Der Sai­son­ver­lauf in der 3. Liga gleicht einer Ach­ter­bahn­fahrt. Und dieses Gefühl kennen fast alle Ver­eine. 

Auf Ursa­chen­for­schung

Aber was sagt das über die teil­neh­menden Mann­schaften aus? Sind die 20 Teams der 3. Liga – unab­hängig von Etat, Kader und Infra­struktur – alle gleich stark oder gleich schwach? Spricht das tabel­la­ri­sche Auf und Ab für feh­lende Qua­lität oder ist es genau das, was wir als Fuß­ball­fans wollen? Wie alles im Leben eine Frage der Per­spek­tive. Meine ist da ziem­lich ein­deutig. Span­nung, Dra­matik und diese bit­ter­süße Unge­wiss­heit, was der nächste Spieltag bringt – genau das macht für mich den Reiz aus. In dieser Liga ist alles mög­lich. 

Ach­ter­bahn­fahrten können mit­unter unan­ge­nehm werden. Doch der Angst­schweiß auf dem Weg nach unten weicht in Sekun­den­schnelle dem Adre­na­lin­schub, wenn es wieder nach oben geht. In den Loo­pings steht die Welt Kopf und dieses Gefühl ist unbe­schreib­lich. Genauso wild ist die 3. Liga und das finde ich groß­artig!