Koope­ra­tionen zwi­schen Ver­einen gibt es im inter­na­tio­nalen Fuß­ball eine ganze Reihe: Man denke nur an die ganzen Citys der Abu-Dhabi-Group, die Ver­eine des Brause­her­stel­lers aus Salz­burg, die Klubs der ita­lie­ni­schen Pozzo-Familie FC Wat­ford, FC Gra­nada und Udi­nese Calcio, und so weiter und sofort.

Dass Ver­eine ein­ander als Tri­kot­spon­soren dienen, ist hin­gegen eher selten. Der FC Chat­ta­nooga aus dem Bun­des­staat Ten­nesse jedoch wird künftig mit einem dicken grünen W auf seinen Aus­wärts­tri­kots auf­laufen. Am Don­nerstag gab der Verein bekannt, dass der VfL Wolfs­burg ab sofort als Sponsor auf den Aus­wärts­tri­kots des Klubs in Erschei­nung treten wird. Es ist eine Aus­wei­tung einer seit 2017 bestehenden Koope­ra­tion zwi­schen den Ver­einen. Doch was hat es mit der Zusam­men­ar­beit zwi­schen den US-Ame­ri­ka­nern und den Deut­schen auf sich?

Neben dem Spon­so­ring soll Wolfs­burg mit­helfen eine Frau­en­mann­schaft zu eta­blieren, sowie Spieler und Trainer aus­zu­bilden“, heißt es in der Pres­se­mit­tei­lung von Chat­ta­nooga. Doch wofür das Logo? Marcel Schäfer, Sport­di­rektor des VfL Wolfs­burg, erhofft sich offenbar tat­säch­lich eine Wer­be­wir­kung: Das iko­ni­sche W wird bei Bun­des­liga-Fans in Süd­ost­ame­rika und auf der ganzen Welt auf Reso­nanz stoßen.“

Das Logo sym­o­b­li­siert unsere Werte“

Doch warum will der VfL Wolfs­burg über­haupt einen Dritt­li­gisten aus einer den meisten unbe­kannten US-ame­ri­ka­ni­schen Stadt för­dern? Der ehe­ma­lige Wolfs­burg-Profi Marcel Schäfer erklärt: In meinen Augen ist Chat­ta­nooga FC ein abso­lutes Unikat. Der Verein ist zu ein­hun­dert Pro­zent im Besitz von Fans und hat dadurch eine ganz beson­dere Aus­strah­lung.“ Dass aus­ge­rechnet der Sport­di­rektor der 100-pro­zen­tigen Volks­wagen-Tochter VfL Wolfs­burg diesen Umstand her­vor­hebt, mutet dann doch kurios an.

Doch natür­lich hat VW auch seine Aktien in der Koope­ra­tion zwi­schen den beiden Klubs. In der Stadt mit rund 178.000 Ein­woh­nern liegt ein großes VW-Werk, das etwa 3.800 Arbeiter beschäf­tigt. Ein Aspekt, den die Ver­ant­wort­li­chen erst gar nicht ver­su­chen zu ver­heim­li­chen. Michael Meeske, Wolfs­burgs Geschäfts­führer, erklärt: Mit dieser ein­zig­ar­tigen Akti­vie­rung an einem wich­tigen Volks­wagen-Standort wollen wir unseren Bei­trag leisten, um die dor­tige lokale Com­mu­nity nach­haltig zu unter­stützen. Unser Logo auf der Brust der Aus­wärts­tri­kots steht sinn­bild­lich dafür, dass wir unsere Werte und Hal­tung in Zukunft ver­stärkt mit dem Verein teilen.“

Um welche Werte es sich dabei kon­kret han­delt, ver­riet Meeske nicht. Eines ist jedoch ziem­lich wahr­schein­lich: Auch zukünftig wird der FC Chat­ta­nooga in Deutsch­land wohl nicht viele Tri­kots ver­kaufen.