Seite 2: „Was ich hier mag, ist die Tradition.“

Jetzt ist Lakis seit über sieben Jahren Prä­si­dent. Mitt­ler­weile hat er ver­standen, dass man besser nicht mit dicker Zigarre und Kaschmir­mantel auf den Platz geht. Er sagt: Andere spielen Golf, ich gehe zum KFC Uer­dingen.“ Hinter ihm in der VIP-Loge beim Spiel gegen Schwarz-Weiß Essen sitzt Mikhail Pono­marev, neuer Haupt­sponsor, den er in der BayArena ken­nen­ge­lernt hat. Pono­marev kommt jetzt zu jedem Heim­spiel des KFC. Der Investor, der vor­erst 120 000 Euro bei­steuert, sagt: Was ich hier mag, ist die Tra­di­tion.“ Und dann ergänzt er, dass der KFC wieder ganz nach oben gehöre. 2012 hat der Russe mit seinem besten Kumpel den AFC Bour­ne­mouth in der vierten eng­li­schen Liga über­nommen. Seit dieser Saison spielt der Klub in der Pre­mier League. Für Lakis ist es ein Neu­start. Meist über­legen sie im Bun­des­liga-Sze­ne­treff Kytaro in Düs­sel­dorf, wie es nach oben geht. Trainer Michael Boris wurde mit dem Auf­trag ein­ge­stellt, im Sommer 2016 auf­zu­steigen.

Als der Prä­si­dent neu­lich Mo Idrissou ver­pflichtet hat, da erin­nerte sich jeder an einen anderen Trans­fer­coup. Im Dezember 2009 kam ein abge­half­terter Ailton an die Gro­ten­burg, sechste Liga. Ailton brauchte das Geld. Uer­dingen bekam mehr mediale Auf­merk­sam­keit als beim Euro­pa­pokal-Halb­fi­nale gegen Atlé­tico Madrid 1986. Aber das mit Idrissou ist anders. Ernst zu nehmen. Der Mann mit den langen Armen wollte weiter in Düs­sel­dorf wohnen, und Lakis bekam davon Wind.

Was ist das für ein Mann, der sich einem wild­fremden Verein an den Hals schmeißt? Auf dem Emp­fangs­tresen seiner Firma in Kre­feld liegen die jeweils vier letzten Aus­gaben der Immo­bi­lien Zei­tung“ und des Revier­sport“. Groß an der Wand steht: Lakis Group Real Estate. Er hat mehr als 25 Mit­ar­beiter. Bevor er Häuser ver­kaufte, hat Lakis in Mode gemacht. 1995 erwarb er die ersten Immo­bi­lien im Osten, spe­zia­li­sierte sich auf Denk­mal­schutz und Alt­bau­mo­der­ni­sie­rung. Ob Anzüge oder Häuser, das ist kein großer Unter­schied“, sagt er. Am Ende bin ich Kauf­mann.“ Den Fuß­ball ver­gleicht er gern mit der Mode­branche: Jede Saison erfor­dere eine neue Kol­lek­tion.

Der WDR hat ihm neu­lich beschei­nigt, dass er Spie­lern Schrott­im­mo­bi­lien auf­ge­schwatzt habe. Ailton trat als Kron­zeuge auf. Lakis geht gegen den Sender vor und meint: Ich habe daraus gelernt. Heute trenne ich Job und Verein strikt. Wenn ein Spieler eine Woh­nung von mir haben will, sage ich: Können wir machen, aber nur, wenn du einen Notar und ein Kame­ra­team mit­bringst.“