Seite 2: Manko vorne, Manko im Zentrum

3. Das erste Manko: Das Ver­halten im finalen Drittel

Gegen Lever­kusen schien es zunächst so, als setze Köln auf eine kom­pakte Defen­sive und schnelle Konter. Fun­kels Spiel­idee ging indes nur kurz auf. Nach dem frühen 1:0‑Treffer (5. Minute) zog sich die Werkself weit zurück. In einem 5−3−2 ver­tei­digte sie die Füh­rung und ver­suchte selbst, über die Flügel zu kon­tern. Köln war gezwungen, das Spiel in die Hand zu nehmen. Am Ende hatte der FC knapp 60 Pro­zent Ball­be­sitz.

Das Pro­blem: Zu selten gelang es ihnen, aus dem Ball­be­sitz­spiel heraus Chancen zu kre­ieren. Ein Schwach­punkt bleibt das Ver­halten im letzten Drittel: Selbst wenn es gelingt, über den Flügel durch­zu­bre­chen, man­gelt es dem Spiel an Tiefe. Stürmer Dennis drib­belte lieber selbst, anstatt den Straf­raum zu besetzen, sodass von Kölns 30 Flanken gerade einmal acht einen Abnehmer fanden. Kein Kölner Spieler hat in dieser Saison mehr als fünf Tore erzielt; auch Funkel kann sich keinen fitten Straf­raum­stürmer backen.

4. Das zweite Manko: Das Loch im Zen­trum

Das zweite Pro­blem: Selbst wenn Köln einen Goal­getter hätte, würde dieser keine Bälle erhalten. Die Kölner gelangen häufig gar nicht erst in das finale Drittel. Das Pro­blem beginnt bei der Innen­ver­tei­di­gung: Funkel stellte gegen Lever­kusen Rafael Czi­chos und Sebas­tiaan Bornauw auf. Beide sind solide Ver­tei­diger, eröffnen das Spiel aber nicht allzu kreativ.

Um die feh­lende Krea­ti­vität der Innen­ver­tei­di­gung aus­zu­glei­chen, muss sich prak­tisch per­ma­nent ein Sechser fallen lassen, teil­weise sogar beide. Auch die Außen­ver­tei­diger werden eher zu früh als zu spät ins Spiel ein­ge­bunden. Das führt wie­derum zu einer großen Lücke im Mit­tel­feld-Zen­trum. Diese Lücke kann der Gegner nach Ball­ge­winnen aus­nutzen. Genau auf diese Art schraubte Lever­kusen das Ergebnis auf 3:0 hoch.

5. Funkel braucht viel Glück

Dieser Text endet, wie er begonnen hat. Das fun­da­men­tale Pro­blem der Kölner findet sich in der Kader­pla­nung. Schon Gisdol hatte ver­sucht, die nicht mit­ein­ander har­mo­nie­renden Mann­schafts­teile in Ein­klang zu bringen. Weder sein Fokus auf höhe Bälle noch sein Ver­such, eine spiel­starke Dop­pel­zehn auf­zu­stellen, brachten Erfolg.

Am erfolg­reichsten waren die Kölner dann, wenn sie sich auf ihre Ver­tei­di­gung ver­lassen konnten; eine Facette des Fuß­balls, die Funkel eigent­lich liegt. Aber auch hier wird es ange­sichts der dünnen Per­so­nal­decke und des nicht ganz ein­fa­chen Rest­pro­gramms schwierig. Funkel muss sich etwas ein­fallen lassen, damit sein Come­back bei Köln nicht endet wie sein eigent­li­cher Schluss­strich in Düs­sel­dorf. Damals schloss er sein Enga­ge­ment auf einem Abstiegs­platz ab.