Das erste Cham­pions-League-Match des FC Bayern gegen Arsenal London liegt fast 15 Jahre zurück. Im Dezember 2000 reiste das von Ottmar Hitz­feld trai­nierte Team ins High­bury-Sta­dion, Mehmet Scholl und Michael Tarnat trafen, das Spiel in der Grup­pen­phase endete 2:2. Der ein­zige, der von diesem Spiel noch übrig ist, heißt Arsene Wenger. Der ist immer noch Trainer des FC Arsenal.
 
Jede Spiel­mi­nute kostet mehr als einen Euro

Alles andere hat sich gewan­delt, wurde schneller, größer und vor allem: teurer. Kos­tete ein 2:2 im Dezember 2000 noch etwa 25 Euro, wird jeder Münchner Fan, der heute Abend im Sta­dion steht, das Vier­fache gezahlt haben. Mehr als 100 Euro für das bil­ligste Gas­ti­cket, das ist der Preis für die Cham­pions-League-Vor­runde. Jede Minute Spiel­zeit ist mehr als einen Euro wert.

Das ist selbst für die teuer gewor­dene eng­li­sche Liga äußerst happig. Die Münchner Fan­szene will das nicht kom­men­tarlos hin­nehmen. Ohnehin bekannt für klare poli­ti­sche Posi­tionen, wird beim Anpfiff heute die Bay­ern­kurve erstmal leer sein. Nur Pro­test­banner werden darauf hin­weisen, dass es auch für alles­fah­rende Fuß­ball­fans eine Schmerz­grenze gibt.

Fans zu Kunden

Die ist nun erreicht. Der Dach­ver­band der Münchner Fan­gruppen, der Club Nr. 12, hat in der ver­gan­genen Woche zu einem fünf­mi­nü­tigen Boy­kott zu Spiel­be­ginn auf­ge­rufen. Damit soll demons­triert werden, wie Stim­mung aus­sieht, wenn man Fans nur als Kunden begreift, stumm und emo­ti­onslos. Anschlie­ßend wollen die Münchner laut eigener Mit­tei­lung zeigen, wie leben­dige Fan­kultur aus­sehen kann, wenn sie von Ver­einen und Ver­bänden auch als Teil des Spiels ernst genommen wird.