Die erste Farb­über­tra­gung des Aktu­ellen Sport­stu­dios“ am 2. Sep­tember 1967 sollte ein Glanz­licht der deut­schen Fern­seh­un­ter­hal­tung werden. Fin­dige Redak­teure hatten die sei­ner­zeit wohl besten Spieler um Uwe Seeler, Franz Becken­bauer und den Por­tu­giesen Eusébio ins Studio gelotst und prä­sen­tierten sie nun als Überelf mit dem Titel Die 20-Mil­lionen-Mark-Mann­schaft“. Die Kicker sollten in baby­blauen Fan­ta­sie­leib­chen allerlei Dönkes mit­ma­chen, Lacher garan­tiert.

Doch die Sen­dung wurde zum Fiasko: Direkt zu Beginn zer­trüm­merte Uns Uwe“ mit seiner rechten Klebe eine Schuss­ge­schwin­dig­keits­mess­ma­schine. Ein Höhe­punkt fiel so früh­zeitig flach. Doch Mode­rator Harry Valé­rien blieb ent­spannt wie eine Horde Hip­pies, schließ­lich wähnte er noch ein Ass in seinem Ärmel. Ein Ass von gewal­tigem Ausmaß: 2,70 Meter breit, 1,83 Meter hoch, ein Loch rechts unten (Boden­ab­stand: acht Zen­ti­meter), ein Loch oben links (Boden­ab­stand: 110 Zen­ti­meter), Durch­messer je 55 Zen­ti­meter. So thronte die Tor­wand im Studio, bereit, den Abend noch zu retten.

Will er da ein drittes Loch rein­schießen?“

Alle Hoff­nungen lagen nun auf der Treff­si­cher­heit des WM-Rekord­schützen Eusébio. Doch der Por­tu­giese ver­zwei­felte am höl­zernen Gegner. Drei Schüsse gingen knall­hart in die Mitte. Will er da ein drittes Loch rein­schießen?“ raunte man sich im Publikum schon zu. Nach drei unten und drei oben stand bei Eusébio die Null. Der Super-GAU, der auch dem Stür­mer­star zu schaffen machte. Nach Sen­de­schluss, die 20-Mil­lionen-Dollar-Kol­legen waren bereits im Pro­mil­le­zwei­kampf, schlich Eusébio mit einer Pille unterm Arm noch einmal ins Studio, bat einen Mit­ar­beiter, das Licht anzu­knipsen, und legte sich den Ball wieder sieben Meter vor die Tor­wand. Er schoss und schoss und schoss. End­lich traf er – im 36. Ver­such.