In drei Minuten kann man ein (sehr wei­ches) Ei kochen. Oder einen durch­schnitt­li­chen Pop­song anhören, viel­leicht von Shania Twain. Drei Minuten sind eine beliebte Nach­spiel­zeit beim Fuß­ball. Und in drei Minuten kann man sich als junger Fuß­ball­profi und Hoff­nungs­träger bei Borussia Dort­mund ins Bewusst­sein des Publi­kums fum­meln.

So jeden­falls machte es Ous­mane Dem­bélé bei seinem Debüt für die Mann­schaft von Thomas Tuchel. Zuge­geben, der Gegner an diesem Tag hieß SpVgg Erken­schwick und spielt in der Ober­liga nor­ma­ler­weise gegen Sprock­hövel, Rhy­nern oder Enne­petal. Außerdem war es nur ein Test­spiel. 

Technik, Tempo und Spiel­witz

Trotzdem, man­cher Mund dürfte noch immer ehr­fürchtig offen stehen bei jenen, die viel­leicht mal erzählen werden, dass sie damals in Erken­schwick dabei waren, in der dritten Minute. Denn sie sahen, wie der 19-jäh­rige Fran­zose mit zwei Kör­per­täu­schungen die Neuner­kette des Geg­ners sprengte, nach einem Dop­pel­pass den Ball mit links per­fekt annahm und ihn dann mit rechts flach ins lange Eck legte. Sie sahen, warum der junge Mann für knapp 15 Mil­lionen Euro von Stade Rennes geholt wurde.

Und sie dürften sich auf einen Spieler freuen, der
nur ein Jahr brauchte, um die Ligue 1 zu ver­zau­bern. Der Technik, Tempo und Spiel­witz ver­eint in seinem noch ein wenig jugend­li­chen Körper. Und der, ob der pro­mi­nenten Abgänge in Dort­mund, spä­tes­tens seit der dritten Minute in Erken­schwick einer der ganz großen Hoff­nungs­träger ist.