Es gehört bei­nahe zu den Pflicht­auf­gaben der Spieler, sich nach den Spielen artig bei den Fans zu bedanken. Als Glad­bach am Don­nerstag in einer sen­sa­tio­nellen Auf­hol­jagd Flo­renz geschlagen hatte, sagte der Mann des Abends: Es war wichtig, dass wir den Fans etwas zurück­geben.“ Der drei­fache Tor­schütze Lars Stindl trug den Spiel­ball unter dem Arm und führte weiter aus, wie groß­artig sich die Glad­ba­cher Fans nicht nur wäh­rend des Spiels, son­dern auch in der Stadt ver­halten hätten. Im Unter­schied zu vielen anderen Profis war Stindls Aner­ken­nung keine aus­wendig gelernte Floskel.

Wer sich mit einem seiner Freunde und gleich­zeitig dem Ersatz­tor­wart Tobias Sippel oder anderen Weg­be­glei­tern über Stindl unter­hält, bekommt immer wieder Geschichten von dessen unge­wöhn­li­chen Recher­chen zu hören. Stindl durch­forstet das Netz nicht nur nach TV-Serien, son­dern nach Videos von Fan­ge­sängen. Er schaut sich Sta­tis­tiken über den Zuschau­er­schnitt der Ligen an und inter­es­siert sich dafür, wie viele Fans auf Aus­wärts­fahrten mit­reisen.

Der Telefon-Mann

Als er mit Han­nover 96 im Jahr 2011 im Euro­pa­pokal spielte, begeis­terte er sich für den Europapokaaaaal“-Fangesang. In einer Text­stelle darin heißt es: In Kopen­hagen schellt das Telefon.“ Im Inter­view mit 11FREUNDE erin­nerte sich Stindl kürz­lich: Dann spielten wir aus­ge­rechnet in Kopen­hagen, ich erzielte das Siegtor. Wir waren damit weiter, mir kam direkt diese Text­zeile in den Sinn. Ich lief also zum Fan­block und imi­tierte einen Tele­fon­anruf. Das war schon ein geiles Gefühl.“

Der sonst so zurück­hal­tende Typ wird auf dem Rasen zum Ein­peit­scher. Ein Euro­pa­po­kal­a­bend unter Flut­licht in Flo­renz ist wie für ihn gemacht. Dieser Abend erzählte jedoch nicht nur die Geschichte des Fans Lars Stindl, son­dern auch des Spie­lers – und zwar in jedem Tor, selbst für Flo­renz. Vor dem 1:0 der Flo­ren­tiner bemerkte er, wie die Glad­ba­cher Sechser zu weit auf­ge­rückt waren und wollte als Stürmer das Loch im Zen­trum stopfen. Er jagte also über den gesamten Platz dem Angriff hin­terher, schaffte es aber nicht recht­zeitig an den Ball. Sein Ein­satz wurde erst mit Ver­zö­ge­rung belohnt.