Chris­tian Neira ver­steht die Welt nicht mehr. Der Trainer ist seit 45 Jahren bei seinem Verein Escula Pre­si­dente Roca enga­giert und hat in der Region Cór­doba wahr­schein­lich schon einige ver­rückte Geschichten auf dem Platz erlebt. Aber seine letzte Trai­nings­ein­heit wird er wohl nie ver­gessen.

Dass Ergän­zungs­spieler oft nicht mit ihrer Rolle zufrieden sind, weiß jeder, der selbst schon Mal in einem Verein gespielt hat. Oft besteht nicht die Startelf aus denen, die beim Trai­ning anwe­send waren, son­dern denen, die mit dem Trainer dicke sind oder ein­fach die bes­sere Ver­an­la­gung haben. Das ist ernüch­ternd. Man kann damit ganz ver­schieden umgehen: Sich noch mehr anstrengen. Über die uralten Witze des Trai­ners lachen. Sich beim Kapitän ein­schleimen. Aber egal, was man auch macht: Eine Waffe auf den Trainer zu richten ist keine gute Idee.

Stell mich auf oder ich schieße!

Genau das tat aller­dings der Ersatz­spieler Cesar Pagini im Trai­ning: Um seine Ambi­tion auf einen Platz in der Startelf zu unter­strei­chen, zog er eine Pis­tole und bedrohte seinen Trainer damit. Nun bewacht die Polizei die Trai­nings­ein­heiten des Fünft­li­gisten.

Chris­tian Neira hat mitt­ler­weile seinen Job quit­tiert und for­dert eine harte Strafe für Pagini: Wir können das nicht durch­gehen lassen. Er muss vor Gericht gestellt werden!“ Es ist nicht das erste Mal, dass Pagini negativ auf­fällt. Der Vor­sit­zende der Fuß­ball­fö­de­ra­tion Cór­doba, Eme­terio Farías, sagte dem Radio­sender Radio Suquía, dass Pagini bereits einen Bekannten auf einen Mit­spieler ansetzte, um ihn ein­zu­schüch­tern.

Bei all dem Auf­wand, den der Ersatz­spieler betrieben hat, um in die Startelf zu rücken, wäre es klüger gewesen, seine Energie in das Trai­ning zu inves­tieren. Oder ein­fach über die uralten Witze seines Trai­ners zu lachen.