Seite 3: Was zerstört die neue Reform?

Kuriose, oft hoch­pro­zen­tige, Ver­eins­namen, die an deut­sche Uni­ver­si­täts­ligen erin­nern, sind an der Tages­ord­nung. Theo­re­tisch ist es so nicht aus­ge­schlossen, dass Klubs wie Full­vaso Camaná (Glas­voll Camaná) oder Bayer Muni de Sayán (benannt zu Ehren von Bayer Lever­kusen und dem perua­ni­schen Erst­li­gisten Depor­tivo Muni­cipal) bald in der ersten Liga auf­tau­chen.

Ein Spiel – zwei Sieger

Auch auf höheren Ebenen kommt es zu selt­samen Vor­komm­nissen. So fei­erten nach den Ach­tel­fi­nals der natio­nalen Ebene im letzten Jahr zur Ver­blüf­fung aller Zuschauer gleich beide Teams ihr Wei­ter­kommen aus­ge­lassen – die einen, weil sie davon aus­gingen, dass die Aus­wärts­tor­regel Gül­tig­keit besaß, die anderen, weil sie wussten, dass bei Remis über beide Matches die bes­sere Posi­tion in der natio­nalen Gesamt­ta­belle ent­schied. Es dau­erte über eine Woche, bis der Ver­band der Ver­wir­rung ein Ende setzte.

Natür­lich ist die Vor­stel­lung, jedes Team noch aus der abge­le­gensten der zahl­rei­chen ersten Distrikts­ligen – die zudem ein sehr unter­schied­li­ches Niveau auf­weisen – hätte tat­säch­lich eine Auf­stiegs­chance, letzt­lich naiv. Alle Auf­steiger der letzten Jahre hatten solide finan­zi­elle Res­sourcen und teils ehe­ma­lige Erst­li­ga­spieler zur Ver­fü­gung. Und nach dem Auf­stieg werden die meisten Auf­stiegs­helden in der Regel durch gestan­dene Voll­profis ersetzt.

Refor­mie­rung im nächsten Jahr?

Den­noch: In Peru liebt man die Copa. Doch der Traum könnte bald aus­ge­träumt sein. Die zweite Liga, von Fans, Ver­einen und Medien lange stief­müt­ter­lich behan­delt, hat sich in den letzten Jahren deut­lich pro­fes­sio­na­li­siert und der Ver­band über­legt dem­entspre­chend, den Auf­stiegs­modus zu ändern – zumal die Auf­steiger aus der Copa Perú in den letzten Jahren meist direkt wieder abstiegen. Der Sieger der Copa Perú würde dann nur noch mit dem Auf­stieg in die zweite Liga belohnt.

Die Reform könnte nach der aktuell lau­fenden Saison durch­ge­führt werden. So würde die Copa Perú 2017 zum letzten Hurra eines Wett­be­werbs, der zehn­tau­sende Ama­teur­fuß­baller jeden Tag mit einem beson­deren Traum ein­schlafen lässt: dem von der ersten Liga.

»> Dieser Artikel ent­stand im Rahmen einer tau­fri­schen Koope­ra­tion mit unseren Freunden und Süd­ame­ri­kaspe­zia­listen von che​futbol​.com“.