Urlaub machen“, das soll Alex­ander Zor­niger geant­wortet haben, als er vom däni­schen Agenten Poul-Erik Petersen nach seinen Zukunfts­plänen gefragt wurde. Petersen war bei Zor­niger vor­stellig geworden, um das Inter­esse des Deut­schen an einer Anstel­lung beim däni­schen Tra­di­ti­ons­verein Brøndby IF aus­zu­loten. Sehr gering“, denn Zor­niger sah seine Zukunft als Trainer wei­terhin in Deutsch­land.

Doch die Brøndby-Ver­ant­wort­li­chen blieben hart­nä­ckig, flogen ihren Wunsch­kan­di­daten zweimal nach Kopen­hagen ein, zeigten ihm Stadt und Sta­dion. Klub­ei­gen­tümer Jan Bech Andersen besuchte Zor­niger schließ­lich in Stutt­gart und über­zeugte ihn, den Schritt in die wenig pres­ti­ge­träch­tige Super­liga zu wagen. Ein Glücks­fall für beide Seiten, denn Zor­niger hat mit dem Pokal­sieg zehn titel­lose Jahre ver­gessen gemacht.

Kein Platz für Dog­ma­tiker

In Stutt­gart war der heute 50-Jäh­rige bei seiner letzten Trai­ner­sta­tion in Deutsch­land kra­chend geschei­tert. Nach neun Nie­der­lagen aus 13 Liga­spielen zog der VfB die Reiß­leine und setzte den dog­ma­tisch wir­kenden Pres­sing­fa­na­tiker Zor­niger im Herbst 2015 vor die Tür.

Im Grunde spra­chen die Stutt­garter ihm durch seine Ent­las­sung die Bun­des­liga-Taug­lich­keit ab. Bereits in Leipzig war Zor­niger im selben Jahr beur­laubt worden, nachdem er RB zuvor aus der Regio­nal­liga in die 2. Bun­des­liga geführt hatte. Rang­nick und Mate­schitz trauten ihrem frü­heren Erfolgs­coach nicht zu, ihren Klub“ auf schnellstem Wege in die Bun­des­liga zu führen.

Vor­stadt­tris­tesse

Statt­dessen also ein schmuck­loser Vorort von Kopen­hagen, dessen Fuß­ball­verein schon seit Jahren den eigenen Ansprü­chen hin­ter­her­he­chelte. Brøndby IF hatte einst die Lau­drup-Brüder her­vor­ge­bracht und in den 90ern die däni­sche Meis­ter­schaft mit fünf Titeln in acht Jahren domi­niert, bevor der ver­hasste Rivale FC Kopen­hagen den Vor­städ­tern sowohl sport­lich als auch finan­ziell den Rang ablief.

Zor­niger brachte seine pres­sing­ori­en­tierte Spiel­weise mit nach Däne­mark und über­rum­pelte damit gleich im ersten Jahr die Super­liga. Am Ende der Spiel­zeit 2016/17 stand ein acht­barer zweiter Platz. In der Europa-League-Qua­li­fi­ka­tion gelang ein Über­ra­schungs­er­folg gegen Hertha BSC.