Der Spieler in der Posi­tion des Mit­tel­stür­mers tat, was ein Mit­tel­stürmer in dieser Situa­tion tun musste: Er ver­traute seiner Intui­tion. Bis dahin hatte er alles richtig gemacht, erkannt, dass der Ball von außen an den Fünf­me­ter­raum gespielt werden würde und sich in die pas­sende Abschluss­po­si­tion gebracht. Aber dann kam es zu leichten Stö­rungen im Betriebs­ab­lauf. Ich war eigent­lich schon ein biss­chen zu weit vorne“, sagte er. Es war instinktiv, dass ich irgendwie den Ball noch aufs Tor bringen wollte.“ Irgendwie. Der Spieler in der Posi­tion des Mit­tel­stür­mers drehte sich halb um die eigene Achse und lenkte den Ball mit der Sohle ins Tor.

Mit­tel­stürmer können so was, aber der Mann in der Posi­tion des Mit­tel­stür­mers hieß Mat­thias Ginter, und im nor­malen Leben, sowohl in seinem Verein Borussia Mön­chen­glad­bach als auch in der deut­schen Fuß­ball-Natio­nal­mann­schaft, ist er als Innen­ver­tei­diger tätig. Man muss ihm auf jeden Fall ein Kom­pli­ment aus­spre­chen“, sagte Mit­tel­feld­spieler Leon Goretzka. Das wird er nicht so schnell ver­gessen.“

Indiz für ein neues Selbst­ver­trauen

Davon ist aus­zu­gehen. Für Mat­thias Ginter war es im 29. Län­der­spiel das erste Tor über­haupt. Es war kein ganz unwich­tiges, weil es sein Team kurz vor der Pause gegen die ultra­de­fen­siven Weiß­russen mit 1:0 in Füh­rung brachte, und noch dazu traf Ginter in dem Sta­dion, in dem er auch als Ver­eins­spieler seiner Arbeit nach­geht.

Wenn ein Abwehr­spieler ein Tor erzielt, sagt das nicht zwin­gend etwas über die Qua­lität seines Spiels aus. In diesem Falle aber durfte man Gin­ters Treffer durchaus als Indiz werten. Als Indiz für sein neues Selbst­ver­trauen, zu dem ver­mut­lich auch die Tabel­len­füh­rung mit Borussia Mön­chen­glad­bach in der Bun­des­liga bei­getragen hat; aber auch als Indiz für den gestei­gerten Wert, den er inzwi­schen in der Natio­nal­mann­schaft genießt.