Seite 2: „Mir wurde gesagt, ich sei zu schwach“

Doch für seinen Traum, Fuß­ball­profi zu werden, tut Mar­tunis wirk­lich einiges. So besucht er die Fuß­bal­laka­demie von Real Madrid in Indo­ne­sien, spielt für den ein­hei­mi­schen Erst­li­gisten PSAP Sigli. Sogar bei einem Pro­be­trai­ning der indo­ne­si­schen Natio­nal­mann­schaft darf er teil­nehmen, wird jedoch in der zweiten Runde aus­sor­tiert. Mir wurde gesagt, ich sei phy­sisch zu schwach. Ich werde zu schnell müde“, wird er in den japa­ni­schen Medien zitiert.

Doch nun scheint sich der Traum erfüllt zu haben. Spor­ting Lis­sabon ver­pflichtet den inzwi­schen 17-Jäh­rigen für die U19-Aus­wahl. Gerade der Verein bei dem 2002 Cris­tiano Ronaldos Pro­fi­kar­riere begann und bei dem auch er selbst die Jugend­teams durch­laufen hat. Hat sich der por­tu­gie­si­sche Klub hier ein – bisher viel­leicht ver­kanntes – Talent gean­gelt? Den neuen Ronaldo? Schwingt sich das Mär­chen in noch höhere Sphären auf? Unwahr­schein­lich. Bereits erste Twitter-Posts, die die Geschichte der Neu­ver­pflich­tung aus der bekannten Per­spek­tive erzählen, lassen ver­muten, dass die invol­vierten Per­sonen und der Verein auch ein ordent­li­ches PR-Inter­esse haben.

Der Verein ermög­licht mir meinen Traum“

Bei der Prä­sen­ta­tion Mar­tunis’ wurde von Ver­eins­prä­si­dent Bruno de Car­valho jedoch auch auf andere Dimen­sionen der Ver­pflich­tung ver­wiesen: Mar­tunis wird an der Aka­demie arbeiten. Auch in seiner Ent­wick­lung als Mensch und als Mann werden wir ihn unter­stützen.“ An der Spor­ting-Fuß­ball­schule bekommt er die Mög­lich­keit auf hohem Niveau zu trai­nieren, aber auch eine schu­li­sche Aus­bil­dung. Eine Per­spek­tive, die ein Junge, der bei der Natur­ka­ta­strophe, die seine Heimat ver­wüs­tete, Fami­li­en­an­ge­hö­rige und sein Zuhause verlor, sich nicht unbe­dingt erhoffen konnte.

Es ist toll hier zu sein, dieser Verein ermög­licht mir meinen Traum“, sagte Mar­tunis bei seiner Prä­sen­ta­tion in Lis­sabon. Ich freue mich unglaub­lich über diese Gele­gen­heit. Viva Spor­ting!“ Das Trikot von damals, das für diese mär­chen­hafte Geschichte ver­ant­wort­lich ist, ist noch in seinem Besitz. Viel­leicht nicht nur als Erin­ne­rung an die Ver­gan­gen­heit, son­dern auch an seinen Kind­heits­traum, einmal für die por­tu­gie­si­sche Seleção zu spielen. Mög­lich ist es: A‑Länderspiele für Indo­ne­sien hat Mar­tinus noch keine auf­zu­weisen.