Die 11 des Spieltags (15)

Einetracht Prügel

Die Bayern können doch verlieren, Berti Vogts ist wieder da und bei der Eintracht brennt es lichterloh. Gießt wieder Öl ins Feuer: unsere 11 des Spieltags.

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Die Spieler der Eintracht
Mutig, wie sich die Spieler der Eintracht am Sonntagabend präsentierten. Also nicht im Spiel gegen Darmstadt selbst, wo sie sich derart ängstlich zeigten, dass zur kommenden Saison »Tena Lady« als neuer Premiumsponsor einsteigen will. Aber immerhin nach Spielschluss, als eine Handvoll der Kicker immerhin den Schneid hatte, sich der wütenden Meute Frankfurter Fans zu stellen, die mit Schaum vorm Mund und mit Mistgabeln und Fackeln in der Hand (vielleicht) in den Innenraum des Stadions vorgedrungen war. Eine Aktion, die Marc Stendera, Marco Russ und Co. in etwa so viel Spaß bereitet haben dürfte, wie sich blutige Steaks an die Kleidung zu tackern und ins Bärengehege des Frankfurter Zoos zu springen. Indes: Die Spieler entschärften damit die angespannte Situation im Stadion. Und vielleicht schaffen sie es ja, diesen Mut mit ins nächste Spiel zu nehmen.

Die Fans der Eintracht
Eintrachtfan zu sein macht derzeit in etwa so viel Spaß, wie sich samstäglich die Hoden an den Fußballkneipenboden zu nageln. Mit einem rostigen Zimmermannsnagel. Und ohne Hammer. Aber natürlich soll das nicht als Entschuldigung für das Verhalten derjenigen gelten, die meinen, kindisches Fahnenverbrennen oder prolliges Innenraumgestürme seien irgendwie Dinge, die in ein Fußballstadion gehören. Immerhin: Als klar war, dass der Darmstädter Block unerreichbar bleiben würde, gab es unter den SGE-Fans selber die ein oder andere Schubserei. Vielleicht ist das ja dieser Selbstreinigungsprozess, von dem alle immer reden.

Aytac Sulu
Dass die Stimmung im Waldstadion schlechter war als auf der Jahreshauptversammlung von VW, lag übrigens an Aytac Sulu. Sulu ist einer jener Verteidiger, nach dessen Kopfform Abrissbirnen und Ambosse modelliert werden und dessen Spielweise Gegenstand einer eigenen Kolumne wäre, gäbe es ein »FLEX«-Bodybuilding-Magazin für Wasserbüffel. Jenen Amboss büffelte Sulu zum 1:0 in einen Freistoß von Tobias Kempe, damit ist Sulu mit vier Toren der erfolgreichste Innenverteidiger der Liga. Außerdem gewann er gegen die Eintracht quasi alle seine Zweikämpfe. Wobei an diesem Sonntag wahrscheinlich auch Daniel Küblböck ein kernigeres Zweikampfverhalten an den Tag gelegt hätte als die Spieler der SGE.

Sandro Wagner
Wobei bei aller Fußballromantik, die der märchenhafte Aufstieg von 98 durchs marode Böllenfalltor weht, nicht übersehen werden sollte, dass sich der Liganeuling ganz gerne auch mal fischiger Methoden bedient, um die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu hamstern. Exemplarisch sei an dieser Stelle Sandro Wagner genannt, der gegen die Eintracht schneller zu Boden ging als einst Axel Schulz gegen Francois Botha und dann auch noch länger liegenblieb als ein durchschnittlicher 11FREUNDE-Redakteur am Tag nach der Weihnachtsfeier. Mit dieser Unart war Wagner nicht alleine, auch ein Marcel Heller verbrachte gegen die SGE mehr Zeit in der Horizontalen als Gina Wild zu ihren Hochzeiten. Hinzu kam ein aufgebrachtes Reklamieren sämtlicher Spieler bei so ziemlich jeder Schiedsrichterentscheidung. Mit dem Kratzen, Beißen, Spucken, liebe Darmstädter, kann man es auch übertreiben. Womit dann auch der Kreis zu Gina Wild geschlossen wäre.

André Schubert
All unsere Liebe geht in dieser Woche an André Schubert, der das Unmögliche möglich machte und die unbesiegbaren Bayern besiegte. Schubert hat bei uns ohnehin einen Stein im Brett, weil er uns mit seiner erfolgreichen Art ein wenig die Angst vor der einsetzenden Glatzenbildung nimmt, und er laut »Bild« auf Filmmusik steht, womit er an dieser Stelle herzlich zu unserem nächsten Disney-Filmmusik-Karaokeabend eingeladen sei (Am Donnerstag im Dönergrill gegenüber). Aus aktuellem Anlass wäre es schön, wenn er »Ein Traum wird wahr« aus »Aladdin« zum Besten geben würde. Danke.