Die fran­zö­si­sche Sport­zei­tung L’Équipe“ erscheint täg­lich auf fast 50 Seiten. Eine der Fein­heiten des Blattes ist dabei die Noten­ge­bung nach den Spielen. Dabei bewertet die Zei­tung nicht nur die Spieler von eins bis zehn, son­dern auch Schieds­richter und Trainer. Didier Deschamps, der Natio­nal­coach der Fran­zosen, schneidet dabei in diesen Tagen sehr gut ab. Min­des­tens eine 7 bekam Deschamps in den ver­gan­genen Spielen, er wurde zum Trainer des Vier­tel­fi­nales“ gewählt.

Der beste Trainer des Tur­niers“

Nun ist dies keine Aus­zeich­nung, von der man stolz seinen Enkeln erzählen kann. Doch es zeigt den Respekt für Deschamps und seine tak­ti­sche Fle­xi­bi­lität. Der ehe­ma­lige Stürmer Thierry Henry sagte im bri­ti­schen Fern­sehen: Er ist bisher der beste Trainer des Tur­niers. Didier ist in der Lage, schnell auf ein Pro­blem zu reagieren und umzu­stellen.“ Gerade einmal drei fran­zö­si­sche Feld­spieler kamen bei diesem Tur­nier noch nicht zum Ein­satz. In jedem EM-Spiel wählte Deschamps nicht nur anderes Per­sonal, son­dern auch eine andere For­ma­tion. Er wech­selte das System sogar mehr­mals in der Halb­zeit­pause. Die Fran­zosen inter­pre­tieren dies nicht als Wan­kelmut, son­dern als beson­dere Krea­ti­vität des Welt­meis­ters von 1998.

Im Eröff­nungs­spiel star­tete Frank­reich mit einem 4−3−3, mit dem Dau­er­läufer N’Golo Kanté auf der Sechs sowie Blaise Matuidi und Paul Pogba auf den Halb­po­si­tionen. Wäh­rend des zweiten Grup­pen­spiels gegen Alba­nien ver­zich­tete Deschamps wohl aus dis­zi­pli­na­ri­schen Gründen auf die beiden Stars Pogba und Antoine Griez­mann. Er ließ mit einer Dop­pel­sechs und drei Offen­siven hinter der ein­zigen Spitze Oli­vier Giroud beginnen. In der Halb­zeit­pause kom­man­dierte er seine Elf zurück auf ein System mit drei for­mellen Mit­tel­feld­spie­lern und drei Angrei­fern.

Frank­reichs Schlüssel

Es ist von Vor­teil, so viele Mög­lich­keiten zu haben. Doch die Spieler ent­scheiden auf dem Platz, wie sie es aus­führen. Der Schlüssel sind ihr Wille und ihre Bereit­schaft“, sagte Deschamps zur Sys­tem­de­batte.