In Wolfs­burg traut man Felix Magath so ziem­lich alles zu. Schließ­lich führte der der­zeit wohl umstrit­tenste Trainer der Bun­des­liga den Klub 2009 mit einer Ansamm­lung von No-Names wie Josue, Gra­fite und Dzeko zum sen­sa­tio­nellen Gewinn der Meis­ter­schaft. Wahr­schein­lich, unkte man unmit­telbar nach dem Titel­ge­winn in der Auto­stadt, könnte Magath sogar nebenbei einen Wagen erfinden, der voll­kommen ohne Energie aus­kommt und so im Hand­um­drehen die Auto­in­dus­trie retten. Alles was er dafür bräuchte, wäre das rich­tige Per­sonal.

Mitt­ler­weile sind zwei Jahre ver­gangen, Magath hat zwi­schen­zeit­lich sein Glück beim FC Schalke pro­biert und schei­terte dort gran­dios. Auch, weil er nach diversen Fan­ta­sie­trans­fers wie Ali Karimi und Angelos Cha­ris­teas in Vor­stands– und Fan­kreisen nur noch für Kopf­schüt­teln statt Freu­den­tränen sorgte. Magath und sein Per­sonal – ein Thema, das die Fuß­ball­welt zum Beben bringt.

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Und schon steht die nächste Erup­tion bevor: Je schlechter die Ergeb­nisse, desto größer der Druck, etwas zu tun“, sagte Magath nun der Wolfs­burger All­ge­meinen Zei­tung und kün­digte an, dass sein Team in der Win­ter­pause mit zwei, vier oder fünf neuen Spie­lern nach­ge­bes­sert wird.“ Zahl­reiche Spie­ler­be­rater in Europa, Asien und Süd­ame­rika werden sich bereits die Hände reiben, denn König Felix hat bereits vom Groß­sponsor des VfL Wolfs­burg nun wieder grünes Licht für eine Blut­auf­fri­schung im Kader bekommen. Der Rubel wird also bald wieder rollen.

Magath übt ver­steckte Selbst­kritik

Die sport­liche Situa­tion des VfL zwingt Verein und Trainer zum Han­deln, heißt das im offi­zi­ellen Ton. In Wirk­lich­keit wird die Liga aber wieder einmal Zeuge eines klas­si­schen Magath­schen Reflexes, der auf aus­blei­benden Erfolg seit Jahren mit groß ange­legten Trans­fer­of­fen­siven ant­wortet. Sein Vor­teil: Der potente Groß­sponsor des Klubs will sein Pro­jekt Fuß­ball­verein“ im Kon­zert der Großen sehen und feuert munter das Klein­geld nach.

Doch die nächste große Schlacht am Trans­fer­büffet könnte bald schon Magaths letzte sein. Denn, dass Neu­ein­käufe allein nicht das All­heil­mittel gegen sport­li­chen Nie­der­gang sind, besä­tigte zuletzt sogar der Wolfs­burger Trai­ner­ma­nager selbst. Der eine oder andere Spieler hat offenbar nicht die Qua­lität, unsere Ziele zu errei­chen“, sagte Magath nach der 1:5‑Klatsche gegen Borussia Dort­mund. Damit kri­ti­sierte er nicht nur seine Unter­tanen, son­dern auch sich selbst. Nur zur Erin­ne­rung, elf der 13 Spieler, die zuletzt im West­fa­len­sta­dion heftig unter die Räder kamen, hat Magath einst selbst ver­pflichtet. Sollte er bei seiner neuen Shop­ping­tour wieder so gran­dios daneben liegen wie zuletzt, könnte sich Magath schon in naher Zukunft wirk­lich mit der Ent­wick­lung von Wun­der­autos beschäf­tigen. Dann aber aus­schließ­lich.