End­lich: Schalke greift die Top 3 an. Zumin­dest wenn es um den Nach­namen des neuen Sport­vor­standes geht: Schneider. Jochen Schneider. Der Mann mit der Lizenz zur Neu­aus­rich­tung. Ein Mann, dessen Nach­name der dritt­häu­figste in Deutsch­land ist.

Natür­lich lässt sich vom Namen allein nicht viel ableiten über die Person dahinter oder über ihre Qua­li­fi­ka­tion für den Job. Immerhin aber ist es ein neuer Name und das ist ja schon mal etwas, denn da ist man auf Schalke genauso Main­stream wie es der Nach­name Schneider ist: jedem Neu­an­fang wohnt Hoff­nung inne.

Das gilt für Spieler wie für Trainer und Funk­tio­näre. Doch wäh­rend man bei Spie­lern immerhin auf schmis­sige You­Tube-Videos bli­cken kann, die einem in fünf Minuten den Ein­druck ver­mit­teln, der bisher unbe­kannte Neu­zu­gang von Inter Baku sei nun aber tat­säch­lich der nächste Messi oder zumin­dest besser als Guido Burg­staller, muss man vor allem bei Funk­tio­nären schon etwas graben. 

Super Typ und: ganz egal

Bei Jochen Schneider erfährt man dann schnell, dass er 1987 mal Wett­könig bei Wetten, dass..?“ war, dass er gelernter Bank­kauf­mann ist und einst als Prak­ti­kant der Pres­se­stelle des VfB Stutt­gart den Weg in den Profi-Fuß­ball fand. Dann der steile Auf­stieg ins Manage­ment, wo er unter anderem dafür sorgte, aus dem Spieler Horst Heldt den Manager Horst Heldt zu machen. Der gemein­same Höhe­punkt: die Deut­sche Meis­ter­schaft 2007. 

Nach dem Abgang von Horst Heldt, nach, natür­lich, Schalke, wurde Schneider gleich­be­rech­tigter Partner vom neuen starken Mann in Stutt­gart, von Fredi Bobic. Als der ent­lassen und Robin Dutt Anfang 2015 als Sport­vor­stand instal­liert wird, endet Schnei­ders Zeit in Stutt­gart. Er ging nach Leipzig und machte dort Leipzig-Sachen. Und nun: Schalke.

Als S04-Fan könnte man jetzt noch tiefer graben, die Hoff­nung unter­füt­tern mit Fakten. Dann erfährt man, dass Real Madrid 2010 ganz beein­druckt gewesen sein soll vom Ver­hand­lungs­ge­schick Schnei­ders, als es darum ging, Sami Khe­dira für mög­lichst viel Geld ziehen zu lassen. Dann erfährt man, dass Schneider ein gutes Auge für Talente haben soll. Und das könnte einem als Schalke-Fan dann ganz furchtbar viel Hoff­nung machen. 

Als neu­traler Beob­achter ist man aller­dings geneigt ein­zu­wenden: alles egal. Denn der FC Schalke 04 scheint von einem Virus befallen, der scheinbar nivel­liert, wen man sich da als Neu­zu­gang holt, ob als Spieler, Trainer oder Funk­tionär. Denn über kurz oder lang, meist aber über kurz, pras­selt das unheil­volle Urteil über den­je­nigen hinab: geschei­tert.