Dass Ein­tracht Frank­furt gute Hin­runden spielen kann, ist nichts Neues. Dass darauf in schöner Regel­mä­ßig­keit eine schlechte Rück­runde folgt, ist ebenso bekannt. Wieso das am Main der mitt­ler­weile fast gewohnte Lauf der Dinge ist, weiß aber immer noch keiner.

Auch der Erklä­rungs­ver­such von Niko Kovac fällt recht spär­lich aus. Wieso es in der letzten Rück­runde nicht so gut lief? Da hatten wir viel Pech“, sagte der Coach zum Trai­nings­auf­takt nach Weih­nachten. Gemeint war damit unter anderem Ver­let­zungs­pech.

Denn auch das gehört zur Ein­tracht wie’s Stöff­sche nach Frank­furt. Rei­hen­weise fielen in den letzten Jahren wich­tige Stamm­spieler in wich­tigen Phasen aus. Mit David Abraham, der seit dem letzten Hin­run­den­spieltag mit einer Waden­bein­ver­let­zung fehlt, scheint sich der Trend erneut zu bestä­tigen.

Tablet­ten­the­rapie, Strom­schock­be­hand­lung, Ope­ra­tion 

Wie lange der Abwehr­chef aus­fallen wird, ist noch nicht klar. Was bekannt ist: Lei­denser­probt ist das Trai­ner­team rund um die Kovac-Brüder in dieser Hin­sicht. Das Ver­let­zungs­pech aus der letzten Rück­runde spürte die Ein­tracht noch die ganze Hin­runde. Ihr fehlte der Sta­bi­li­sator.

Omar Mas­ca­rell wurde schmerz­lichst ver­misst. Im April 2017 streikte die Achil­les­sehne des Spa­niers. Und wurde so zur Achil­les­ferse der Ein­tracht. Mas­ca­rell ver­passte die letzten vier Liga­par­tien, aus denen die Mann­schaft nur einen Punkt holte. Und das abso­lute High­light: DFB-Pokal­fi­nale in Berlin, das sie nach großem Kampf gegen den BVB verlor.

Ein­ge­schlagen wie die Musik beim Handkäs

Wäh­rend der Verein sich zu einer den­noch ins­ge­samt gelun­genen Saison gra­tu­lierte, wurde es für Mas­ca­rell nur noch schlimmer. Tablet­ten­the­rapie, Strom­schock­be­hand­lung – die ent­zün­dete Sehne gab keine Ruhe. Nach drei Monaten hieß der letzte Ausweg im Juli Ope­ra­tion. Eine Hiobs­bot­schaft für den Spa­nier. Und für den ganzen Klub.

Als Mas­ca­rell im Sommer 2016 von Real Madrid nach Frank­furt kam, war das Umfeld zwar opti­mis­tisch. Aber dass er ein­schlagen würde wie die Musik beim Handkäs, hätte wohl nie­mand erwartet. Schließ­lich hatte der damals 23-jäh­rige nur ein ein­ziges Mal für die Erste der Galak­ti­schen gespielt. Den Rest der Zeit ver­brachte er im B- oder C‑Team und auf Leihe bei Derby County und Spor­ting Gijon – weit ent­fernt von Klasse und Strahl­kraft des weißen Bal­letts.