Bereits am 14. Januar wussten die Ver­ant­wort­li­chen des FC Bayern, dass sie rich­tig­lagen, als sie Tage zuvor Holger Bad­stuber an Schalke 04 abge­geben hatten. Schalke-Nie­der­lage: Bad­stuber patzt“, war der Kern­aus­sage des ersten Test­spiels mit Bad­stuber in der S04-Innen­ver­tei­di­gung. Gegen Chem­nitz war er einen Schritt zu spät gekommen. In der Folge fiel das 0:2 gegen den Dritt­li­gisten.

Beim FC Bayern wären solche Fehler in Zukunft nicht ver­zeihbar gewesen. Ein wackelnder Bad­stuber in der Innen­ver­tei­di­gung, wenn sich Arsenal oder Borussia Dort­mund anmelden? Carlo Ance­lotti würde wohl eher auf Joshua Kim­mich zurück­greifen. Gerade des­halb durfte Bad­stuber leih­weise gehen.

Not­wen­dige Geduld

Spiel­praxis auf einem hohen Niveau hatte sich der 27-Jäh­rige vor der Win­ter­pause erhofft. Trotz über­stan­dener mus­ku­lärer Pro­bleme kam Bad­stuber in der Hin­runde nur dreimal zum Ein­satz. Einmal gegen den FK Rostov. Zweimal zu Kurz­ein­sätzen gegen den FC Augs­burg. Feh­lende Sicher­heit bringt das nicht zurück. Des­halb kam das Angebot aus Gel­sen­kir­chen gerade recht.

Die Schalker schlugen bei einem offenen Angebot zu, dass ihnen bei not­wen­diger Geduld kaum schaden kann. Bad­stu­bers fuß­bal­le­ri­sche Qua­li­täten sind unbe­stritten.

Chronik einer Tra­gödie

Bis zu seinem Kreuz­band­riss am epo­chalen 2. Dezember 2012 galt Bad­stuber als der Pro­totyp des modernen Ver­tei­di­gers. Ein Auge und eine Spiel­eröff­nung, die sich Jerome Boateng und Mats Hum­mels zu dieser Zeit noch anzu­eignen hatten. Dann: Eine Grät­sche. Ein Schrei – Kreuz­band­riss. Tränen in der Kabine.

Es folgten ein wei­terer Kreuz­band­riss wäh­rend der Reha. Ein Seh­nen­riss kurz nach der Gene­sung im Sommer 2014. Ein Mus­kel­riss im April 2015, der ihn ein wei­teres Jahr kostet. Und ein Knö­chel­bruch im Trai­ning, von dem sich Holger Bad­stuber bis zum Sommer 2016 erholte. Über 1.000 Tage ver­brachte er damit, gesund zu werden. In der Ära Pep Guar­diola spielte er in 25 von 161 mög­li­chen Spielen.