Bei einer Abstim­mung wurde dieses Tor zum schönsten der Geschichte gewählt. Erzielt hat es der Mexi­kaner Manuel Negrete am 15.06.1986, im Spiel gegen Bul­ga­rien. Und: Natür­lich ist es wun­der­schön. Aber: Ist es wirk­lich das schönste der WM-His­torie? Die fol­genden 11 Treffer beweisen: Nö!

11. Robin van Persie (WM 2014, Nie­der­lande gegen Spa­nien)
Spa­nien geht als Titel­ver­tei­diger in dieses erste Grup­pen­spiel, wel­ches für die Nie­der­länder gleich­zeitig die Chance zur Revanche bietet. Vier Jahre zuvor hatte Andres Iniesta in der 118. Minute des WM-Finals die Hoffungen auf den ersten WM-Titel der Hol­länder zer­stört. Dem­entspre­chend viel Schaum vor dem Mund haben Robben, Sneijder und van Persie. Mit 5:1 werden die Spa­nier, die nach drei Titeln am Stück (1x WM, 2x EM) eigent­lich als unbe­siegbar gelten, sen­sa­tio­nell vom Platz gefegt. Van Persie sorgt mit dem viel­leicht schönsten Kopf­balltor aller Zeiten für den fuß­bal­le­ri­schen Höhe­punkt dieser wahn­wit­zigen Partie.

10. Said al Uwa­rian (WM 1994, Saudi-Ara­bien gegen Bel­gien)
15 Meter hinter der Mit­tel­linie kommt Said al-Uwairan im Grup­pen­spiel gegen Bel­gien an den Ball, treibt ihn am ersten Gegen­spieler vorbei, am zweiten, schüt­telt den nächsten ab, bevor er 20 Meter vor dem Tor zwei wei­tere Bel­gier aus­steigen lässt. Im Straf­raum stellen sich ihm ein Abwehr­spieler und der Tor­wart ent­gegen, aber al-Uwairan gelingt im Fallen der Abschluss. Zur Beloh­nung bekommt er einen neuen Spitz­namen: Wüsten-Mara­dona“. Zwei Jahre später landet er im Knast, weil er alko­ho­li­siert in einem Rot­licht­viertel auf­ge­griffen wird. 

9. Gio­vani van Bronck­horst (WM 2010, Nie­der­lande gegen Uru­guay)
Selten ist ein der­maßen traum­haftes Tor in einem der­maßen wich­tigen Spiel so in Ver­ges­sen­heit geraten wie dieser Strich von Gio­vani van Bronck­horst. Der mit seinem extrem opti­mis­ti­schen Gewalt­schuss für die frühe Füh­rung im WM-Halb­fi­nale gegen Uru­guay sorgte und daher maß­geb­lich am Einzug ins Finale betei­ligt war. Außerdem schön: Dass so immerhin ein Ver­tei­diger in dieser Liste auf­taucht. 

8. James Rodri­guez (WM 2014, Kolum­bien gegen Uru­guay)
Vor der Welt­meis­ter­schaft 2014 gilt James Rodri­guez zwar als großes Talent – warum genau die AS Monaco ein Jahr zuvor 40 Mil­lionen Euro für ihn an Porto über­wiesen hat, ist bis zu diesem Zeit­punkt aller­dings noch nicht so richtig klar. Dann pflückt er im Ach­tel­fi­nale gegen Uru­guay den Ball mit der Brust aus der Luft und zieht mit vollem Risiko ab. Der ball rauscht ins Tor, James wird zum Gesicht der WM und wech­selt nur ein paar Wochen später zu Real Madrid. 



7. David Platt (WM 1990, Eng­land gegen Bel­gien)
Gas­coigne chippt den Ball in den Straf­raum, Platt dreht sich und voll­endet volley in den Winkel. Für Eng­land bedeutet das Traumtor das Vier­tel­fi­nale, für den bis dato unbe­kannten Tor­schützen ein neues Leben in Ita­lien. Er spielt in Turin, Bari und Genua und baut später ein Haus auf Sar­di­nien. 

