Seite 3: Die Umzüge werden immer unpersönlicher

Auch der Spe­di­teur stellt fest, dass sich der Fuß­bal­ler­typus wan­delt. War es für seine Leute lange eine beson­dere Moti­va­tion, vor Ort auch mal Bekannt­schaft mit einem Pro­mi­ki­cker zu machen, pas­siert es neu­er­dings öfter, dass die Möbel­pa­cker nur irgendwo einen Schlüssel abholen, dann in die leere Woh­nung fahren und dort den Kram in Abwe­sen­heit der Bewohner abtrans­por­tieren. Schade,“ sagt er, denn manchmal wäre es schön zu wissen, wo wir die Sachen in der neuen Woh­nung abstellen sollen.“

Thomas Tuchel und seine But­ter­bre­zeln

Dass es anders geht, bewies Danny Latza. Der damals 25-Jäh­rige konnte offenbar nicht mit ansehen, wie bei seinem Auszug in Bochum um ihn herum alles wuselte. Er packte selbst mit an. Schleppte Kar­tons, Blu­men­töpfe und Schrank­teile. Und griff irgend­wann über­mo­ti­viert nach dem Heim­trainer. Mit dem Ergebnis, dass ihm das sper­rige Gerät auf der Treppe abrutschte und kra­chend auf die Fliesen schep­perte.

Stamm­kunde Thomas Tuchel ließ es sich bei seinem Auszug gen Dort­mund nicht nehmen, für die Arbeiter höchst­selbst die Bre­zeln mit Butter zu schmieren. Offenbar impo­nierte dem detail­ver­ses­senen Coach das Tempo, denn bei der Abnahme drückte er den Män­nern nicht nur ein saf­tiges Trink­geld in die Hand, son­dern lobte auch: Männer, die Lauf­leis­tung heute war Spit­zen­klasse.“

Und wie ist es um die Hygiene der kickenden Kunden bestellt? Völlig ver­müllte Messi-Woh­nungen sind dem Spe­di­teur noch nie unter­ge­kommen. Die haben genug Kohle,“ erklärt Feller, die bezahlen Leute dafür, dass die Woh­nung sauber bleibt.“ Einmal jedoch öff­nete beim Ein­treffen des Umzugs­ser­vice eine Spieler­gattin – sicht­lich beschämt: Bitte nicht wun­dern, dass es hier so stinkt.“ In der Tat nahmen Fel­lers Männer, natür­lich ohne sich etwas anmerken zu lassen, wahr, dass es in der Luxus­woh­nung übelst muffte. Doch mit bloßem Auge war die Ursache nicht aus­zu­ma­chen. Die Woh­nung war blitz­sauber, die Kisten akkurat gepackt. Sorry,“ erklärt die Haus­herrin, aber der Hund hat irgendwo hin­ge­kackt. Ich weiß nur noch nicht, wohin.“ Am Ende wurde auch dieses Pro­blem erkannt, gebannt und die Mis­sion erfüllt.