Seit 2007 zeichnet die Media­de­sign Hoch­schule (MD,H) mit Stand­orten in Berlin, Mün­chen und Düs­sel­dorf eine Mann­schaft der Fuß­ball­bun­des­liga mit dem Titel »Tri­kot­meister des Jahres« aus. Zur Jury gehören die Pro­fes­so­rinnen Antje Oster­burg und Julia Schnitzer, sowie die Dozenten Hen­drik Hwang und Andrea Wie­land aus dem Fach­be­reich Mode­de­sign. Sie erstellen in jedem Jahr eine Ran­king­liste für die 18 Heim­tri­kots der Clubs.

Hier die Ergeb­nisse der Saison 2010/11:

1.
FC St. Pauli

Das ori­gi­nellste Trikot der Bun­des­liga 2010. Der FC St. Pauli hatte schon immer eine Son­der­stel­lung im Deut­schen Fuß­ball. St. Pauli war immer schon mehr als nur Fuß­ball, St. Pauli ist ein Lebens­ge­fühl. In der dies­jäh­rigen Saison schmei­chelt St. Pauli nicht nur mit anschmiegsam und glän­zendem Mate­rial, son­dern mit der Unge­wöhn­lich­keit eines Wen­de­tri­kots: einer­seits milch­kaffe­braun, ande­rer­seits bit­ter­scho­ko­la­den­braun. Je nachdem, von wel­cher Seite man sich zeigen will, auf dem Fuß­ball­feld, in Clubs, in Gesell­schaft, im Bett. Der Schnitt: Casual-Wear, lässig und trotzdem super sport­lich. Mit diesem Trikot sieht man ein­fach überall gut aus … und trans­por­tiert nicht nur seine Zuge­hö­rig­keit zu großem Fuß­ball, son­dern zu einem ganz beson­deren Lebens­ge­fühl.



2.
SC Frei­burg

Das ele­gan­teste Trikot der Bun­des­liga 2010. In Frei­burg hat man begriffen, dass der Fuß­baller von heute nicht nur Fuß­ball­spielen können muss, son­dern auch gleich­zeitig Promi und Sex­symbol ist. In diesem Trikot ist jeder Spieler die reinste Augen­weide: dieses smarte Rot, dieser figur­be­tonte Schnitt, dieser schnieke Polok­ragen. Von intro­ver­tiert bis raub­tier­haft, hier werden alle Kli­schees in einem Stück Stoff bedient, da findet jeder – aber wirk­lich jeder – seine Vor­stel­lungen vom voll­endeten Fuß­baller bedient. Vom »Schmacht-Faktor« her die eigent­liche, heim­liche Nr. 1!

3.
Ham­burger SV

Der moderne Klas­siker. Die Nr. 1 im Retro-Look mit ein wenig Sciene Fic­tion. Hier trifft Nost­algie auf Zukunfts­vi­sionen und schafft es somit zum schlicht-schönen Desi­gn­ob­jekt.

4.
1. FC Köln

Auf Angriff gebürstet. Fabel­hafter Schnitt, guter Sitz, Top-Mate­rial und kein Schnick-Schnack. Form fol­lows func­tion in seiner kon­se­quen­testen Umset­zung.

5.
Han­nover 96

Schwung­voll, witzig, modern, anders. Dieses Trikot wagt mal einen Schritt nach vorn und über­zeugt durch inno­va­tive, unge­wöhn­liche Schnitt­füh­rung. Hier sieht man, dass ein Quer­balken nicht immer grob wirken muss und dass ein Trikot nicht unter der Optik seines Spon­sors leiden muss. Und dass Vanille-gelb aus­nahms­weise auch eine sexy Farbe sein kann.

6.
SV Werder Bremen

Zackig, zackig! Da wird eine Ein­stel­lung, die man zu einem Spiel haben kann, gleich in die direk­teste aller Form­spra­chen umge­setzt. Ansonsten ein schlichtes Trikot, ohne viel Fir­le­fanz, das alles richtig macht.

7.
VfB Stutt­gart

Gute Arbeit! Schön, schlicht, ein paar Acces­soires in der Schnitt­füh­rung und in den Ein­sätzen. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Alles richtig gemacht. Bravo!

8.
Borussia Dort­mund

Der Klas­siker. Keine wei­tere deut­sche Mann­schaft hat es je geschafft, mit einer Farbe ein solch starkes Zei­chen zu setzen. Cor­po­rate Design pur. Hier lernt der trend­ori­en­tierte, wech­sel­lau­nige Desi­gner Demut und Dank­bar­keit: gelb, gelb, gelb bis in alle Ewig­keit. Amen!

9.
VfL Wolfs­burg

Per­fekt für den beleib­teren Mann, dank kon­vexer Naht­füh­rung im vor­deren Bereich. Dem Pro­fi­sportler wird diese etwas ver­wun­der­liche Schnitt­füh­rung nichts anhaben können. Trä­gern im Frei­zeit­be­reich sei davon jedoch drin­gend abge­raten: man sieht damit wie alles Mög­liche aus, nur nicht sport­lich-schlank.