6. Maxi Rodri­guez (WM 2006, Argen­ti­nien gegen Mexiko)
Im Ach­tel­fi­nale läuft bereits die Ver­län­ge­rung, es steht 1:1 und den Favo­riten aus Argen­ti­nien droht das frühe Aus gegen Mexiko. Dann schlägt die Stunde von Flü­ge­stürmer Maxi Rodri­guez. Einen Dia­go­nal­ball nimmt er mit der Brust an, um ihn danach volley zum Siegtor in den Winkel zu jagen. Im Vier­tel­fi­nale ist für Rodri­guez und seine Kol­legen gegen Gast­geber Deutsch­land trotzdem Schluss. Obwohl Rodri­guez im Elf­me­ter­schießen cool bleibt und Jens Leh­mann samt Spick­zettel über­listet.

5. Lothar Emme­rich (WM 1966, Deutsch­land gegen Spa­nien)
In den Grup­pen­spielen zuvor schmorte Emma“ auf der Bank, obwohl er mit 31 Tref­fern als amtie­render Tor­schüt­zen­könig ins Tur­nier gestartet war. Erst im dritten Grup­pen­spiel gegen Spa­nien ver­traut Bun­des­trainer Helmut Schön dem Dort­munder Stürmer. Und der dankt es ihm mit einem Tor, das bis heute zwin­gend um den Halb­satz aus unmög­li­chem Winkel“ ergänzt gehört. 

4. Carlos Alberto (WM 1970, Bra­si­lien gegen Ita­lien)
Noch heute gilt das Tor von Bra­si­liens Kapitän im WM-Finale 1970 als das per­fekte Tor“. Was nicht so sehr mit dem Abschluss von Alberto zu tun hat, son­dern viel mehr damit, dass an der Ent­ste­hung des Tores neun der zehn bra­si­lia­ni­schen Feld­spieler direkt betei­ligt waren. Will heißen: Fast die ganze Mann­schaft berührte vor dem satten Abschluss den Ball. 

3. Pele (WM 1958, Bra­si­lien gegen Schweden)
Wenige Tage vor dem End­spiel sitzt der 17-jäh­rige Pelé auf seinem Hotel­zimmer in Stock­holm und weint. Er hat Heimweh. Nach dem Finale weint er wieder – vor Freude. Bra­si­lien hat Schweden 5:2 besiegt. Pelés erster Treffer, bei dem er leicht­füßig die Abwehr­spieler über­lupft, bevor er eis­kalt abschließt, ist die sport­liche Geburt des besten Spie­lers aller Zeiten.

2. Dennis Berg­kamp (WM 1998, Nie­der­lange gegen Argen­ti­nien)
Ich wusste selbst nicht, wie mir geschieht. So ein Glücks­mo­ment in der 90. Minute! Jeder Junge träumt davon, bei einer WM ein Tor zu schießen. Dieses Tor machte ich auf meine Art und Weise, auf dieser Bühne, in einem für mich wirk­lich großen Spiel. Ver­mut­lich war das ent­schei­dend: Ich liebe guten Fuß­ball, schönen Fuß­ball, aber das Spiel muss eine spe­zi­elle Bedeu­tung haben. In diesem Moment dachte ich an meine Kind­heit, als ich im Alter von sieben oder acht Jahren auf der Straße vor unserem Haus kickte.“ So spricht Dennis Berg­kamp im 11FREUNDE-SPE­ZIAL (hier erhält­lich) über den schönsten Moment seiner Kar­riere. Der zu einem der schönsten Momente der Fuß­ball­ge­schichte über­haupt wurde. Weil alles per­fekt ist: die Annahme, die Ver­ar­bei­tung, der Abschluss. Und das Resultat: Hol­land zog ins Halb­fi­nale ein.

1. Diego Mara­dona (WM 1986, Argen­ti­nien gegen Eng­land)
Über das Tor ist alles gesagt und geschrieben und berichtet worden. Und trotzdem bleibt man nach jedem Anschauen mit offenem Mund vor dem Rechner zurück. Weil kein anderes Tor je besser war und kein anderes Tor je besser sein wird. Weil alles passt. Der Rahmen (WM-Vier­tel­fi­nale). Der Prot­ago­nist (der welt­beste Spieler). Die Ent­ste­hung (einer gegen alle). Das Ergebnis (Argen­ti­nien gewinnt und wird später Welt­meister). Gän­se­haut.

Zumal Mara­dona nur ein paar Tage später, immerhin im WM-Halb­fi­nale gegen Bel­gien, bewies, dass das Tor gegen Eng­land kein Zufall war…