Seite 2: Kickstart für die BVB-Saison

Hakimi, der gefähr­lichste Ver­tei­diger Europas und womög­lich beste Außen­ver­tei­diger der Bun­des­liga, gab dem ohnehin schon mehr als pas­sabel in die Saison gekom­menen BVB einen zusätz­li­chen Kick­start. 

Der Marok­kaner ist der Ide­al­typus dessen, was man heut­zu­tage einen modernen Außen­ver­tei­diger“ nennt: Er schaltet sich drib­bel­stark und mit seiner Schnel­lig­keit ins offen­sive Kom­bi­na­ti­ons­spiel ein, bringt aber ebenso phy­si­sche Prä­senz und intel­li­gentes Stel­lungs­spiel in der Defen­sive mit. Dabei läuft er 90 Minuten lang uner­müd­lich die Sei­ten­linie ent­lang. Egal, welche. Oder um es mit den Worten von Marco Reus zu sagen: Vor allem Achraf über die Außen ist extrem wichtig, er geht die Linie immer wieder rauf und runter und hat eine unglaub­liche Schnel­lig­keit.“

Das gefällt auch Favre, der nach dem Nürn­berg-Spiel sagte: Man sieht, dass er gerne nach vorne geht. Er ist schnell, ein talen­tierter Dribbler und fühlt sich wohl im Eins-gegen-eins.“ Mit 32 Sprints je 90 Minuten führt Hakimi die Bun­des­liga an, seine fast 100 Ball­kon­takte pro Spiel über­bietet auf seiner Posi­tion nur Joshua Kim­mich. Er hat eine große Zukunft vor sich und ein rie­siges Poten­tial“, sagt Favre. 

Den besten Außen­ver­tei­diger der Welt zum Vor­bild

Gerade unter ihm als Trainer. Mit Favre erlebt Dort­mund aktuell eine Renais­sance des wohl­tem­pe­rierten Tem­po­fuß­balls, in denen defen­sive Sta­bi­lität und plötz­liche Tem­po­ver­schär­fungen per­fekt auf­ein­ander abge­stimmt sind. Hakimis Ent­schei­dung pro BVB hing auch maß­geb­lich damit zusammen: Ich war begeis­tert von seiner Spiel­idee. Er mag es, den Ball zu haben. Wir spielen einen Angriffs­fuß­ball, bei dem man Flü­gel­spieler braucht, die auf und ab mar­schieren“, sagte er El Pais.

Und wie so oft geht mit Favres Neu­aus­rich­tung auch ein Genera­tio­nen­wechsel einher. Er will eine Mann­schaft immer ver­bes­sern, Sta­gna­tion bedeutet für ihn Rück­schritt, und Fort­schritt geht mit jungen Spie­lern besser als mit alten. Hakimis poten­ti­elle Kon­kur­rente Marcel Schmelzer und Lukas Piszcek haben zwar die jün­gere Ver­gan­gen­heit des BVB geprägt, aber mit ihren 30 bezie­hungs­weise 33 Jahren gehören sie in abseh­barer Zeit eben auch zur Ver­gan­gen­heit. Hakimi hat in den ver­gan­genen Spielen je nach Bedarf Schmel­zers linke oder Pisz­ceks rechte Seite bear­beitet.

Mit Favres Angriffs­fuß­ball domi­niert der BVB die aller­meisten seiner Spiele. Das kaschiert Hakimis Mängel in der Defen­sive, wo er weniger als die Hälfte seiner Zwei­kämpfe und genau null Kopf­ball­du­elle gewonnen hat. Doch so lange er, wie sein Vor­bild Mar­celo, der beste Außen­ver­tei­diger der Welt, nach vorne wett­macht, was nach hinten fehlt, wird sich ver­mut­lich nie­mand ärgern. 

Außer Flo­ren­tino Perez.