52 Meter. Mehr müssen die Spieler von Dundee United nicht zurück­legen, um an diesem Sonntag Anfang Dezember zum Aus­wärts­spiel zu gelangen. Der Stadt­ri­vale Dundee FC wohnt nur die Länge eines schlappen Abstoßes ent­fernt. 52 Meter! Der Bus­fahrer hat heute frei. Dies ist ein Aus­wärts­gang.

Die Mann­schafts­be­spre­chung hält Trainer Peter Housten zu Hause ab, in der Kabine des Tan­na­dice Park. Seine Spieler ziehen sich um, werfen schnell ihre Trai­nings­an­züge über die Tri­kots, denn der Wind weht an diesem Sonn­tag­morgen recht kühl vom River Tay her­über. Dann gehen sie hinaus auf die Tan­na­dice Street, den schat­tigen Bür­ger­steig ent­lang, vorbei an der kleinen Schmiede, der Fisch­bude, der mäßig gepflegten Grün­fläche – zum Dens Park, der Spiel­stätte des Dundee FC. Wenn sie nicht trö­deln, brau­chen sie für diesen Weg keine halbe Minute.

52 Meter von Tür zu Tür: Nir­gendwo auf der Welt stehen zwei Sta­dien, in denen Pro­fi­fuß­ball gespielt wird, so nah bei­ein­ander. Nicht in Buenos Aires, der Stadt der tau­send Derbys, nicht in Istanbul und nicht einmal in Liver­pool. Dort trennt zwar auch nur ein Kilo­meter Anfield vom Goodison Park, doch der bedeutet im Ver­gleich zum Kat­zen­sprung von Dundee eine Reise zum Mond.

Die Geschichte dieses Derbys findet Ihr in der neuen Aus­gabe von 11FREUNDE – jetzt im Handel!