Schalke – Mön­chen­glad­bach
Es ist wieder Frei­tag­abend – und Schalke hat erneut die große Gele­gen­heit, eine Chance zu ver­spielen. Bereits ver­gan­gene Woche sorgten die Blau-Weißen mit einer Nie­der­lage in Berlin dafür, dass das Pro­jekt Cham­pions League wieder in weite Ferne gerückt ist. Gegen Glad­bach kann S04 nun einen wei­teren großen Schritt in die fal­sche Rich­tung machen, bei einer Nie­der­lage darf man sich end­gültig mit Wolfs­burg und Lever­kusen um den ersten Platz im Wollte-gegen-Barca-spielen-darf-aber-nur-nach-Krasnodar-fahren-Ran­king streiten.

Bei Krasnodar 2016“ dürfte Roman Neu­städter, der arme Kerl, dem seit Sai­son­be­ginn ein läs­tiger Puli-Hund auf dem Kopf fest­ge­wachsen ist, übri­gens nicht dabei sein. Der Innen­ver­tei­diger möchte nicht unter Chris­tian Heidel, der zum Sai­son­wechsel seine Cham­pions-League-Ambi­tionen auf­geben und von Mainz 05 zu den Knappen wech­seln wird, arbeiten. Grund? Heidel feu­erte 2010 Peter Neu­städter, Romans Vater, der damals die zweite Mann­schaft der Mainzer lei­tete. Auf Schalke beur­teilt man die Geschichte der­weil positiv: Mumm zu Trai­ner­ent­las­sungen stand auf der Liste der vom Auf­sichtsrat gefor­derten Kern­kom­pe­tenzen ganz oben.

Wolfs­burg – Darm­stadt
Die Wölfe gegen die Lilien! Aus bota­ni­scher Sicht ein klarer Sieg für die im Rudel auf­tre­tenden Raub­tiere, die für Lilien wohl genauso viel übrig haben wie Martin Win­ter­korn für Abgas­normen. Der VfL Wolfs­burg hatte unter der Woche mit einem internen Abgas­skandal zu kämpfen: Max Kruse kommt nicht aus den Schlag­zeilen der Bou­le­vard-Presse. Offenbar hat der Stürmer nicht nur 75.000 Euro in einem Ber­liner Taxi, son­dern auch das Ver­trauen seiner Chefs ver­loren. Klaus Allofs brummte Kruse eine emp­find­liche Geld­strafe auf – der 27-Jäh­rige sollte bei seinem nächsten Poker-Tur­nier also besser auf die ein oder andere gute Hand hoffen.

Hoch gepo­kert hat Kruse auch beim Spei­se­plan im Trai­nings­lager, wo er anschei­nend hier und da etwas viel Nutella auf sein Früh­stücks­brot strich. Allofs, der in Wolfs­burg allem Anschein nach auch die Auf­gabe des Sitten- und Ernäh­rungs­be­ra­ters über­nommen hat, ver­don­nerte Kruse dar­aufhin zum Bau eines Hüh­ner­stalls. Beson­ders hart muss die Woche für Nicklas Bendtner gewesen sein: Weder im Ber­liner Taxi noch im Hüh­ner­stall geschweige denn auf dem Platz war der Däne betei­ligt – eine erschre­ckende Bilanz für den ehe­ma­ligen Tops­corer in der Kate­gorie Bild-Schlag­zeilen.

HSV – Hof­fen­heim
Die Reise nach Ham­burg könnte für Jung-Trainer Julian Nagels­mann einen päd­ago­gi­schen Neben­ef­fekt bieten. Seine TSG steht wei­terhin auf einem Abstiegs­platz – und wo, wenn nicht in Ham­burg, könnte man sich ein paar Rat­schläge für einen erfolg­rei­chen Klas­sen­er­halt abholen. Die Rele­ga­tions-Dinos aus dem Volks­park­sta­dion sind der­weil da ange­kommen, wo von den oberen sechs keiner und von den unteren sechs jeder hin will: Im Nie­mands­land der Tabelle. Da es anschei­nend aus­rei­chend Ver­eine gibt, die in dieser Saison noch inkon­stanter auf­treten als die Ham­burger machen sich Bruno, Didi & Co. lieber Gedanken um die heißen Themen und beschlossen unter der Woche, Nord­deutsch­lands höchste Erhe­bung weiter auf­zu­bauen: Den HSV-Schul­den­berg. Ein geschicktes Manöver, denn die Zeit, sich bei Dietmar Hopp als neues Pro­jekt anzu­bie­dern ist jetzt, da der TSG der Abschied droht, wieder gekommen.

Bremen – Mainz
Die schlechte Nach­richt für Mainz 05: Sta­tis­tisch gesehen trifft Claudio Pizarro in zwei von drei Spielen gegen die Mainzer – nachdem der Peruaner in seinen letzten drei Begeg­nungen, zwei davon noch beim FC Bayern, nicht getroffen hat, scheint die Zeit reif. Die gute Nach­richt für Mainz 05: Bei Werder Bremen spielen neben Pizarro noch zehn andere, die von einer Tref­fer­quote der Marke Pizza weit ent­fernt sind.

Gegen die Bayern prä­sen­tierte sich Werder, was die Tor­ge­fahr angeht, am ver­gan­genen Wochen­ende so harmlos, dass Haupt­sponor Wie­senhof dar­über nach­denken sollte, bald die Zusatz­stoffe in ihren Pro­dukten auf das Trikot zu dru­cken, um wenigs­tens für ein biss­chen Angst beim Gegner zu sorgen. Bri­sanz bietet die Begeg­nung abseits des Platzes: Da Chris­tian Heidel schon mehr mit dem Schalker Auf­sichtsrat als mit den Mainzer Spie­lern beschäf­tigt ist, scheint es durchaus mög­lich, dass sein Nach­folger Rouven Schröder am Samstag bereits die Rhein­hessen als Manager betreut – immerhin ist er ja sowieso vor Ort.

Köln – Bayern
Sie sind schon Monster, diese Bayern. Der Schweiß vom Krimi gegen Turin war noch nicht mal getrocknet, da ent­fuhr Trainer Pep Guar­diola schon wieder ein ab morgen denken wir nur an Köln“. Was waren das noch für wun­der­bare Zeiten, als die Münchner nach großen Euro­pa­po­kal­par­tien mit einer B‑Elf antraten, in der kein Sieg­tor­schütze aus dem WM-Finale spielte. Die Kölner treffen also leider auf eine Bayern-Mann­schaft, die am 27. Spieltag noch nicht Meister und daher darauf bedacht ist, Punkte zu holen – das wäre die erste schlechte Nach­richt. Die zweite schlechte Nach­richt kommt von Jonas Hector. An dem ist der VfL Wolfs­burg inter­es­siert, weil der FC Bayern an Ric­cardo Rodri­guez inter­es­siert ist (Quelle: Internet). Die Wech­sel­ro­chade zeigt erneut: Die kleinen Tra­di­ti­ons­klubs müssen zusehen, dass sie im Kon­zert der Großen über­haupt noch mit­spielen können. Diese Bayern, sie sind schon Monster.