Dante ist ein Bayer!

Gibt es noch jemanden, der sich den Bra­si­lianer Dante im Trikot von Borussia Mön­chen­glad­bach vor­stellen kann? Denn dort soll Dante, so sagt es jeden­falls sein Steck­brief, in der ver­gan­genen Saison gespielt haben. Gegen Dort­mund lief der Mann mit dem beein­dru­ckenden Haupt­haar neben Jerome Boateng (einem Mann mit beein­dru­ckend wenig vor­han­denem Haupt­haar) in der Innen­ver­tei­di­gung auf und war so sou­verän und unbe­ein­druckt vom neuen Arbeits­platz, dass man meinen konnte, Dante wäre seit Grün­dung des FC Bayern im Kader. Grät­schen, köpfen, passen, decken, Ball weg­schlagen, zur Mit­tel­linie sprinten – Dante spulte das gesamte Reper­toire eines zen­tralen Ver­tei­di­gers in aller See­len­ruhe ab.

Dass seine Stärken das ein­zige Gegentor von Lewan­dowski nicht ver­hin­dern konnten, lag ein­fach daran, dass Lewan­dow­skis Schuss nicht ver­hin­dert werden konnte. Wenn Dante so wei­ter­macht, nennen sie ihn in Mün­chen noch den schwarzen Schwar­zen­beck“. Schreib­wa­ren­laden nach der Kar­riere inklu­sive.

Bayern hat doch noch Talente!

Es ist kein Geheimnis, dass Jupp Heynckes eine Vor­liebe für die Aus­bil­dung her­aus­ra­gender Talente besitzt. Dem inzwi­schen her­aus­ra­genden Mit­tel­feld­spieler Toni Kroos ver­lieh Heynckes einst in Lever­kusen den letzten Schliff. Sein neu­estes Pro­jekt heißt Emre Can, ein 19-jäh­riger Mit­tel­feld­spieler, der seit der Vor­be­rei­tung stetig mit den Profis trai­niert. Ges­tern ließ ihn Heynckes auf der linken Abwehr­seite spielen, er hat ihn auch schon auf seiner Stamm­po­si­tion im defen­siven Mit­tel­feld auf­laufen lassen und war stets zufrieden. Gut mög­lich, dass Can bald noch eine wei­tere Funk­tion auf dem Platz aus­üben muss, Heynckes will den Jüng­ling testen. Für Bayern-Fans ist das toll. Seit Jahren müssen sie ertragen, dass die deut­sche Fuß­ball-Zukunft woan­ders aus­ge­bildet wird (näm­lich in Dort­mund, Lever­kusen oder Mön­chen­glad­bach).

Mit Can haben sie end­lich wieder ein Juwel in den eigenen Reihen, das zu för­dern sich lohnen dürfte. Can ist erst 19, wirkt mit seinen 1,84 Meter aber schon so kom­pakt wie ein Preis­boxer. Er ist still, er ist ernst, er ist ein Arbeiter, er hat die U17 bei der WM 2011 zu Platz drei geführt. Er könnte in dieser Saison das nächste von Jupp Heynckes ver­edelte Super­ta­lent werden.

Dort­mund ist auch mal müde!

Seit Jürgen Klopp beim BVB ange­stellt ist, war es doch immer so: Kaum hatte der Schieds­richter ein Spiel mit Dort­munder Betei­li­gung ange­pfiffen, liefen die BVBler durch die Gegend wie Duracell-Hasen, die man mit Atom-Brenn­stäben gefüt­tert hat. Müde waren irgend­wann immer die anderen, Klopps Jungs waren hell­wach und zwar von der ersten Mil­li­se­kunde an. Und ges­tern? Trabten die Dort­munder, allen voran das sonst immer wacher als hell­wache (glei­ßend­hell­wach?) Ver­tei­di­gerduo Subotic und Hum­mels, mit müden Äug­lein über den Rasen und schreckten erst aus den süßen Träumen auf, als der baju­wa­ri­sche Sta­di­on­spre­cher laut­hals das 2:0 für den FC Bayern ver­kün­dete. Die Bun­des­li­ga­kon­kur­renz dürfte ent­zückt sein. Der dop­pelte Meister hat tat­säch­lich Schwä­chen! Dumm nur für die Bun­des­li­ga­kon­kur­renz, dass Meis­ter­ma­cher Klopp das sogleich erkannt hat (siehe nächster Punkt).

Klopp kann auch böse sein!

Irgend­wann einmal, die 11FREUNDE-Redak­tion ist sich da sehr sicher, wird Jürgen Klopp auch als Schau­spieler Kar­riere machen. Nur wenige Men­schen auf der Welt können ihr Gesicht zu solch beein­dru­ckenden Gri­massen ver­ziehen, wie der Trainer von Borussia Dort­mund. Klopp ist quasi der Jim Carrey der Bun­des­liga. Das liegt an seinem stets son­nen­ge­bräunten Berg­stei­ger­ge­sicht und zwei rie­sigen Zahn­reihen, die sich wahl­weise zu einem Son­nen­schein­lä­cheln, oder einem Wer­wolf­grinsen anordnen können. Ges­tern war es mal wieder Zeit für die Sache mit dem Wer­wolf. Man hatte ja fast ver­gessen, dass Klopp so böse gucken kann, aber nach der 1:2‑Niederlage schaute Klopp gera­dezu dia­bo­lisch in die Kamera und in die Augen des armen Boris Büchler (dem anschlie­ßend aber ent­gegen aller Ewar­tungen keine Wolfs­zähne wuchsen). Klopp sprach von einem Drecks­spiel“ und fand viele Dinge – vor allem die anfäng­liche Schläf­rig­keit seiner Spieler – scheiße“.

Als ein von wit­zigen Klopp-Inter­views geprägter Zuschauer war­tete man auf eine Pointe, ein kurzes Lachen, einen letzten Gag, der diesem Moment die Schärfe und die Wer­wolf­ar­tig­keit nahm – aber ver­geb­lich. Klopp zog die böse Miene zum ver­lo­renen Spiel eis­kalt durch. Was pas­siert wohl erst mit seinem Gesicht, wenn der BVB nach zehn Spielen nur auf Platz fünf steht?