Es hatte in dieser Sache natür­lich nichts zu bedeuten, dass Ostern vor der Tür stand. Aber wenn es wirk­lich einen Fuß­ball-Gott gibt, dann könnte es gut sein, dass Johan Cruyff sein Sohn war. Nur ist dieser Sohn nicht wie­der­auf­er­standen. Er ist am 24. März 2016, drei Tage vor dem Oster­fest, gestorben. Mit 68 Jahren erlag er einem Krebs­leiden. Und die Fuß­ball­welt, sie gibt es ja ganz sicher, hat bis heute allen Grund, zu trauern.

Barca, Bayern und der deut­sche WM-Sieg als Erben Cru­yffs

Man muss Johan Cruyff nicht mit eigenen Augen Fuß­ball spielen gesehen haben, um sich seiner Spiel­kunst zu erin­nern. Sein Ein­fluss auf das Spiel wirkt bis heute nach. Es ist sichtbar in der atem­rau­benden Geschwin­dig­keit und Kon­trolle, mit der der FC Bar­ce­lona seine Gegner zer­legt. Im Hoch­ge­schwin­dig­keits­fuß­ball des FC Bayern. In unzäh­ligen Mann­schaften und Fuß­bal­lern, die sich an diesen Ver­einen und ihrer Idee vom Fuß­ball ein Bei­spiel genommen haben und nehmen werden. Und als 2014 im fernen Bra­si­lien Deutsch­land Welt­meister wurde, weil die DFB-Aus­wahl ihre Gegner nicht platt­walzte, son­dern mit dem Filet­messer sezierte, hatte auch Johan Cruyff daran seinen beschei­denen Anteil.

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Über Ams­terdam, seiner Hei­mat­stadt, trug er diese Idee in die Welt, in die Gegen­wart und Zukunft. Geboren am 25. April 1947 als Hen­drik Johannes Cruijff, ein Roh­dia­mant, vom Talent geküsst, in den Hin­ter­höfen der nie­der­län­di­schen Haupt­stadt geschliffen, bei Ajax Ams­terdam ver­edelt. Das heute so stolze Ajax war ein Pro­vinz­klub, als Cruyff als Teen­ager sein Debüt gab und sein rasend schnelles Spiel nicht nur Gegen­spieler, son­dern den eigenen Verein und mit ihm schließ­lich die kom­plette Fuß­ball­na­tion auf links drehte.

Wie ein Blatt im Som­mer­sturm

Ein Spar­gel­tarzan, dünn wie ein Toast­brot, schnell wie der Wind, der ver­meint­lich anar­chisch über den Rasen flat­terte wie ein Blatt im Som­mer­sturm und doch eine glas­klare Ord­nung in seinem Spiel hatte. Es war Cruyff, gebo­rener Anführer und Laut­spre­cher, der gemeinsam mit seinen talen­tierten Mit­spie­lern Ajax zu einem Welt­klub formte – 1971 bis 1973 gewann der Klub den Euro­pa­pokal der Lan­des­meister dreimal in Folge.