Am Sonntag, dem 13. Oktober, feiern wir gemeinsam mit 500 Ver­einen in ganz Deutsch­land bereits zum dritten Mal den Tag der Ama­teure. Wie ihr mit eurer Mann­schaft noch kurz­fristig dabei sein könnt, wo in eurer Umge­bung was los ist und was der Tag der Ama­teure eigent­lich sein soll, erfahrt ihr hier

Gün­ther Koch, es ist Sonntag, 14 Uhr. Kreis­li­ga­zeit. Was machen Sie? 

Da halte ich Mit­tags­schlaf. 

Den ganzen Nach­mittag?

Nein, natür­lich nicht. Ich mache erst ein Nicker­chen, danach geht’s zu den Ama­teuren – aber immer erst zur zweiten Hälfte. Die ist eh span­nender. Da werden die Spiele ent­schieden.

Ihr Ama­teur­fuß­ball-Herz schlägt also immer noch? 

Das wird es mein ganzes Leben. Erst kürz­lich musste ich bei einem A‑Klassenspiel (eine Liga unter­halb der Kreis­klasse Anm. d. Red.) zwi­schen der dritten Mann­schaft von Türkspor-Nürn­berg und dem STV Deu­ten­bach II den Schieds­richter unter­stützen! 

Inwie­fern? 

Beim Spiel ging es hoch her: Deu­ten­bach ging in der Schluss­phase in Füh­rung, per Konter in der Nach­spiel­zeit stellten sie sogar noch auf 2:0. Nach Abpfiff sind die Emo­tionen über­ge­kocht, ein paar Heim-Fans wollten auf den Schieds­richter los­gehen. Da musste ich dazwi­schen und ver­mit­teln.

Sie sind also weiter mit Herz und Seele dabei. 

Na klar! Außerdem hat der Schiri alles richtig gemacht, jede Ent­schei­dung ganz sach­lich kom­mu­ni­ziert und allen erklärt. So mag ich das. Genau so habe ich es auch in meiner Schieds­richter-Aus­bil­dung gelernt.

Sie besitzen einen Schieds­rich­ter­schein?

Ja, die Aus­bil­dung habe ich im Rahmen meines Trai­ner­lehr­gangs Anfang der 70er-Jahre absol­viert, zusammen mit den Club-Legenden Hans Walitza und Gustl“ Fla­chen­ecker. Walitza, ein wahres Kopf­bal­lun­ge­heuer, gab mir damals Nach­hilfe beim Kopf­ball­trai­ning. Dafür habe ich ihn bei der Schieds­rich­ter­prü­fung abschreiben lassen.

Neben dem Schieds­richter-Dasein standen Sie auch lange selbst auf dem Platz, Ihr Stamm­verein…

… ist und bleibt der TSV Fal­ken­heim! Leider spiele ich dort nicht mehr. In den Acht­zi­gern habe ich aber mal ein Tor von der Mit­tel­linie erzielt. Der geg­ne­ri­sche Tor­hüter jubelte nach dem 1:0 seines Teams der­maßen lange, dass ich mir beim Anstoß den Ball schnappte und ihn ins leere Tor schoss.

Erin­nert an Mike Hanke gegen Jörg Butt. 

Fast. Bei meinem Treffer ist der Tor­wart ein­fach zur Eck­fahne gerannt, er wollte wohl zu seiner Freundin. Des­wegen hatte ich ein wenig mehr Zeit als Hanke, das leere Tor anzu­vi­sieren. Heute kicke ich in einem tollen Team mit Kol­legen von jetzt und früher. 

Auch mit 77 Jahren spielen Sie selbst noch aktiv? 

Auf jeden Fall.

Wel­cher Spie­lertyp sind Sie?

Früher war ich ein klas­si­scher Rechts­außen – zwar oft im Abseits, dafür mit Tor­jäger-Qua­li­täten. Auf­grund meines Alters über­nehme ich bei unserem Presse-Kick aber zumeist defen­sive Auf­gaben.

Mit wem spielen Sie da zusammen?

Aktu­ellen und ehe­ma­ligen Repor­tern der Nürn­berger Zei­tungen, des Kicker und anderen Rund­funk­sen­dern. Außerdem sind viele Ex-Cluberer dabei, wie Stefan Reisch oder Tasso Wild. Beide haben 1962 mit dem FCN den DFB-Pokal gewonnen, Stefan sogar ein Jahr zuvor die Meis­ter­schaft. Seit über 40 Jahren treffen wir uns Mon­tag­nach­mit­tags.