»> Dieser Artikel ent­stand im Rahmen einer tau­fri­schen Koope­ra­tion mit unseren Freunden und Süd­ame­ri­kaspe­zia­listen von che​futbol​.com“. 

Das Moti­va­ti­ons­pro­blem gehört in den meisten Län­dern zu den ewigen Flü­chen des Ama­teur­fuß­balls. Klar – man könnte in der Vor­be­rei­tung die Wald­läufe machen, die der Trainer vor­gibt. Klar – man könnte dem Alkohol abschwören und sich an einen tuche­lesken Ernäh­rungs­plan halten. Aber wozu der Auf­wand? Für den Auf­stieg in die Bezirks­liga? Und dann? Der Traum vom Pro­fi­fuß­ball ist ohnehin für die aller­meisten längst aus­ge­träumt.

Die 50.000 und der Traum von der ersten Liga

In Peru lebt dieser Traum für Zehn­tau­sende Ama­teur­fuß­baller jedes Jahr aufs Neue. Denn alle Klubs unter­halb der ersten beiden Ligen sind in der soge­nannten Copa Perú orga­ni­siert, die eine Art Ama­teur­meis­ter­schaft dar­stellt. Und: Der zweite Auf­stiegs­platz in die erste perua­ni­schen Liga gehört dem Sieger dieser Copa Perú. Somit steigt jedes Jahr ein Ama­teur­team in die Bel­etage des perua­ni­schen Fuß­balls auf.

Und um diesen einen Platz bewerben sich jedes Jahr bis zu 25.000 Teams. Die Ligen sind dabei zunächst nach Distrikten orga­ni­siert. Ein Distrikt ent­spräche in Deutsch­land in länd­li­chen Regionen unge­fähr einem Land­kreis, doch in grö­ßeren Städten haben auch die meisten Stadt­teile ihre eigenen Distrikts­ligen. Um am Sai­son­ende die Copa Perú – die man mit feiner Ironie den perua­ni­schen Hen­kel­pott“ nennt – in die Höhe stemmen und den Auf­stieg feiern zu können, muss man zuerst in der ersten Liga des hei­mi­schen Distrikts spielen. Bei momentan nicht weniger als 298 Distrikten, deren erste Ligen je zehn bis vier­zehn Teams auf­weisen, gibt es also zwi­schen 3000 und 4000 poten­ti­elle Erst­li­ga­auf­steiger und also min­des­tens 50000 Spieler, die sich zumin­dest am Sai­son­be­ginn alle der Illu­sion von der ersten Liga hin­geben können.

Von der Pro­vinz ins Depart­ment

Dafür muss man jedoch eine wahre Och­sen­tour mit vier Ebenen über­stehen. Gerade läuft die erste Phase, die Distrikt­s­ebene. Jede erste Distrikts­liga spielt von Februar bis Mai einen Meister aus, der sich dar­aufhin für die Pro­vin­zebene qua­li­fi­ziert – in Deutsch­land ent­spräche das in etwa einem Regie­rungs­be­zirk. Der Meister der Pro­vin­zebene schafft es wie­derum auf die Depar­te­ments­ebene (die in etwa einem Bun­des­land ent­spricht). In jedem der 25 Depar­te­ments qua­li­fi­zieren sich die beiden besten Teams für die natio­nale Ebene. In dieser spielen somit 50 Teams, von denen die letzten vier über­le­benden seit 2016 eine Final­runde in der Haupt­stadt Lima aus­spielen.