Die Spieler
Eine Klage, die so alt ist wie die Klage selbst: Im Fuß­ball gibt es keine Typen mehr. Das war zwar schon immer Quatsch, aber selten so sehr, wie im Hin­blick auf die aktu­elle U21-Natio­nal­mann­schaft. Denn: Typen, wohin das vor Glück trä­nende Auge schweift. Von Alex­ander Nübel, der es ver­mut­lich nur durch seine Leis­tungen schaffen wird, aus sto­isch das neue sexy zu machen, über Cha­risma-Reaktor Jona­than Tah und Vor­sänger Ben­jamin Hen­richs bis hin zu Maxi­mi­lian Egge­stein, der auch nach 85 Minuten bei 41 Grad in Bologna noch so aus­sieht, als wäre er jetzt aber end­lich bereit, diesen Mara­thon zu laufen – in Best­zeit. Und damit ist noch lange nicht Schluss. Diese U21 bietet in Sachen Typen mehr Ange­bote, als das Internet am Black Friday.

Da wäre Arne Maier, über den man wahr­schein­lich schon als Junge sagte: Was für ein Mann! Und der für sich genommen läs­siger ist, als alle Hertha-Hashtag-Kam­pa­gnen zusammen. Ein Spieler, der auf fiese Beob­achter etwas langsam wirken mag, von dem Lieb­haber aber wissen: so geht Ent­schleu­ni­gung. Denn Maier muss nicht hetzen, Maier muss nur regeln. Wofür Andrea Pirlo eine gute Kar­riere-Dekade benö­tigt hat, das hat Arne Maier im Kleinen längst ein­ge­baut. Und es geht weiter. Und es ginge immer weiter.

Da wäre Marco Richter, der gern mal auf das Früh­stück ver­zich­tete, um zehn Minuten länger zu schlafen, oder Luca Wald­schmidt, der die größte denk­bare Leis­tung voll­bracht hat, den HSV zu über­leben, oder Nadiem Amiri, der nach einer Aus­wechs­lung durch seinen Ver­eins­trainer Julian Nagels­mann schon mal sagte: Ich war sauer, dass ich raus musste, mir wurde die Chance genommen, das Spiel zu ent­scheiden.“ Und den man danach nicht arro­gant findet, son­dern, eben: einen Typen. So wie seine Mit­spieler. Mit denen man gern im Bus säße, wenn sie singen und feiern. Nicht um mit den Stern­chen der Stunde gesehen zu werden, son­dern ein­fach, weil es nach einer ver­dammt guten Zeit aus­sieht.