Seite 3: „Feindschaft“ mit Mancini

Dabei ope­riert Joor­ab­chian aber anders als seine Kol­legen Raiola oder Mendes, die eine innige Bezie­hung zu ihren Kli­enten pflegen und stets deren per­sön­liche Inter­essen ver­treten. Der Geschäfts­mann fun­giert als Mit­tels­mann für die Klubs, die von seinen guten Kon­takten pro­fi­tieren und hier und dadurch die Kom­pe­tenz­be­reiche der eigenen Sport­di­rek­toren ein­schränken.

So etwa bei der Suning Com­merce Group, die seit Mitte des Jahres das Sagen bei Inter Mai­land hat und einen Haus­klub in der chi­ne­si­schen Super League unter­hält. Joor­ab­chian trieb laut ita­lie­ni­schen Medi­en­be­richten hinter den Kulissen die Tren­nung von Ex-Inter-Trainer Roberto Man­cini voran und instal­lierte dann gleich dessen Nach­folger Frank De Boer. Joor­ab­chian und Man­cini kennen sich noch aus Zeiten, in denen der Ita­liener Trainer von Carlos Tévez bei Man­chester City war. Der argen­ti­ni­sche Angreifer und Man­cini gerieten immer wieder anein­ander, Tévez wurde wegen Dis­zi­plin­lo­sig­keit sus­pen­diert. Seitdem haben Man­cini und Joor­ab­chian ein schlechtes Ver­hältnis, der Cor­riere dello Sport“ sprach im Zuge der Ent­las­sung gar von einer Feind­schaft“.

Inter wird mitt­ler­weile von Kia kon­trol­liert“

Bei Inter gilt der Geschäfts­mann mitt­ler­weile als ein­fluss­reichste Person, noch vor Sport­di­rektor Piero Aus­ilio. Diesen Ein­druck tat auch Filippo Man­cini, der Sohn von Roberto, in einem Inter­view kund: Inter wird mitt­ler­weile von Kia kon­trol­liert, ich weiß nicht ob das gut für den Klub ist.“ Im Sommer trans­fe­rierte Joor­ab­chian für ins­ge­samt über 70 Mil­lionen Euro den por­tu­gie­si­schen Euro­pa­meister João Mário und das bra­si­lia­ni­sche Talent Gabriel Bar­bosa nach Mai­land, zuvor war der 45-Jäh­rige bereits für die über­ra­schenden Wechsel von Alex Tei­xera und Ramires zu Jiangsu Suning ver­ant­wort­lich. 

Eine ähn­liche Rolle könnte Joor­ab­chian nun auch bei 1860 zukommen. Mit den Bra­si­lia­nern Ribamar und Victor And­rade stehen bereits zwei seiner Schütz­linge im Löwen-Kader, obwohl der dama­lige Sport­di­rektor Eichin zuvor Bedenken über das Leis­tungs­ver­mögen der beiden äußerte. Mit dem Marok­kaner Adel Taarabt, für den der Geschäfts­mann bei Ben­fica ein fürst­li­ches Gehalt aus­han­delte und ihn zu einem der Best­ver­diener bei den Por­tu­giesen machte, wäre kürz­lich fast ein dritter Spieler hin­zu­ge­kommen. Als sich der untrai­niert wir­kende Taarabt aber wenig begeis­tert davon zeigte, künftig in der Zweiten Bun­des­liga zu spielen, strich Joor­ab­chian ihn kur­zer­hand wegen schwie­rigen Cha­rak­ters“ aus seinem Port­folio. 

1860-Chef Ismaik ver­sprach den Löwen-Fans vor wenigen Tagen ein Trans­fer­budget über 50 bis 100 Mil­lionen Euro. Es ist zu erwarten, dass Joor­ab­chian mit einem Groß­teil davon han­tieren wird. Ob sport­lich erfolg­reich oder nicht: Der Tra­di­ti­ons­verein aus Gie­sing ist mitt­ler­weile fester Bestand­teil der Big Player im inter­na­tio­nalen Fuß­ball­zirkus.