Es begann vor vier Wochen. Ein erstes Ken­nen­lernen, ein Abtasten. Unsi­cher­heit auf beiden Seiten. Anfäng­liche Zweifel wurden über­la­gert von einer zag­haften Euphorie. Selbst schwache Test­spiel­ergeb­nisse der DFB-Elf konnten diese nicht trüben. Freunde und Experten ver­suchten noch zu warnen, doch das wollte das schwär­mende Herz nicht sehen. End­lich mal keine Abstiegs­sorgen und ver­passte Sai­son­ziele. Ein­fach wild und unge­hemmt einer Sache hin­geben, die doch nur gut werden kann. Träu­me­risch wurde jeden Tag die DFB-Pres­se­kon­fe­renz geschaut, um dieses Gefühl zu bekommen, das in den besten Som­mern doch nur sie erzeugen kann; Die Mann­schaft.“ Nüch­tern und mit klarem Kopf muss ihr Name zwar als Pro­dukt aus den Untiefen der Krea­tiv­mee­tings betrachtet werden, aber was ist bei einer Som­mer­liebe schon rational?

Doch wie schon damals, als du der kleinen Lisa am Strand von Hid­densee ein Eis aus­ge­geben hast und sie am nächsten Tag mit ihren Eltern zurück nach Wer­ni­ge­rode gefahren ist, endete auch diese Liason mit der Natio­nal­mann­schaft schneller als erwartet. Schon nach dem Mexiko-Spiel blieben viele Nach­fragen unbe­ant­wortet, jetzt ist der Kon­takt völlig ein­ge­schlafen. Was nun? Ein­fach eine neue Mann­schaft suchen? Eine Fremde zum Tur­nier­sieg schreien? Nein, der Roman­tiker besinnt sich auf die Kon­stante im Leben. Sie ist immer da, auch wenn sie manchmal in den Hin­ter­grund rückt. Was sonst so selbst­ver­ständ­lich erscheint, wird plötz­lich so beson­ders. Die Eine, die Unver­zicht­bare, die Liebe zum Her­zens­verein. Aber was kann sie dir nach all den Jahren noch geben?