Dieser Tage werden 1860-Fans auf eine harte Probe gestellt. Der Tra­di­ti­ons­verein aus Gie­sing war immer schon das boden­stän­dige Gegen­stück zum inter­na­tio­na­li­sierten Stadt­ri­valen FC Bayern. Die Iden­ti­fi­ka­tion der Anhänger rührte nie aus schil­lernden Erfolgen, viel­mehr eint sie mit ihrem Verein, was sich auch in den Sport­heimen der untersten Ama­teur­ligen findet: Kame­rad­schaft, die am Wochen­ende erst im Grün­walder Sta­dion und später im Löwen­stüberl gelebt wird.

Dort schwelgen die Sechzig-Anhänger gerne mal in Erin­ne­rungen, etwa an ihre Meis­ter­löwen von 1966. Oder ein­fach an die Zeit, bevor Investor Hasan Ismaik den Verein über­nahm und auf den Kopf stellte. Dahin waren sie, die alten deut­schen Tugenden. Der TSV 1860 Mün­chen ist auf Füh­rungs­ebene mitt­ler­weile schon inter­na­tio­naler als der große Stadt­ri­vale.

Es geht um Kon­takte

Seit Montag ist Vítor Pereira offi­ziell neuer Löwen-Trainer. Dass die Wahl auf den Por­tu­giesen fiel, der zuvor beim FC Porto, Al-Ahli, Olym­piakos Piräus und Fener­bahce Istanbul unter Ver­trag stand, ist aber kein Zei­chen von Krea­ti­vität oder neuem Erfin­dungs­geist. Es geht um Kon­takte.

Hinter den Kulissen hat ein gewisser Kia Joor­ab­chian die Fäden gezogen, ihm wird ein inniges Ver­hältnis zu 1860-Chef Ismaik nach­ge­sagt. Bei 1860 gibt es aktuell keinen Sport­di­rektor und viel­leicht, so heißt es zumin­dest, ver­zichtet der jor­da­ni­sche Investor in Zukunft auf einen Nach­folger für den geschassten Thomas Eichin. Die Kon­takte von Joor­ab­chian in die hie­sige Fuß­ball­welt könnten näm­lich größer nicht sein, als externer Berater und Spie­leragent hatte er gefühlt schon bei jedem großen Klub in Europa seine Finger im Spiel. Für den bri­ti­schen Tele­graph ist der ira­nisch-eng­li­sche Geschäfts­mann mitt­ler­weile auf Platz vier der ein­fluss­reichsten Agenten im Welt­fuß­ball, in unmit­tel­barer Schlag­di­stanz zu den pro­mi­nenten Platz­hir­schen Jona­than Bar­nett, Mino Raiola und Jorge Mendes.