Seite 2: Kann Draxler ein großer Spieler werden?

Dabei ist die Kon­kur­renz auf seiner Posi­tion so groß wie nir­gendwo anders im Team des Welt­meis­ters. In Marco Reus und Leroy Sané gebe es gewaltig gute Mit­be­werber, er aber rechne fest damit, den Sprung in den end­gül­tigen WM-Kader zu schaffen. Bis zum 4. Juni wird Löw vier Spieler aus­sor­tieren müssen. Ich gehe davon aus, dass ich dabei bin“, sagt Draxler.

In der zurück­lie­genden Saison hat er in Paris gelernt was es heißt, sich einer fast über­mäch­tigen Kon­kur­renz zu stellen. Im Sommer wurde ihm die 222 Mil­lionen Euro teure Neu­erwer­bung Neymar vor die Nase gesetzt, wes­halb er es bei Trainer Unai Emery nicht immer ein­fach hatte. Trotzdem brachte er es auf 30 Liga-Ein­sätze, dabei stand er immerhin 19-mal in der Startelf. Nach der WM wird dort Thomas Tuchel dem Basken im Trai­neramt folgen, Emery wird künftig beim FC Arsenal das Sagen haben.

Vom Trai­ner­wechsel ver­spreche er sich viel, obgleich er Tuchel noch nicht per­sön­lich kennen gelernt hat. Er habe sich aber schon mal umge­hört. Fach­lich sei Tuchel top, mensch­lich mag der eine ihn mehr, der andere weniger“, sagt Draxler: Ich bin da voll­kommen unvor­ein­ge­nommen.“

Kann Draxler ein großer Spieler werden?

Der immer noch jugend­lich wir­kende Mann aus Glad­beck hat vieles richtig gemacht in seiner Kar­riere als Fuß­ball­profi, sieht man viel­leicht von seinem Side­kick zum VfL Wolfs­burg ab. In dieses Geschäft ist er sehr früh schon, im Alter von 17 Jahren, beim FC Schalke 04 ein­ge­stiegen. Er hat wesent­liche Schritte bei diesem Klub gemacht, hat zeit­weise sogar Prä­gendes gelie­fert und ist dort zum Natio­nal­spieler auf­ge­stiegen.

2012 stand er im vor­läu­figen EM-Kader. Auch wenn er kurz vor dem Tur­nier den finalen Cut des Bun­des­trai­ners nicht über­stand, so zählt Joa­chim Löw zu seinen großen Bewun­de­rern und För­de­rern. Drax­lers fuß­bal­le­ri­sche Qua­li­täten, sein Talent und seine Bega­bung für dieses Spiel, sind unbe­stritten wie selten.

Und doch steht seine Kar­riere in Deutsch­lands wich­tigster Mann­schaft immer noch unter Vor­be­halt. In den kom­menden Tagen, vor allem aber bei der WM-End­runde in Russ­land, muss Draxler den Nach­weis erbringen, dass er nicht nur ein talen­tierter Bur­sche ist, son­dern ein großer Spieler werden kann.