Wenn uns die unzäh­ligen Videos der Hobby-Selbst­dar­steller auf You­Tube eins lehren, dann, das Angeben gelernt sein will. Nichts bringt dem Zuschauer mehr Fremd­scham und Scha­den­freude, als eine auf­rei­zend lässig vor­ge­tra­gene Leis­tung, die schreck­lich nach hinten los geht. Das gilt sowohl für Zau­berer, die sich Nägel in die Hand hauen, als auch für Fuß­baller, die sich an artis­ti­schen Wun­der­dingen ver­su­chen. Wer bei You­Tube bei­spiels­weise Foot­ball“ und Fail“ (jüngst von Lan­gen­scheidt zum zweit­be­lieb­testen Wort der deut­schen Jugend­sprache gewählt) ein­gibt, stößt auf schlanke 55.300 Ergeb­nisse.

Neu in dieser Kate­gorie ist der gleich dop­pelt miss­glückte Fall­rück­zieher im Spiel von Viking und Rosen­borg Trond­heim. Nach einer schick geschla­genen Flanke hauen die beiden Stürmer des nor­we­gi­schen Rekord­meis­ters, Mus­haga Bakenga und Jonas Svensson, so wun­derbar simultan am Ball vorbei, dass es eine Freude ist, zuzu­gu­cken. Dabei hat die dop­pelte Schere ins Leere eine gewisse ästhe­ti­sche Schön­heit, wenn man denn ein großer Fan von Syn­chron­schwimmen ist. Der­maßen akzen­tu­iert und punkt­genau ist der Ver­such der beiden, den Ball auf artis­ti­sche Art und Weise im Tor unter­zu­bringen. Abzüge in der B‑Note gibt es ledig­lich, wegen einer win­zigen Klei­nig­keit: Keiner trifft die Kugel. So wie einst der Teu­fels­dreier“ bei den Kickers. Nur zu zweit. Und in miss­lungen.

Mario Basler sagte einst: Wer mehr kann, darf sich auch mehr erlauben.“ Im Umkehr­schluss heißt das ja auch, dass die, die weniger können, sich auch weniger erlauben sollten. Wir wider­spre­chen dem ganz vehe­ment, denn: Auch das Schei­tern kann richtig schick aus­sehen.