10.
1899 Hof­fen­heim

Ein Fuß­ball Trikot im him­mel­blauen Marine-Look. Der Marine-Look ist der modi­sche Renner der Saison. Die Jungs von Hof­fen­heim machen’s vor, wie gut man damit aus­sehen kann. Bleibt die Frage, was die Marine mit Fuß­ball gemeinsam hat. Ein ordent­li­ches Fuß­ball-Trikot hat es nicht nötig, in fremden Gewäs­sern nach Stil zu fischen. Darum leider kein Platz 1 in dieser Saison Jahr.

11.
1. FC Kai­sers­lau­tern

Ist das gerade total out oder schon wieder in? Satin-Optik und schlichter Schnitt. Hier hatte die Jury ihre Schwie­rig­keiten, sich einig zu werden. Des­halb nur ein Platz im Mit­tel­feld.

12.
FC Schalke 04

»Es tut seinen Job – nicht mehr und nicht weniger«. Auch hier ein Trikot im desi­gne­ri­schen Mit­tel­feld, weder her­aus­ra­gend, noch wirk­lich schreck­lich. So ein­fach ist es nicht, da etwas zu greifen, wenn vor allem ein funk­tio­nales, ein­fa­ches Trikot da ist. Für einen Klas­siker reicht das leider noch nicht.

13.
Bayern Mün­chen

Sie sind so gut, da ist es ein­fach egal, was sie anhaben! Nach diesem Motto scheinen die Trikot-Ver­ant­wort­li­chen von Bayern-Mün­chen schon länger zu ver­fahren. Denn auch dieses Jahr findet die Jury wieder wenig Lob für dieses Outfit. Zuge­geben, die Längs­streifen haben in diesem Fuß­ball­verein Tra­di­tion. Aber es geht auch ohne opti­sche Beläs­ti­gung durch Streifen-Chaos, hier ließe sich ein schönes Trikot zau­bern, man müsste nur wollen.

14.
1. FC Nürn­berg

Die »weder-noch« Posi­tion. Ein form­schönes Trikot. Nicht richtig retro, nicht richtig modern. Inter­es­sante Naht­füh­rung, jedoch nicht wirk­lich dyna­misch. Etwas ver­spielt, aber doch schlicht. Dieses Trikot macht nichts falsch, aber auch nichts wirk­lich richtig.

15.
Ein­tracht Frank­furt

Nicht nur phä­no­menal unsexy, son­dern nahezu lieblos. Es muss ja nicht jeder Fuß­baller gleich aus­sehen wie ein Halb­gott. Aber muss man ihn des­halb gleich bestrafen? Schnitt, Form und Farbe spre­chen hier von großer Sorg- und Gedan­ken­lo­sig­keit. Heut­zu­tage zählt die Ver­mark­tung von Fan-Arti­keln und das Mer­chan­di­sing eines Fuß­ball-Ver­eins zu wich­tigen, zusätz­li­chen Ein­nah­me­quellen. Umso weniger ver­steht man hier, warum sich so offen­sicht­lich wenig Mühe gegeben wird, ein gutes Pro­dukt zu schaffen.

16.
Bayer Lever­kusen

Ein Trikot wie ein Ver­bots-Schild im Stra­ßen­ver­kehr, das jeden Spieler wie »durch­ge­stri­chen« aus­sehen lässt. Ohne diesen absolut über­flüs­sigen schrägen Balken hätte das Trikot den Wett­be­wer­berb um den besten Retro-Look der Bun­des­liga gewonnen.

17.
FSV Mainz 05

Ein roter Sack mit Ärmeln drin. Gut, um sich wirk­lich nur auf das Spiel kon­zen­trieren zu dürfen. Schlecht, wenn man damit mehr will, als nur ein wenig kicken. Denn in diesem form­losen Etwas wirkt auch der ath­le­tischste aller Spieler wie der brave Junge von Nebenan.

18.
Borussia Mön­chen­glad­bach

Waschen, Trocknen, Bügeln? Geht ganz ein­fach: fertig gespielt – Trikot waschen, trocknen, bügeln. Und dann in der nächsten Saison wieder ver­wenden. Einen anderen Zweck kann es nicht geben, warum ein­fach mit Allem an dieser Stelle gespart wurde: Kein Schnitt, kein inno­va­tives Mate­rial, die pure Abwe­sen­heit jeg­li­chen Designs. Dabei muss gutes Design gar nicht teuer sein. Schade, dass das noch nicht bis Glad­bach durch­ge­si­ckert ist. Bis dahin müssen die Jungs wohl oder übel in weißen, nichts-sagenden und unglaub­lich lang­wei­ligen Out­fits spielen. Schade eigent­lich…


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UMFRAGE: »Was ist Ihnen bei einem Fuß­ball­trikot wichtig?«

Gemeinsam mit dem Mei­nungs­for­schungs­un­ter­nehmen »YouGov« haben wir Fuß­ball­fans nach den Kri­te­rien für ein gutes Trikot gefragt. Über 50 Pro­zent der Befragten gaben an, dass ihnen Qua­lität, Tra­ge­kom­fort und opti­scher Gesamt­ein­druck am wich­tigsten bei einem Trikot sind. Eher neben­säch­lich sind Image des Haupt­spon­sors auf der Brust (19 Pro­zent finden dies sehr wichtig) und des Tri­kot­aus­rüs­ters (17 Pro­zent). Für ledig­lich neun Pro­zent ist es indes sehr wichtig, eine Lan­gär­mel­ver­sion des Tri­kots zu haben.

In der rechten Spalte findet ihr das Ergebnis im Detail.

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