Seite 2: Der Verein ist handlungsunfähig

Der Para­graf 20 beschäf­tigt seit nun­mehr ein­ein­halb Jahren den Verein und seine Mit­glieder. Denn Oster­mann hat dem FC Hom­burg schon lange den Rücken zuge­kehrt. Er ist aktuell sogar Ver­eins­prä­si­dent vom 1. FC Saar­brü­cken. Dem Lokal­ri­valen und in der ver­gan­genen Saison direkten Kon­kur­renten in der Regio­nal­liga. Dessen Haupt­sponsor: Oster­manns Victor´s Resi­denz Hotels“.

Kann es also sein, dass der Ver­eins­prä­si­dent eines Regio­nal­li­ga­ver­eins dazu in der Lage ist, durch eines seiner Unter­nehmen ganz ent­schei­dend die Geschäfte eines Kon­kur­renten beein­flussen zu können?

Was for­dern die Mit­glieder?

Vielen Mit­glie­dern des FC Hom­burg sind diese Klau­seln seit vielen Jahren ein Dorn im Auge. Im Februar 2016 wurde auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung mit einer Zwei­drit­tel­mehr­heit die Strei­chung der Klau­seln beschlossen. Es fehlte alleine die Zustim­mung der Victor´s Bau & Wert AG“. Doch diese blieb aus. Oster­mann oder ein anderer Ver­treter waren nicht einmal auf der Ver­samm­lung anwe­send.

Was folgte, waren lange Gesichter: Sowohl bei den Ver­ant­wort­li­chen des Ver­eins als auch bei den Mit­glie­dern. Der Vor­sit­zende des Auf­sichts­rats, Dieter Kni­cker, sagte im Anschluss an die Ver­samm­lung: Wir wollen sein Schweigen mal als Zustim­mung werten“. Der Verein werde ihm den Beschluss zusenden und eine neue Sat­zung aus­ar­beiten. Sollte die Zustim­mung aus­bleiben, müsse man not­falls vor Gericht. 17 Monate später fehlt die Zustim­mung immer noch.

Ein weiter Dienstweg

Der Vor­stands­vor­sit­zende Her­bert Eder sagte der Zei­tung Die Rhein­pfalz“ im April diesen Jahres: Wir gehen aber davon aus, dass bei der Firma Victor´s darauf kein Wert mehr gelegt wird. Dort werden diese Rechte nicht mehr wahr­ge­nommen, wir erle­digen die Sache auf dem kleinen Dienstweg“. Scheinbar scheint der Weg weiter zu sein als gedacht.

Am 7. Juni fand nun die mit Span­nung erwar­tete außer­or­dent­liche Mit­glie­der­ver­samm­lung statt. Doch ent­gegen der Ankün­di­gung des Unter­neh­mens, einen Ver­treter zu ent­senden, kam auch dieses Mal nie­mand. Die Zustim­mung für die Sat­zungs­än­de­rung fehlt also wei­terhin. Die Empö­rung bei den Mit­glie­dern ist groß.

Der FC Hom­burg ver­wies auf Bitte um ein State­ment auf den Vor­sit­zenden des Auf­sichts­rats Dieter Kni­cker. Dieser ant­wor­tete jedoch nicht auf unser Schreiben und war auch tele­fo­nisch nicht zu errei­chen.